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NWB Experten-Blog

Bilanzierung

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23. Oktober 2026

Ein Kredit wird nicht deshalb werthaltiger, weil man ihm noch einen weiteren Kredit zur Seite stellt. Klingt banal – ist in der Praxis aber alles andere als einfach. Gerade wenn ein Schuldner in Schwierigkeiten gerät, können zusätzliche Finanzierungen wirtschaftlich sinnvoll sein: Sie verschaffen Zeit, ermöglichen die Fertigstellung eines Projekts oder verhindern einen noch größeren Verlust. Gleichzeitig stellt sich für die Bilanzierung eine entscheidende Frage: Wie lange sind die ursprünglichen Rückzahlungserwartungen noch realistisch? Ein aktueller Fall aus der Immobilienbranche zeigt, wie schnell diese Frage relevant werden kann. Die Deutsche Rück hatte das Berliner Immobilienprojekt „Spreesight“ über Jahre finanziert. Kredite wurden erhöht...

21. Oktober 2026

„Sonstige betriebliche Aufwendungen“ – eine Position, hinter der sich vieles verbergen kann: Rechts- und Beratungskosten, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungen, Verluste aus Schadensfällen oder ganz andere Sachverhalte. Je größer und heterogener eine solche Sammelposition wird, desto schwieriger wird es, ihre wirtschaftliche Bedeutung zu beurteilen. IFRS 18 setzt deshalb nicht nur bei der Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung an. Der Standard enthält auch neue und konkretisierte Grundsätze dafür, wann Informationen zusammengefasst werden dürfen und wann eine stärkere Aufgliederung erforderlich ist. Zusammenfassen ja – aber nicht um jeden Preis Die Grundidee von IFRS 18 ist zunächst plausibel: Nicht jeder einzelne Geschäftsvorfall kann separat im Abschluss...

19. Oktober 2026

Wachstum klingt erst einmal positiv. Mehr Projekte, höhere Investitionsvolumina, neue Gesellschaften. Gerade in der Immobilienbranche hat dieses Modell während der Niedrigzinsphase lange gut funktioniert. Aber starkes Wachstum ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, ob es aus eigener Ertrags- und Finanzkraft getragen wird oder nur so lange funktioniert, wie ständig neues Kapital zufließt. Auf einen besonders eindrücklichen Fall bin ich vor kurzem in einem Handelsblatt-Bericht über die Immobiliengruppe Hedera Bauwert gestoßen. Zeitweise sollen am Unternehmenssitz 87 Gesellschaften aufgeführt gewesen sein. Gleichzeitig spielte hoch verzinstes Mezzanine-Kapital eine wichtige Rolle bei der Finanzierung. Der Fall ist außergewöhnlich. Die dahinterliegende Frage ist es nicht: Woran...

15. Oktober 2026

Manchester City hat sportlich fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Meisterschaften, Pokale, Champions League. Doch derzeit geht es nicht um Tore, sondern um Zahlen – und um die Frage, ob ein Teil des sportlichen Erfolgs auf Finanzdaten beruhte, die besser aussahen als die wirtschaftliche Realität. Ende September hat eine unabhängige Kommission Manchester City wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League schuldig gesprochen. Nach Angaben des Handelsblatts soll der Klub seine Einnahmen über Jahre um insgesamt rund 900 Millionen Pfund künstlich erhöht haben. Das Strafmaß steht noch aus. Im Raum stehen unter anderem massive Punktabzüge oder sogar der...

14. Oktober 2026

Im dritten Teil dieser Serie ging es um die sogenannten vom Management definierten Erfolgskennzahlen – kurz MPMs. IFRS 18 verlangt für solche Kennzahlen künftig zusätzliche Angaben und insbesondere eine Überleitung zu einer vergleichbaren IFRS-Größe. Doch wann liegt überhaupt eine MPM vor? Die Definition klingt zunächst eindeutig. In der praktischen Anwendung stellen sich jedoch schnell Detailfragen. Das zeigt sich bereits vor der verpflichtenden Anwendung von IFRS 18: Das IFRS Interpretations Committee hat sich im Juni 2026 mit ersten Grenzfällen beschäftigt. Dabei ging es unter anderem um vertrauliche Investorenpräsentationen und um Kennzahlen, die sogar hypothetische Erträge sowie Aufwendungen enthalten. Drei Voraussetzungen für...

13. Oktober 2026

Ausleihungen gehören zu den Bilanzpositionen, die auf den ersten Blick wenig Aufmerksamkeit erregen. Ein Unternehmen hat Geld verliehen, erhält dafür Zinsen und erwartet irgendwann die Rückzahlung. So weit, so unspektakulär. Doch was passiert, wenn hinter solchen Forderungen riskante Finanzierungen stecken? Und wie viel erfahren die Adressaten eines Jahresabschlusses eigentlich über die damit verbundenen Risiken? Ein Bericht im Handelsblatt über das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein liefert dafür ein interessantes Beispiel. Im Geschäftsbericht 2024 werden unter anderem Ausleihungen an verbundene Unternehmen von rund 94 Millionen Euro sowie „übrige Ausleihungen“ von rund 420 Millionen Euro ausgewiesen. Eine dem Handelsblatt vorliegende Risikoanalyse zum Jahresende...

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