Einführung einer Corporate Governance Polizei?

In Spanien gibt es eine Behörde, die sich um die Einhaltung der Corporate Governance Regeln kümmert. Vergleichbar mit der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung, umgangssprachlich auch bekannt als Bilanzpolizei.

Braucht es auch in Deutschland eine Corporate Governance Polizei? Lassen Sie uns darüber nachdenken. Weiterlesen

Corona-Virus: Auch altbekannte Risiken sollten auf der Agenda stehen

Globalisierung zeigt Verletzlichkeit der Wirtschaft

Fast 60.000 Corona-Fälle. Absage der Mobilfunkmesse in Barcelona. EU-Notfallgipfel. Die Meldungen haben sich in den letzten Tagen überschlagen. Bei Gesprächen mit Firmenchefs wird deutlich: Die Lungenkrankheit ist ein Konjunkturrisiko. Was dieses Beispiel wieder einmal zeigt: Auch altbekannte Risiken der Globalisierung bestehen weiterhin. Ich muss zugeben: Der Fokus meiner Studien liegt derzeit eher auf den Themen Cyber-Risiken und Risiken des Klimawandels.

Kosten hoch, Umsätze runter

Die aktuelle Epidemie zeigt die Abhängigkeit der Wirtschaft von den globalen Handelsströmen. Wenn Teile nicht rechtzeitig geliefert werden, steht die Produktion still. Dies verursacht hohe Kosten, kann das Image schädigen und zeigt vor allem die Verletzlichkeit, wenn sich die Lieferungen verzögern bzw. ausfallen. Weiterlesen

Bilanzkosmetik ade? – Fehlanzeige trotz neuer Leasingbilanzierung

Mit Spannung werden die Jahresabschlüsse der Konzerne erwartet. Die Bilanzsaison ist in greifbarer Nähe. Der neue Standard wurde in jüngster Vergangenheit kritisch beäugt. Insbesondere der mit der Umstellung verbundene Aufwand der Erfassung aller Leasingverträge hat so manch eine Abteilung einige Zeit zum Schwitzen gebracht. Bei mehreren zehntausend Verträgen in einigen Unternehmen auch kein Wunder.

Mit der neuen Bilanzsaison warten auch die ersten Berichte mit der verpflichtenden Anwendung des neuen Leasingstandards. Transparenz bei bestehenden Leasingverträgen war das Ziel. Verringerung der Möglichkeiten zur Bilanzgestaltung alias Bilanzkosmetik auch. Doch weit gefehlt.

Möglichkeiten zur Bilanzgestaltung

Auch wenn mit dem neuen Standard die Off-Balance der Leasingverträge so nicht mehr möglich ist, wie dies bisher der Fall war: Dennoch gibt es immer noch Möglichkeiten, den Abschluss durch die Gestaltung des Leasingvertrags aufzuhübschen.

So können die Verträge entsprechend so ausgestaltet werden, dass die Vertragslaufzeit, die Gestaltung einer variablen Rate sowie die Höhe des offenen Restwertes den Unternehmen weiterhin einen Spielraum ermöglichen. Insbesondere bei einer Vielzahl von Leasingverträgen bietet dies den Unternehmen also weiterhin einen großen Spielraum zur Bilanzkosmetik. Das sollte eigentlich mit dem neuen Standard verringert werden.

Auch gibt es die Möglichkeit, dass Leasingraten nur dann gezahlt werden, wenn die Objekte vom Unternehmen tatsächlich genutzt werden. Dies ist allerdings mit einem administrativen Aufwand verbunden, der den dagegenstehenden Nutzen auch übersteigen kann. Fraglich ist insoweit auch, ob die Leasinggeber sich auf derartige Verträge einlassen werden. Denn auch für sie bedeutet es neben einem zusätzlichen administrativen Aufwand den Wegfall planmäßiger Cashflows. Dies wird sich möglicherweise durch die Wettbewerbssituation auf dem Leasingmarkt zeigen.

Auswirkungen auf Kennzahlen

Insbesondere bei einer Abkühlung der Wirtschaft haben Unternehmen einen Anreiz, ihre Kennzahlen positiv zu beeinflussen. Die Auswirkungen des neuen Standards sind für die einzelnen Unternehmen sehr unterschiedlich: Von keinen bis hin zu erheblichen Auswirkungen ist quasi alles dabei. Insbesondere bei erheblichen Folgen des neuen Leasingstandards auf die Bilanz eines Unternehmens besteht der Anreiz von Bilanzgestaltung.

Fazit

Inwieweit die Auswirkungen des neuen Standards auf Kennzahlen der Unternehmen auch beispielsweise die Bonität beeinflussen, bleibt abzuwarten. Es wird sich zeigen, wie Investoren und Analysen darauf reagieren werden.

 

Sorgenkind Goodwill macht weiterhin Probleme

Bilanzpolizei veröffentlicht Tätigkeitsbericht

Alle Jahre wieder veröffentlicht die DPR alias „Bilanzpolizei“ im Januar ihren Tätigkeitsbericht des Vorjahres. Gestiegene Fehlerquote, einsichtige Unternehmen trotz einzelner Querschläger und der liebe alte Goodwill sind die wesentlichen Erkenntnisse des aktuellen Berichtes. Mit Spannung erwartet werden darf das Diskussionspapier zum Goodwill, dem ewigen Sorgenkind der Bilanzierung. Weiterlesen

Serie Bilanzskandale: Immaterielles Vermögen aufpumpen mit illegalen Mitteln

Ein selbst erstelltes Katalogkonzept ist kein aktivierungsfähiges Vermögen

In den kommenden Monaten schauen wir uns die Vorgehensweise der Bilanzfälscher genauer an. Bei den Beispielen werden Sie sehen, dass der Kreativität bei der Fälschung keine Grenzen gesetzt sind. Wenn diese Energie in die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle eingesetzt werden würde, wäre das Ergebnis langfristig sicherlich besser. Wie bereits erwähnt stammen die Beispiele nicht aus meiner eigenen Feder, sondern haben sich tatsächlich so abgespielt. Heute beginnen wir mit dem Aufpumpen des immateriellen Vermögens. Weiterlesen

Serie Bilanzskandale: Ist Bilanzfälschung versicherbar?

Nein, Bilanzfälschung ist nicht versicherbar. Da muss ich Sie leider enttäuschen. Das wäre auch zu viel des Guten. In diesem Fall würde der ehrliche Versicherte die Last des Fälschers mittragen müssen – Und das ist nicht im Sinne des Erfinders.

Trotz der zunehmenden Gesetze, Regularien und präventiven Maßnahmen wird die Bilanzfälschung vermutlich nicht aussterben. Weiterlesen

Neuregelung IFRS 15 zu den Umsatzerlösen – viel Lärm um nichts

Die Umsatzrealisation wurde neu geregelt. Enorme Auswirkungen wurden teilweise erwartet. Der Lärm war jedoch mehr als unnötig, denn die Auswirkungen der Änderungen der Umsatzerlöse sind relativ gering, zumindest in den meisten Fällen. bzw. bei DAX-Konzernen. Wie bedeutend das Thema dennoch war, zeigt einerseits die „Bilanzpolizei“, die die Umsatzrealisation als Prüfungsschwerpunkt für dieses Jahr festgelegt hatte. Weiterlesen

Tickende Zeitbombe Goodwill – Es ist nur eine Frage der Zeit…

Der gute alte Goodwill. Ein ewiges Sorgenkind. Die Diskussionen um die Wiedereinführung der planmäßigen Abschreibung nach IFRS sind in vollem Gange. Wieder einmal. Selbst die DPR alias „Bilanzpolizei“ hat das erkannt und die Werthaltigkeit des Goodwills als Prüfungsschwerpunkt für das kommende Jahr festgelegt. Gut so, wie ein Blick in die Geschäftsberichte des DAX für die Saison 2018 schaut. Aber nun der Reihe nach. Weiterlesen

Serie Bilanzskandale: Kein Kavaliersdelikt – die deutsche Rechtslage

Vielleicht habe Sie vor einigen Monaten den Film und die Doku von „Big Manni“ gesehen. Der Fall rund um den Bilanzskandal bei dem badischen Unternehmen Flowtex, deren Horizontalbohrer tatsächlich weder funktioniert hat noch im Einsatz waren. Big Manni alias Manfred Schmider wirkt in der Doku sympathisch. Etwas Sympathie kann sich der Zuschauer kaum verkneifen.

Weder Ordnungswidrigkeit noch Kavaliersdelikt

Die Geschädigten waren in diesem Fall hauptsächlich Banken, die Mitarbeiter haben ihre Gehälter bekommen. Daher melden diese sich auch sehr positiv zu Wort. Der Charme von Big Manni kommt an, auch beim Zuschauer. Dabei vergisst man allerdings: Bilanzfälschung ist weder eine Ordnungswidrigkeit noch ein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Die Tatbegehung kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden. Weiterlesen

Alle Jahre wieder – Prüfungsschwerpunkte der DPR für 2020 veröffentlicht

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat Anfang der Woche ihre Prüfungsschwerpunkte für das kommende Jahr veröffentlicht. Dabei ist eigentlich keines der Themen sonderlich überraschend. Wie sich auch hier wieder einmal zeigt: Das immaterielle Vermögen bedarf einer besonderen Behandlung.

Wie sagte einst schon die Koryphäe Moxter: Immaterielles Vermögen ist das „Sorgenkind“ des Bilanzrechts. So schnell wird sich daran nichts ändern, da durch die digitale Transformation immaterielles Vermögen weiter an Bedeutung zunehmen wird.

Leasing, Erlöse aus Verträgen mit Kunden und Finanzinstrumente wieder dabei

Wie auch im Vorjahr wurden die Themen Leasing, Erlöse aus Verträgen mit Kunden und Finanzinstrumente in die Prüfungsschwerpunkte mit aufgenommen. Beim Leasing wird es nunmehr nicht mehr um die Anhangangaben mit den erwarteten Auswirkungen der Neuregelung des IFRS 16 gehen, sondern um die konkrete Anwendung des neuen Standards. Im DAX hat mit Ausnahme der Deutschen Post kein Unternehmen diesen Standard freiwillig vorzeitig angewendet. Weiterlesen