Erster FG-Beschluss zu privaten Veräußerungsgeschäften mit Kryptowährungen

Mit dem in einem Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes ergangenen Beschluss vom 20. Juni 2019 (Az. 13 V 13100/19) dürfte das FG Berlin-Brandenburg die Frage, ob virtuelle Kryptowährungen ein steuerfreies Paradies sind, beendet haben.

Das FG Berlin-Brandenburg hatte sich im Kern mit der Frage auseinanderzusetzen, ob

  • Bitcoins Wirtschaftsgüter darstellen und ob
  • ein erzielter Veräußerungsgewinn als Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften zu versteuern ist.

Gegen eine solche Einstufung, respektive Besteuerung, führten die Steuerpflichtigen an, Bitcoins würden keine Wirtschaftsgüter darstellen. Weiterlesen

Humankapitalentwicklung – Studie im Kreditgewerbe während der Finanzkrise

In Zeiten des digitalen Wandels gewinnt das Humankapital für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. In einer Studie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Praxis der Internationalen Rechnungslegung“ stellt Aileen Kleenlof ihre Studienergebnisse zur Humankapitalentwicklung im deutschen Kreditgewerbe während der Finanzkrise dar.

Was mich daran besonders freut: Die Bachelorarbeit habe ich betreut und sie hat die Studienergebnisse nun praxisnah aufbereitet und veröffentlicht. Somit steht die empirische Analyse der Allgemeinheit zur Verfügung.

Wesentliche Untersuchungsergebnisse

Untersucht wurden fünf Unternehmen im Kreditgewerbe über mehrere Jahre während der Finanzkrise. Anders als Pressemeldungen vermuten ließen, haben nicht alle Unternehmen zur damaligen Zeit mit einem Personalabbau reagiert. Weiterlesen

Serie Bilanzskandale – Wie Mitarbeiter als Werkzeug für Manipulationen eingesetzt werden

Wie die Erfahrung zeigt, gibt es bei Bilanzmanipulationen in den wenigsten Fällen nur einen Täter. Oft werden Mitarbeiter gezielt manipuliert, um durch Versprechungen, wie beispielsweise einem Aufstieg im Unternehmen, für die eigene Zielerreichung eingesetzt werden zu können. Der folgende Beitrag deckt einige Details dazu auf. Weiterlesen

Grunddienstbarkeiten nach IFRS 16 – IFRIC Agenda-Entscheidung

Mit IFRS 16 hat der IASB ein neues Konzept zur Leasingbilanzierung beim Leasingnehmer eingeführt. Danach bilanziert der Leasingnehmer grundsätzlich das Leasingverhältnis als schwebendes Geschäft, indem er ein Nutzungsrecht aktiviert und die Verpflichtung zur Zahlung der Leasingraten passiviert. Zum Konzept und einigen Detailfragen hatte ich schon verschiedentlich Blogs verfasst (siehe unten). Mit der praktischen Anwendung des neuen Nutzungsrechtekonzepts tauchen immer wieder neue Fragen auf, die teils an das IFRIC, das Interpretationskomitee zu den IFRS, herangetragen werden. Jüngst hat sich IFRIC mit der Frage der Abbildung einer Grunddienstbarkeit als Leasingverhältnis befasst. Weiterlesen

Künstliche Intelligenz – Kann sie menschliches Erfahrungswissen bei der Auswertung von Jahresabschlüssen ersetzen?

Das einheitliche europäische Berichtsformat steht vor der Tür und damit auch die Möglichkeiten der digitalen Auswertung von Jahresabschlüssen. Wird die künstliche Intelligenz die Auswertung von Experten überflüssig machen? Ein heiß diskutiertes Thema, wie auch die Pro/Contra-Reihe in der Fachzeitschrift „PiR – Internationale Rechnungslegung“ zeigt. Haaker und Freiberg stellen jeweils immer eine der beiden Positionen zu einem Thema dar.

Automatische Auswertung von Jahresabschlüssen

Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Big Data. Die heutigen digitalen Möglichkeiten können auch für die Auswertung von Jahresabschlüssen genutzt werden. Die Daten der Buchhaltung und somit auch die der Jahresabschlüsse liegen heutzutage ohnehin alle in einer entsprechenden Buchhaltungssoftware vor. Somit müssten die Daten doch eigentlich nur entsprechend in ein Programm hineingespuckt werden, um die gewünschten Auswertungen zu erhalten. Weiterlesen

Nach der E-Bilanz kommt mit ESEF jetzt auch ein elektronisches Berichtsformat für den Kapitalmarkt

Bereits seit einigen Jahren sind bestimmte Steuerpflichtige nach § 5b EStG verpflichtet, ihre Abschlussdaten in einem elektronischen Berichtsformat als E-Bilanz für die Finanzverwaltung aufzubereiten. Die EU hatte mit der Transparenzrichtlinie schon im Jahr 2013 eine Pflicht zur elektronischen Aufbereitung des Jahresfinanzberichts mittels des European Single Electronic Format (ESEF) vorgegeben. Diese Pflicht soll zum 1.1.2020 wirksam werden. Weiterlesen

Trendwende zu mehr Cyberrisiken? – Studie zur Darstellung der Risiken im Lagebericht

Das Thema Cyber-Angriffe hat in der Presse erheblich an Bedeutung gewonnen. Hackerangriffe eines Unternehmens finden sich zunehmend in den Meldungen von Tageszeitungen. Daher müsste das Thema auch bei der Darstellung der Risiken im Lagebericht relevant werden. In einer Studie habe ich untersucht, wie Cyber-Risiken in den Geschäftsberichten von 2018 der DAX-Unternehmen dargestellt werden. Weiterlesen

Serie Bilanzskandale: Warum sich auch die Compliance damit beschäftigen sollte

Die Grenze zwischen Bilanzfälschung und Bilanzkosmetik sind teilweise fließend. Bei der Betrachtung einzelner Praxisfälle von Bilanzfälschung wird jedoch deutlich: Bei den großen Bilanzskandalen wurde die Grauzone zwischen Legalität und Illegalität eindeutig überschritten.

Insbesondere bei einer Abschwächung der Konjunktur – wie dies derzeit der Fall ist – besteht der Anreiz, den Ermessensspielraum auszunutzen. So kann die derzeitige Lage des Unternehmens etwas aufgehübscht werden mit Hilfe der „Tablette“ Bilanzkosmetik. Es ist nachvollziehbar, dass Unternehmen das Optimum herausholen möchten. Weiterlesen

Ist eine unterlassene Einlage über den formellen Bilanzenzusammenhang erfolgswirksam nachholbar?

Im Rahmen der Grundsätze des formellen Bilanzenzusammenhangs sind fehlerhafte Bilanzansätze aus der Vergangenheit in späteren Veranlagungszeiträumen zu berichtigen. Ist es hiernach aber auch möglich, im Vorjahr nicht geltend gemachte (Sonder-)Betriebsausgaben erfolgswirksam nachzuholen? Nein, so das Urteil des BFH vom 17.6.2019 (IV R 19/16). Weiterlesen

Mitarbeiter sollen zu Werttreibern werden – Operationalisierung wird Konzerne herausfordern

Schaut man sich die ein oder andere Bilanz an, stellt sich die Frage: Was macht den Wert eines Unternehmens heutzutage aus? Das Know-how der Mitarbeiter und vorhandenes Wissen im Unternehmen tauchen jedenfalls nicht auf. Es ist eher umgekehrt: Weiterbildungen der Mitarbeiter und deren Gehälter tauchen negativ in den Zahlen auf und verringern den Gewinn. Der dadurch entstehende Wertzuwachs bleibt ein unbekanntes Wesen. Weiterlesen