Ist die Besteuerung von Kapitalerträgen ohne Berücksichtigung des realen und inflationsbedingten Kaufkraft- und Vermögensverlustes mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben des Leistungsfähigkeitsprinzips und der Eigentumsgarantie vereinbar? Diese Frage muss alsbald der BFH beantworten. Das Aktenzeichen des Verfahrens lautet VIII R 11/26. Die Vorinstanz, das Thüringer FG, hat eine „inflationsbereinigte Besteuerung“ – wenig überraschend – abgelehnt (Urteil vom 28.1.2026, 3 K 328/25). Der Sachverhalt in aller Kürze – negative Kapitalerträge? Die Kläger erzielten in 2021 und 2022 zwar Kapitalerträge, doch sie wollten gleichzeitig „negative Kapitalerträge“ in Höhe von jeweils 8.000 Euro gegenrechnen. Sie trugen vor: Bezogen auf das zum Jahresbeginn 2021 in Kapitalanlagen...
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Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...
Für ein Kind zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr erhalten die Eltern Kindergeld, wenn es sich noch in der Berufsausbildung befindet. Zum Streit mit der Familienkasse oder dem Finanzamt kommt es oft, wenn es um die Frage geht, ob eine Zweitausbildung oder ein Zweitstudium noch zur Kindergeldberechtigung führt. Zuweilen ist aber auch streitbefangen, ob überhaupt eine „Ausbildung“ vorliegt – so in einem Fall, den das FG Münster nun zulasten der Eltern entschieden hat. Danach gilt: Wer nach einem abgeschlossenen Bachelor-Studium ein zweijähriges Volontariat antritt und hierfür ein monatliches Grundgehalt von 2.725 Euro erhält, befindet sich auch dann nicht in...
Die Diskussion über eine Zuckersteuer bekommt eine neue Wendung. Noch vor wenigen Monaten stand vor allem die Frage im Raum, ob Deutschland eine Abgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke braucht. Inzwischen werden die Überlegungen konkreter – und zugleich breiter. Nach einem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums könnten künftig nicht nur klassische Limonaden, sondern auch Getränke mit Süßungsmitteln, Nektare, Smoothies, Milchmischgetränke oder pflanzliche Drinks in die Besteuerung einbezogen werden. Selbst „Zero“-Produkte könnten damit steuerpflichtig werden. Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich: Zuckersteuer auf ein Getränk ohne Zucker? Bei näherem Hinsehen könnte gerade darin aber eine sinnvolle Weiterentwicklung des Ansatzes liegen. Entscheidend ist nämlich,...
Das FG darf die von den Gutachterausschüssen nach § 183 Abs. 1 Satz 2 BewG mitgeteilten Vergleichspreise dem Vergleichswertverfahren grundsätzlich ohne weitere Sachaufklärung zugrunde legen, ohne dabei gegen seine Amtsaufklärungspflicht zu verstoßen. Anlass für eine gerichtliche Überprüfung der mitgeteilten Vergleichspreise besteht nur dann, wenn Verstöße bei der Ermittlung der Vergleichspreise substantiiert geltend gemacht werden oder offensichtlich sind. So lautet ein aktuelles Urteil des BFH vom 11.3.2026 (II R 6/23). Kurz zum Hintergrund: Wenn Immobilien vererbt oder verschenkt werden, muss für Zwecke der Erbschaft- oder Schenkungsteuer ein Wert ermittelt werden. Je nach Art der Immobilie gibt es dazu unterschiedliche Bewertungsmethoden. Erben...
Mehr Flexibilität und weniger Bürokratie verspricht die Änderung des Steuerberatergesetzes, die die Bundesregierung 2026 beschlossen hat. Die Maßnahmen treten nun nach und nach in Kraft – die meisten von ihnen am 1.9.2026. Hintergrund Mit dem Neunten Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes sollen die Regelungen für die Steuerberatung modernisiert, vereinfacht und von Bürokratie befreit werden. Das Bundeskabinett hatte den Gesetzentwurf bereits am 14.1.2026 beschlossen, der Bundestag stimmte am 24.4.2026 zu. Allerdings verweigerte dann der Bundesrat seine Zustimmung aufgrund der im Gesetzentwurf enthaltenen sog. Entlastungsprämie verweigert – ich hatte dazu im Blog berichtet. Auf abermalige Initiative der Bundesregierung wurde das Gesetz –...
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