Abzinsung von Pensionsrückstellungen – Ist jetzt auch die Steuerbilanz dran?

Im letzten Jahr hatte ich mich in meinen Blogs intensiv mit der Frage der Abzinsung von Pensionsrückstellungen in Zeiten der Niedrigzinsen befasst. Nach intensiver Adressierung des Problems durch die Praxis hatte der Gesetzgeber ein Einsehen und hat die Bestimmung des Diskontierungszinses angepasst, um die Belastung im handelsrechtlichen Jahresabschluss abzumildern. Das Problem existiert jedoch nicht nur in der Handelsbilanz, sondern mit vielleicht sogar größerem Gewicht auch in der Steuerbilanz. Der Vorlagebeschluss eines Finanzgerichts könnte hier Hoffnung für eine Lösung begründen. Weiterlesen

Cyber-Risiken: Zunehmende Bedeutung in der Risikoberichterstattung

Hackerangriffe. Jahresabschlusserstellung. Risikoberichterstattung. Die Hackerangriffe wie beispielsweise im Mai diesen Jahres werden bei einigen Unternehmen sicherlich in der Risikoberichterstattung auftauchen. Als separat dargestelltes Risiko. Mit steigendem Bedeutungsgrad. Mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit. Trend: Risiko steigend.

Auch wenn dies sicherlich nicht bei allen Unternehmen eine zunehmende Bedeutung hat. Es gibt immer mehr Unternehmen, bei dem Hackerangriffe die Existenz gefährden können. Genau dann, wenn ein solcher Angriff den Umsatz beeinflusst. Beispielsweise ein Onlineshop. Wenn dieser nicht online ist, kaufen die Kunden anderswo ein.

SAP stellt im Risikobericht 36 einzelne Risiken dar.

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Dschungel an Weiterbildungsmöglichkeiten für Steuerfachangestellte?

Karriere in der Steuerberatung: Neue Fortbildung zum Fachassistenten für Rechnungswesen und Controlling

Gesetzesänderungen. Weiterbildung. Digitalisierung. Betriebswirtschaftliche Beratung. Die Aufgaben für Steuerberater sind in den letzten Jahren sicherlich nicht weniger geworden. Neben Erstellung von Steuererklärungen und Jahresabschlüssen spielt die betriebswirtschaftliche Beratung eine zunehmende Rolle. Um den steigenden Herausforderungen zu begegnen, wurde von der Bundeskammerversammlung vor kurzem beschlossen, den neuen Fachassistenten für Rechnungswesen und Controlling einzuführen.

Wer kann diese Weiterbildung machen? Ausgebildete Steuerfachangestellte und Fachkräfte mit gleichwertigen Berufsausbildungen wie beispielsweise Bank- und Industriekaufmann. Auch Hochschulabsolventen mit einem dreijährigen Studium werden miteingeschlossen. Begrenzung auf bestimmte Studiengänge? Offenbar nicht. Zumindest habe ich darüber (noch) keine Informationen erhalten. Präzisierung kommt sicherlich noch. Weiterlesen

Serie „Bilanzskandale“: Manipulation der Bilanz

Manipulation der Bilanz. Aber wie? Vermögen wird höher ausgewiesen als es tatsächlich ist. Ausweis von nicht vorhandenem Vermögen. Existierende Verbindlichkeiten werden nicht ausgewiesen. Forderungen werden nicht korrigiert. Notwendige Rückstellungen werden nicht gebildet. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Bilanz zu fälschen. Ziel ist in der Regel, Vermögen höher und Schulden geringer auszuweisen. Die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird folglich erheblich besser dargestellt als sie tatsächlich ist. Der Unternehmer verstößt in diesem Fall gegen alle Grundsätze des HGBs. Denn dieses schreibt einen vorsichtigen Vermögensausweis vor. Bei der Manipulation der Bilanz wird das Unternehmen besser dargestellt. Zu hoch ausgewiesenes Vermögen führt zu einem zu hoch ausgewiesenen Gewinn und damit zu einer höheren Steuerbelastung.

Betrachten wir die Manipulationsmöglichkeiten nun im Einzelnen. Bei der Aktivierung von Vermögen wurden bei den bisherigen Fällen von Bilanzfälschungen unter anderem folgende Tricks angewendet: Weiterlesen

IFRS 15: Verträge mit Garantieleistungen

Bereits in früheren Blogs hatte ich mich mit der Neuregelung zur Erlöserfassung nach IFRS 15 befasst. Heute gehe ich der Frage nach, welche Auswirkungen die gesetzliche Gewährleistung und darüber hinausgehende Garantiezusagen des Leistungserbringers für die Erlöserfassung nach IFRS 15 haben können. Weiterlesen

Goodwill: Never Ending Story – aktuelles Stimmungsbild und Ergebnisse aus 13 Jahren Impairment-Only-Ansatz

Habe ich nicht vor kurzem die Anglizismen kritisiert? Richtig. Und nun verwende ich sie selbst? Ja. Sie ziehen einfach mehr. Auch wenn man den Goodwill einfach mit Geschäfts- oder Firmenwert übersetzen kann: In der deutschsprachigen Literatur hat es sich durchgesetzt, bei IFRS-Diskussionen zum Goodwill den englischen Begriff zu verwenden. Never Ending Story klingt besser als „endlose Geschichte“. Zumindest vermute ich das. Der Titel soll ansprechend sein.

Aber nun zum eigentlichen Thema: Wie steht es um den Goodwill? Seit nunmehr 13 Jahren wird der Goodwill nach IFRS nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Aktuell wird beim IASB der Impairment-Only-Ansatz diskutiert. Wurde aber auch Zeit. Wissenschaftler wie beispielsweise Prof. Dr. Peter Leibfried warnen seit Jahren vor „Luft in den Bilanzen“. Ist das nicht übertrieben? Schauen wir die empirischen Ergebnisse der letzten 13 Jahre an. Weiterlesen

Hauptversammlung digitalisieren: Zukunftsvision Hauptversammlung 2030

Chancen und Risiken einer Live-Video-Hauptversammlung

Digitalisierung. Transparenz. Da passt es doch, die Hauptversammlung zu filmen und auf Youtube hochzuladen. So hat es VW mit Ausschnitten aus der diesjährigen Hauptversammlung praktiziert. Und nicht nur Volkswagen. Es eröffnet sich ein Trend, Teile der Versammlung dort zu veröffentlichen. Das Potenzial wird bisher nur begrenzt genutzt. Die Digitalisierung bietet weitere Möglichkeiten, die Durchführung der Hauptversammlung zu modernisieren. Langfristig können dadurch Kosten verringert werden.

Digitalisierung ist in aller Munde. Gelebt wird sie nicht immer. Datenschutz – das ist oft das Argument. Datenschutz? Ist eine Papierrechnung per Post denn geschützter, wenn sie an den falschen Adressaten gerät? Schluss mit dem Lob: Wir müssen die Digitalisierung endlich vorantreiben. Stichwort Innovationen. Ansonsten droht Stillstand.

Die Kosten für die Durchführung einer Hauptversammlung sind nicht unerheblich. Zumindest mittel- bis langfristig könnte die Nutzung der digitalen Welt die Kosten reduzieren. Es entfallen hohe Kosten für Raummiete, Spesen, Verköstigung der Anwesenden. Andererseits muss eine zuverlässige Software eingesetzt werden, die bei der Einführung mit möglicherweise hohen Kosten verbunden ist.

Wie kann die Hauptversammlung 2030 aussehen? Weiterlesen

Serie „Digitalisierung im Rechnungswesen“: Wozu? Wieso? Wie?

Papierrechnung. Vertraut. Aber nicht mehr zeitgemäß. Elektronische Rechnung. Geht das? Erkennt das Finanzamt sie an? Machen wir nicht. Es vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht doch eine Papierrechnung bekomme. Wo bleiben die Innovationen? Ich habe umgestellt. Auf Digitalisierung. Seit 2017. Wurde auch Zeit. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Die Umwelt freut sich. Wenn ich die Wahl habe, bestelle ich bei Lieferanten, die keine Papierrechnung mehr haben. Zu umständlich. Zu aufwendig. Zu langwierig.

Sicherlich bin ich nicht die Einzige, die mit diesem Thema immer wieder konfrontiert wird. Ich habe den Eindruck, dass viele sich der Umstellung aus Unsicherheit verweigern. Ging doch bisher auch. Ja schon. Aber ist kostenintensiver. Umständlicher. Umweltschädlicher. Und und und. Genügend Gründe also, endlich umzusteigen. Weiterlesen

Variable Erlöse nach IFRS 15

Im letzten Blog hatte ich einen Überblick zum 5-Schritte-Modell des neuen IFRS 15 bei der Erfassung von Erlösen gegeben. Heute greife ich ein besonderes Problem aus dem Regelungsbereich heraus. Wie ist mit der Höhe nach nicht feststehenden, d.h. variablen, Erlösen umzugehen? Weiterlesen

Steuerfalle „BilMoG-Verzeichnis“

Voraussetzung für die Ausübung steuerlicher Wahlrechte ist, dass die Wirtschaftsgüter, die nicht mit dem handelsrechtlich maßgeblichen Wert in der steuerlichen Gewinnermittlung ausgewiesen werden, in besondere, laufend zu führende Verzeichnisse aufgenommen werden (sog. BilMoG-Verzeichnisse).

In den Verzeichnissen sind der Tag der Anschaffung oder Herstellung, die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die Vorschrift des ausgeübten steuerlichen Wahlrechts und die vorgenommenen Abschreibungen nachzuweisen (§ 5 Abs. 1 Satz 2, 3 EStG). Im BMF-Schreiben vom 12.03.2010 (BStBl 2010 I S. 239, TZ. 21) heißt es dazu: „Die laufende Führung des in § 5 Absatz 1 Satz 3 EStG genannten Verzeichnisses ist Tatbestandsvoraussetzung für die wirksame Ausübung des jeweiligen steuerlichen Wahlrechtes.“

In einem sehr lesenswerten Aufsatz in GStB 7/2017, S. 266 führt Dittrich dazu aus, dass fehlerhafte BilMoG-Verzeichnisse großes Konfliktpotenzial in der Betriebsprüfung bergen. Weiterlesen