Serie „Bilanzskandale“: Manipulation des Lageberichts

Das Jahresende 2017 hat einen neuen Bilanzskandal zutage befördert. Steinhoff. Im Dezember hatte ich bereits darüber berichtet. Noch immer läuft der Google-Alert heiß. Letzte Klappe des ersten Teils. Manipulation des Lageberichtes. Ja, das geht. Nachweisbarkeit? Teilweise schwierig. Schauen wir die Details an.

Im Forschungs- und Entwicklungsbericht kann die Manipulation durch die Falschangabe der Marktchancen eines Produktes erfolgen, z.B. beim Entwicklungsstand. Dies ist keine Anstiftung zur Bilanzfälschung. Ganz im Gegenteil. Es soll gezeigt werden, worauf der Bilanzleser achten sollte, wenn er Bilanzmanipulation vermutet.

Zurück zu unserem Beispiel aus der Pharmaindustrie. Laut (nicht korrektem) Bericht befindet sich ein Medikament kurz vor der Zulassung. In der Realität dümpelt es jedoch noch in der ersten Phase der Medikamentenentwicklung herum. Nicht entscheidend? Weit gefehlt. Derartige Angaben rücken die Zukunftschancen des Medikamentes in ein völlig anderes Licht. Die Erfolgsaussichten eines Medikamentes in der ersten Phase sind noch sehr gering im Gegensatz zu einem Medikament kurz vor der Zulassung. Weiterlesen

Jahresrückblick 2017: Was die Welt der Bilanzen in diesem Jahr beschäftigt hat

Die Zeit rast. 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Lassen Sie uns einen Blick auf das „alte“ Jahr werfen.

Fangen wir mit den positiven Aspekten an:

Schwellenwerte für GWG:
Der nächste runde Geburtstag der Schwellenwerte für geringwertige Wirtschaftsgüter fällt aus. Die Schwellenwerte werden seit mehr als 50 Jahren endlich wieder angehoben. Das war dringend notwendig. Eine regelmäßige Anpassung in der Zukunft ist wünschenswert. Nur leider sind wir derzeit nicht bei „Wünsch dir was“, sondern bei „Wünsch dir eine Regierung“. Weiterlesen

Update „Bilanzdelikte“: Von wegen ruhiges Jahresende

Bilanzfälschung bei Poco sorgt für Wirbel

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Eine Zeit, in der man noch einmal in aller Ruhe das bald endende Jahr Revue passieren lässt. Ruhe? Weit gefehlt. Seit mehr als zwei Wochen läuft bei mir der Google-Alert mit dem Stichwort “Bilanzfälschung” auf Hochtouren. Stichwort „Poco“. Noch nie gehört? Die Werbung von Poco kennen Sie vielleicht. Keine Werbung, die man sich öfters ansehen kann. Ich zumindest nicht.

Vernichtung von Börsenwerten in Milliardenhöhe. Testate der Wirtschaftsprüfer werden angezweifelt. Kreditwürdigkeit vergleichbar mit dem einer Mülltonne. Übertreibungen? Leider nicht. Innerhalb kürzester Zeit wurden mehr als 13 Milliarden Euro an Börsenwerten vernichtet. Eine Unsumme. Dafür kann man vielleicht 1,5 Flughäfen à la Berlin bauen. Zu optimistisch? Nun, für einen reicht es vielleicht. Weiterlesen

Serie „Bilanzskandale“: Bilanzfälschung im Anhang des Jahresabschlusses

Manipulationen im Anhang? Geht das? Aber ja. Durch falsche bzw. fehlende Informationen wird die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens besser dargestellt als sie tatsächlich ist. Wenn gefälscht wird, dann muss alles zueinanderpassen. Oder wie schrieb vor einiger Zeit ein Studierender: „Bilanzfälschung ist aufwendig“.

Keine Sorge, ich hatte in der Vorlesung nicht zur Bilanzfälschung ermuntert. Im Gegenteil. Ziel war, zwischen Bilanzfälschung und Bilanzkosmetik zu unterscheiden. Anhand von Geschichten zu Big Manni von Flowtex lassen sich einige Beispiele der Bilanzfälschung verständlich erläutern. So bleiben die Inhalte bei den Zuhörern hängen.

Zurück zum Anhang. Weiterlesen

Auch “Einfaches” will gelernt sein: Finanzinformationen verständlich präsentieren

Kurz und knapp. Verständlich. Erläuterung grafischer Darstellungen. Kein Fachchinesisch. Kurze Beschreibung der Ergebnisse und deren Auswirkungen. So wünscht man sich die Darstellung von Finanzinformationen. In der Realität ist dies leider oft nicht der Fall.

Nur wer verstanden wird, dem wird auch zugehört. Andernfalls verliert das Publikum schnell die Aufmerksamkeit und das Interesse. Ein Griff zum Smartphone und der Zuhörer ist nur noch physisch anwesend. Kann dies gewünscht sein? Nein, sicherlich nicht.

Was ist zu tun? Führungskräfte, die Finanzinformationen präsentieren müssen, sollten entsprechende Weiterbildungen erhalten. Eine verständliche Information wird ihr Publikum nicht erreichen, wenn sie lediglich abgelesen wird. Auch wenn der Redner sich nicht alles merken kann: Weiterlesen

Nachhaltigkeitsbericht: Nicht mehr als eine Image-Broschüre?

Das Thema Nachhaltigkeit hat neben der Digitalisierung einen festen Platz in unserem Sprachgebrauch gewonnen. Plötzlich erscheint jedes Unternehmen in irgendeiner Art und Weise nachhaltig zu sein. Und so erscheinen zunehmend Nachhaltigkeitsberichte. Da liegt doch die Vermutung nahe, dass bei dieser Gelegenheit mehr oder weniger umfänglich Image-Pflege betrieben wird. Unter einem schönen Begriff, der natürlich mit Anglizismen angereicht wird:  CSR. Corporate Social Responsibility. Übersetzung und Definition schwierig – außer, man steckt tiefer in der Materie.

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Serie „Digitalisierung im Rechnungswesen“: Bringt der Umstieg auf elektronische Rechnungen überhaupt Vorteile?

Ja. Auf alle Fälle. Kostensenkung. Beschleunigung der Prozesse. Entlastung der Mitarbeiter. Schnellere Bearbeitung. Kein Verstreichen der Skontofrist mehr. Etwas viel auf einmal? Keine Sorge. Eine detaillierte Betrachtung erfolgt.

Die Papierrechnung ist laut aktueller Umfragen immer noch die Form, die von mehr als der Hälfte der Unternehmen bevorzugt wird. Wieso eigentlich? Papier sieht man. Man kann es anfassen. Es ist vorhanden. Der Umstieg auf eine pdf-Rechnung ist ungewohnt. Ist diese überhaupt rechtssicher? Der Jahreswechsel steht bald an. Und damit sicherlich auch ein Überdenken der Prozesse und Abläufe im Unternehmen. Ein neues Jahr ist immer eine gute Gelegenheit, Veränderungen anzugehen und umzusetzen. Das ist vielleicht etwas früh mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. Aber diese wollen im Unternehmen geplant sein. Je nach Größe des Unternehmens müssen für die Umstellung der einzelnen Prozesse wenige Wochen bis mehrere Monate veranschlagt werden. Weiterlesen

Vorstandsvergütung faireinfachen – Neues ist nicht immer besser

Vorstandsvergütung. Ein heißes Thema. Erfolgsabhängige Vergütung. Langfristiger Erfolg des Unternehmens. An Brisanz hat das Thema die letzten Jahre keinesfalls verloren. Allenfalls an Einfachheit. Aber nun der Reihe nach.

Vorstände wurden früher nicht nur mit einem Fixum, sondern einer erfolgsabhängigen Vergütung entlohnt. An sich eine gute Sache. Nur setzt dies aus Sicht eines Ökonomen falsche Anreize. Es werden Investitionen getätigt, die kurzfristig zu höheren Gewinnen führen. Die Bilanzpolitik wird so ausgeübt, um den Gewinn kurzfristig hoch auszuweisen. So werden beispielsweise außerplanmäßige Abschreibungen vermieden. Alles im Rahmen des Erlaubten, versteht sich. Was heißt das langfristig? Das ist laut den Ökonomen einem Vorstand egal. Denn bis dahin ist er sowieso schon weg. Lösung? Vorstand am langfristigen Erfolg beteiligen, um das Problem zu verringern. Weiterlesen

Serie „Bilanzskandale“: Manipulation der Gewinn- und Verlustrechnung

Manipulation der GuV. Höherer oder niedrigerer Gewinn? Das ist hier die Frage. In der Regel soll die Lage des Unternehmens besser dargestellt werden als sie tatsächlich ist. Wieso? Um attraktiv zu sein für einen Börsengang. Siehe Hess AG. Um Kredite zu erhalten für „Investitionen“ alias „Finanzierung des privaten Lebensunterhalts“. Siehe Flowtex. Aufgepumpt werden in diesen Fällen meistens die Umsatzerlöse.

Wieso sollten die Aufwendungen höher ausgewiesen werden, als sie tatsächlich sind? Dann wenn sich jemand bereichern will auf Kosten des Unternehmens. Also die Bezahlung einer fiktiven Rechnung wird auf das Konto das eigene Konto umgeleitet. Wer ist dieser Jemand? Ein Mitarbeiter in der Buchhaltung oder sein Vorgesetzter? Weiterlesen

Big Data: Chancen und Risiken für die Wirtschaftsprüfung

Zunehmende Anforderungen an den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer

Industrie 4.0. Digitalisierung. Die Themen finden sich nahezu in jeder Tageszeitung wieder. Und wir sind erst am Anfang. Veränderung der Geschäftsmodelle. Cloud Computing. Big Data. Auch die Wirtschaftsprüfung muss diesen Veränderungen begegnen.

Wirtschaftsprüfer werden zunehmend mit großen Datenmengen konfrontiert. Die Anzahl der Geschäftsvorfälle, die Gegenstand der Prüfung sein können, wird aufgrund von Big Data erhöht. Positiv hervorzuheben ist, dass die Prüfungsqualität durch die Nutzung der neuen Möglichkeiten steigt. Vorausgesetzt, sie können angewendet werden. Um Risiken oder ungewöhnliche Vorfälle aufdecken zu können, müssen Wirtschaftsprüfer zum einen das notwendige Fachwissen haben. Dies führt zu steigenden Anforderungen an den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer. Neben der Unmenge an Fachwissen werden immer mehr spezielle IT-Kenntnisse, aber auch Fähigkeiten zur Datenanalyse und damit statistische Fachkenntnisse benötigt. Weiterlesen