Die Diskussion über eine Zuckersteuer bekommt eine neue Wendung. Noch vor wenigen Monaten stand vor allem die Frage im Raum, ob Deutschland eine Abgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke braucht. Inzwischen werden die Überlegungen konkreter – und zugleich breiter. Nach einem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums könnten künftig nicht nur klassische Limonaden, sondern auch Getränke mit Süßungsmitteln, Nektare, Smoothies, Milchmischgetränke oder pflanzliche Drinks in die Besteuerung einbezogen werden. Selbst „Zero“-Produkte könnten damit steuerpflichtig werden. Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich: Zuckersteuer auf ein Getränk ohne Zucker? Bei näherem Hinsehen könnte gerade darin aber eine sinnvolle Weiterentwicklung des Ansatzes liegen. Entscheidend ist nämlich,...
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Das FG darf die von den Gutachterausschüssen nach § 183 Abs. 1 Satz 2 BewG mitgeteilten Vergleichspreise dem Vergleichswertverfahren grundsätzlich ohne weitere Sachaufklärung zugrunde legen, ohne dabei gegen seine Amtsaufklärungspflicht zu verstoßen. Anlass für eine gerichtliche Überprüfung der mitgeteilten Vergleichspreise besteht nur dann, wenn Verstöße bei der Ermittlung der Vergleichspreise substantiiert geltend gemacht werden oder offensichtlich sind. So lautet ein aktuelles Urteil des BFH vom 11.3.2026 (II R 6/23). Kurz zum Hintergrund: Wenn Immobilien vererbt oder verschenkt werden, muss für Zwecke der Erbschaft- oder Schenkungsteuer ein Wert ermittelt werden. Je nach Art der Immobilie gibt es dazu unterschiedliche Bewertungsmethoden. Erben...
Mehr Flexibilität und weniger Bürokratie verspricht die Änderung des Steuerberatergesetzes, die die Bundesregierung 2026 beschlossen hat. Die Maßnahmen treten nun nach und nach in Kraft – die meisten von ihnen am 1.9.2026. Hintergrund Mit dem Neunten Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes sollen die Regelungen für die Steuerberatung modernisiert, vereinfacht und von Bürokratie befreit werden. Das Bundeskabinett hatte den Gesetzentwurf bereits am 14.1.2026 beschlossen, der Bundestag stimmte am 24.4.2026 zu. Allerdings verweigerte dann der Bundesrat seine Zustimmung aufgrund der im Gesetzentwurf enthaltenen sog. Entlastungsprämie verweigert – ich hatte dazu im Blog berichtet. Auf abermalige Initiative der Bundesregierung wurde das Gesetz –...
Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...
BFH-Verfahren VIII R 13/24 zu Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwand eines selbständigen Lotsen Hamburg und die Seefahrt gehören zusammen. Wer an der Elbe einem Containerschiff beim Einlaufen zusieht, denkt vermutlich nicht zuerst an das Einkommensteuerrecht. Dabei befindet sich auf der Brücke möglicherweise ein durchaus interessantes steuerliches Problem. Denn irgendwann kommt der Lotse an Bord. Seelotsen beraten die Schiffsführung auf anspruchsvollen Revieren. Ihr Arbeitsplatz ist kein klassisches Büro. Sie arbeiten auf wechselnden Schiffen innerhalb eines bestimmten Lotsbezirks. Aber wann befindet sich ein selbständiger Lotse steuerlich eigentlich auf einer Auswärtstätigkeit? Mit dieser Frage beschäftigt sich der BFH im Verfahren VIII R 13/24. Vorinstanz ist...
Für ein Kind zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr, das sich in einer Berufsausbildung befindet, besteht Anspruch auf Kindergeld bzw. einen Kinderfreibetrag. Manchmal hegen die Familienkassen allerdings Zweifel an der Ernsthaftigkeit einer Ausbildung. Dann müssen die Eltern und ihre Kinder darlegen, dass die Ausbildung tatsächlich auf einen Beruf vorbereitet und mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben wird. Im Jahre 2025 hat FG Münster entschieden, dass auch ein Studium an einer privaten Fernuniversität als ernsthaft betrieben gelten kann, so dass den Eltern das Kindergeld zusteht (FG Münster, Urteil vom 5.2.2025, 7 K 1522/24 Kg, AO). Nun hat das FG Münster seine...
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Dr. Carola Rinker 28. August 2026
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Wenn der Arbeitsplatz ein Hafen ist – was Lotsen uns über Reisekosten lehren
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