Steigende Immobilienwerte sorgen bei Immobilienkonzernen wieder für Rückenwind in der Gewinn- und Verlustrechnung. Das zeigt aktuell das Beispiel Vonovia. Doch Bewertungsgewinne sind noch keine Liquidität – und gerade in einer kapitalintensiven Branche lohnt zusätzlich der Blick auf die tatsächlich gezahlten Zinsen. Die Immobilienwerte steigen wieder Die gestiegenen Zinsen hatten Immobilienkonzerne in den vergangenen Jahren gleich mehrfach belastet: Die Finanzierung wurde teurer, gleichzeitig führten sinkende Immobilienwerte teilweise zu erheblichen Bewertungsverlusten. Nun dreht sich das Bild zumindest teilweise wieder – steigende Immobilienwerte sorgen wieder für Bewertungsgewinne und treiben damit die Konzernergebnisse nach oben. Das zeigt aktuell Vonovia. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte...
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Warum eine wertvolle Immobilie noch lange keinen wertvollen Unternehmensanteil macht Eine Immobilie kann Millionen wert sein – und der Anteil an der Gesellschaft, der sie gehört, kann trotzdem kaum etwas wert sein. Was zunächst widersprüchlich klingt, lässt sich mit einem Blick auf die Bilanz schnell erklären. Denn Vermögenswert, Unternehmenswert und Anteilswert sind drei verschiedene Dinge. Gerade bei stark fremdfinanzierten Unternehmen kann dieser Unterschied gewaltig sein. Millionen auf der Aktivseite – also alles bestens? Immobilien im dreistelligen Millionenbereich, wertvolle Beteiligungen oder ein großer Maschinenpark: Wer solche Positionen auf der Aktivseite einer Bilanz entdeckt, könnte zunächst meinen, ein Unternehmen verfüge über erhebliche...
Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...
Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...
Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...
Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...
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