Die neuen Zahlen der Volkswagen AG zeigen einen deutlichen Gewinneinbruch. Doch wer nur auf das Ergebnis schaut, greift zu kurz. Ein Blick in den Geschäftsbericht zeigt: Hinter den Zahlen stehen nicht nur Sondereffekte – sondern auch interessante Entwicklungen bei den Forschungs- und Entwicklungskosten. Der Ergebniseinbruch hat mehrere Ursachen Beim Umsatz scheint zunächst alles im Rahmen. Die Umsatzerlöse gingen lediglich um 0,8 % zurück, während die Kosten der Umsatzerlöse um rund 2 % gestiegen sind. Die eigentliche Überraschung zeigt sich jedoch beim Ergebnis. Das operative Ergebnis fällt von 19 Mrd. € auf 9 Mrd. € – und damit fast um die...
Bilanzierung
- All Posts
- Bilanzierung
Key Audit Matters sollen Anlegern zeigen, wo Abschlussprüfer besondere Risiken im Jahresabschluss sehen. In der Praxis liest sich das Ergebnis jedoch häufig erstaunlich beruhigend: Ein Bilanzposten wird als besonders komplex beschrieben – und am Ende heißt es doch, dass die Annahmen des Managements angemessen seien. Die aktuellen Diskussionen um Gerresheimer zeigen, wie interessant diese Prüfungsschwerpunkte sein können. Ein Blick zurück auf den Fall Corestate macht jedoch deutlich: Wenn Wirtschaftsprüfer tatsächlich auf bilanziellen Anpassungen bestehen, wird es schnell ungemütlich und der Abschlussprüfer ist den Mandanten vermutlich los. So zumindest war es bei Corestate, der sich danach einen neuen Abschlussprüfer suchte. Die...
Ein uneingeschränktes Testat gilt für viele Anleger als eine Art Qualitätssiegel für den Jahresabschluss. Doch was bedeutet ein Bestätigungsvermerk tatsächlich – und wo liegen seine Grenzen? Beim Pharma-Verpackungshersteller Gerresheimer zeigt sich gerade, wie schnell ein zuvor geprüfter Bilanzposten plötzlich zum Problem werden kann. Ausgerechnet ein Thema, das der Abschlussprüfer als besonders wichtigen Prüfungsschwerpunkt identifiziert hatte, steht nun im Fokus der Finanzaufsicht. Und plötzlich geht es um eine Wertminderung von bis zu 240 Mio. Euro. Ein uneingeschränktes Testat – und dann? Manchmal lohnt sich ein genauer Blick in den Bestätigungsvermerk eines Abschlussprüfers. Dort stehen oft genau die Themen, die besonders risikobehaftet...
Warum ich meine Einschätzung zur Rechnungslegung bei Gerresheimer korrigiere Wer meine Analysen kennt, weiß: Ich bin in der Regel eher zu kritisch als zu optimistisch. Bei Gerresheimer war es diesmal anders. Vor einigen Monaten habe ich zur Prüfungseinleitung geschrieben, dass Anleger nicht vorschnell in Panik geraten sollten. Rückblickend muss ich sagen: Diese Einordnung war zu optimistisch – und damit ein Irrtum. Denn was zunächst wie ein begrenztes Periodenabgrenzungsthema wirkte, entwickelt sich inzwischen zu einem deutlich breiteren Problem der Rechnungslegung. Umsatzkorrekturen, Bewertungsfragen bei Vorräten, hohe Wertminderungen und schließlich ein verschobener Jahresabschluss zeichnen gemeinsam ein anderes Bild als noch im Herbst. Genau...
Wer trägt die Verantwortung beim Skandal um das Berliner Zahnärzte-Versorgungswerk? 1,1 Milliarden Euro Verlust. Exotische Investments von Start-up bis Garnelenzucht. Und nun eine Schadensersatzforderung von 82 Millionen Euro gegen den Abschlussprüfer. Ist das ein Fall von Prüfungsversagen – oder eine klassische Erwartungslücke? Die Hintergründe Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) steuert auf einen der größten Anlage-Skandale deutscher Versorgungseinrichtungen zu. Rund 1,1 Milliarden Euro Verlust stehen im Raum – mehr als die Hälfte des verwalteten Kapitals, nachdem riskante Investments unter anderem in Start-ups, Hotels und eine gescheiterte Garnelenzucht massiv an Wert verloren haben. Bereits im Dezember 2025 berichtete das Handelsblatt ausführlich...
Börsenweisheiten haben einen besonderen Charme. Sie verdichten komplexe betriebswirtschaftliche Zusammenhänge zu einem einzigen, eingängigen Satz. Man kann sie sich merken, weitergeben und im Zweifel sogar zustimmend nicken – selbst dann, wenn man die Hintergründe nicht im Detail durchdrungen hat. Eine besonders verbreitete Weisheit, die auch ich selbst immer wieder zitiere, lautet: „Gewinn ist Ansichtssache, Cashflow Tatsache.“ Der Satz trifft einen Nerv – auch in der Beratungspraxis. Viele Anleger, aber ebenso Aufsichtsräte, Kreditgeber oder Analysten haben erlebt, dass ausgewiesene Gewinne erstaunlich wenig über die tatsächliche wirtschaftliche Lage eines Unternehmens verraten. Gesellschaften mit ordentlichen Ergebnissen geraten plötzlich in Liquiditätsschwierigkeiten. Andere Unternehmen zeigen...
NEUESTE BEITRÄGE
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 14. April 2026
Spritpreise: Regierung plant befristete Senkung der Mineralölsteuer – Top oder Flop?
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 14. April 2026
Spritpreisexplosion: Regierung plant Entlastungsprämie für Arbeitnehmer – (K)Eine gute Idee?
-
Christian Herold 14. April 2026
Keine Geschäftsveräußerung bei Übertragung ohne wertvolle (Einspeise-)Rechte
-
Lutz Ritter 14. April 2026
Gemeinnützigkeit beginnt nicht im Labor – sondern in der Satzung
-
Christian Herold 13. April 2026
Beitragspflicht auf Betriebsrenten-Einmalzahlung trotz Nutzung zur Vermeidung von Rentenabschlägen
NEUESTE KOMMENTARE
19.03.2026 von Christian Herold
Anschaffungsnahe Herstellungskosten: 15-Prozent-Grenze gilt nur für Aufwendungen „nach“ Erwerb
19.03.2026 von Christian Herold
Betriebliche Riester-Rente: Keine Krankenversicherungsbeiträge mehr
03.04.2026 von Rolfgerhard Puhlmann
Diskussion um eine Übergewinn-Steuer: Der richtige Weg oder kontraproduktiv?