Lehren aus Wirecard (Teil 1) – es braucht eine Bilanzpolizei

Es ist aus. Die Bilanzpolizei wird bald Geschichte sein. Doch ist dies die Lösung? Die Meldungen in der Presse haben sich seit dem 18. Juni 2020 überschlagen: An diesem Tag sollte der Geschäftsbericht des DAX-Konzerns Wirecard veröffentlicht werden. Mittlerweile wissen wir einiges mehr: Der Wirtschaftsprüfer hat das Testat verweigert, das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Die 1,9 Milliarden Euro soll es nie gegeben haben – diese Vorwürfe stehen auch zu zahlreichen Umsätzen und Geschäften im Ausland im Raum. Einer der Vorstände – mittlerweile Ex-Vorstand – ist auf der Flucht.

In meiner kurzen Serie „Lehren aus Wirecard“ möchte ich einige Themen ansprechen, die aufgrund dieses Bilanzskandals diskutiert werden sollten. Der Fall hat vor allem international auch große Wellen geschlagen. Damit das Vertrauen in den deutschen Kapitalmarkt wiederhergestellt werden kann, bedarf es einiger Reformen. Weiterlesen

Sorgenkind Goodwill macht weiterhin Probleme

Bilanzpolizei veröffentlicht Tätigkeitsbericht

Alle Jahre wieder veröffentlicht die DPR alias „Bilanzpolizei“ im Januar ihren Tätigkeitsbericht des Vorjahres. Gestiegene Fehlerquote, einsichtige Unternehmen trotz einzelner Querschläger und der liebe alte Goodwill sind die wesentlichen Erkenntnisse des aktuellen Berichtes. Mit Spannung erwartet werden darf das Diskussionspapier zum Goodwill, dem ewigen Sorgenkind der Bilanzierung. Weiterlesen

Fehlerfeststellungen der Bilanzpolizei – Goodwill bleibt ein Sorgenkind

Tätigkeitsbericht der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung von 2018 liegt vor


Ende Januar legte die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR), die umgangssprachlich auch als Bilanzpolizei bezeichnet wird, ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2018 vor. Wie sich bei den Erläuterungen der Prüfungen und Fehlerfeststellungen zeigt, bestätigt sich hier die These der Rechnungswesen-Koryphäe Moxter. Er bezeichnete einst das immaterielle Vermögen als „Sorgenkinder“ der Bilanzierung.

Fehlerquote bei Index-Unternehmen gestiegen

Die DPR führte 84 Prüfungen durch, von denen bei 15 % ein Fehler festgestellt wurde. Überraschend war an dieser Stelle die gestiegene Fehlerquote bei Index-Unternehmen. Bei den Nicht-Index-Unternehmen ist diese im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Firmen werden im Bericht nicht genannt. Daher kann lediglich spekuliert werden, wie es dazu kam. Index-Neulinge könnten geprüft worden sein (ein Index-Unternehmen wird ca. alle 4 bis 5 Jahre, ein Nicht-Index-Unternehmen alle 8 bis 10 Jahre geprüft). Bei den geprüften Index-Unternehmen, wurden bei einem DAX-, drei SDAX- sowie zwei TecDAX-Unternehmen jeweils Fehler in der Rechnungslegung festgestellt. Weiterlesen