Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit mit Lohnsteuerabzug und haben Ehegatten die Steuerklassenkombination III/V gewählt, so gilt eine Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung (§ 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG). Was aber geschieht, wenn die Steuererklärungen über mehrere Jahre hinweg nicht abgegeben werden? Etwas salopp gesagt: Die Steuerpflichtigen erhalten einen Brief des Finanzamts, mit dem sie höflich, aber bestimmt aufgefordert werden, die Steuererklärungen nachträglich einzureichen. Nächste Frage: Für wie viele Jahre müssen Erklärungen erstellt werden? Die Antwort: Das Finanzamt will Erklärungen für bis zu acht, wenn nicht gar für bis zu 13 Jahre haben. Diese...
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Ab dem 1.7.2026 haben Minijobber erstmals die Möglichkeit, zur Rentenversicherungspflicht zurückzukehren. Wie funktioniert die Aufhebung der Befreiung und was haben Minijobber davon? Hintergrund Minijobs sind bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern vor allem wegen der damit verbundenen Flexibilität beliebt. Teil dieser Flexibilität ist es, dass die monatliche Verdienstgrenze des Minijobbers unter bestimmten Bedingungen überschritten werden darf, auch im Jahr 2026. Die Geringfügigkeitsentgeltgrenze bei Minijobs ist an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Minijobs unterliegen seit 2013 der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Arbeitgeber zahlen für ihre Minijobber einen Pauschalbeitrag. Die Minijobber selbst zahlen zusätzlich einen Eigenbeitrag. Dadurch kommen sie in den Genuss des vollen Schutzes der...
Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...
Nachlassverbindlichkeiten mindern die erbschaftsteuerliche Bemessungsgrundlage. Doch darüber, was Nachlassverbindlichkeiten tatsächlich sind, kann es heftigen Streit mit dem Finanzamt geben. Denn es gibt abziehbare „echte“ Nachlassverbindlichkeiten (also insbesondere übernommene Schulden), abzugsfähige Nachlassregelungskosten und – nicht abziehbare – Nachlassverwaltungskosten. Zu den Nachlassregelungskosten gehören unter anderem Kosten für die Bestattung des Erblassers, die Kosten für ein angemessenes Grabdenkmal, eventuell Kosten der Wohnungsauflösung sowie die Aufwendungen für die übliche Grabpflege. Darunter fallen aber auch die Kosten, die „dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erwerbs entstehen“. Diese können in der nachgewiesenen Höhe berücksichtigt...
Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...
Nach jahrelangem Streit haben sich die EU und die Mitgliedstaaten jetzt geeinigt: Die Fluggastrechteverordnung wird angepasst – Flugreisende profitieren. Was ist zu beachten? Hintergrund Flugreisende kennen den Ärger: Der Abflug verspätet sich, der Anschlussflug ist weg oder das Gepäck kommt erst Tage später an. In solchen Fällen schützt die EU-Fluggastrechteverordnung die Passagiere. Die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 schützt Passagiere bei Flugverspätungen über 3 Stunden, Annullierungen und Nichtbeförderung. Sie garantiert Betreuungsleistungen und pauschale Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro, sofern das Verschulden nicht bei außergewöhnlichen Umständen (wie Streik der Flugsicherung oder Unwetter) liegt. Die Regeln betreffen Flüge von EU-Fluggesellschaften und solche von...
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