Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“. Ein Beitrag von:...
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Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....
Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...
„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...
Was der Bestätigungsvermerk der 12.18 Investment Management GmbH über die Grenzen der Abschlussprüfung verrät. Nach Unternehmenskrisen richtet sich der Blick häufig auf Vorstände, Aufsichtsräte oder Investitionsentscheidungen. Auch im aktuellen Fall des Versorgungswerks der Berliner Zahnärztekammer (VZB) stehen mutmaßliche Pflichtverletzungen der Verantwortlichen im Fokus. Das VZB war an der 12.18 Investment Management GmbH beteiligt. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick in den letzten veröffentlichten Bestätigungsvermerk der Gesellschaft. Denn dort findet sich eine ungewöhnlich deutliche Warnung der Abschlussprüfer, die heute besondere Aufmerksamkeit verdient. Der zuletzt veröffentlichte Jahresabschluss der 12.18 Investment Management GmbH stammt aus dem Geschäftsjahr 2023. Er weist einen Jahresfehlbetrag von...
In den USA wird derzeit über eine Lockerung der Berichtspflichten börsennotierter Unternehmen diskutiert. Nach einem Vorschlag der US-Börsenaufsicht SEC sollen Unternehmen künftig statt vierteljährlich nur noch halbjährlich berichten müssen. Das Ziel: weniger Bürokratie und geringere Kosten. Die Debatte wirft jedoch eine grundsätzliche Frage auf: Wer profitiert eigentlich von weniger Transparenz? Befürworter der bisherigen Quartalsberichterstattung warnen davor, dass insbesondere Kleinanleger benachteiligt werden könnten. Institutionelle Investoren verfügen häufig über eigene Analystenteams, direkte Kontakte zum Management und umfangreiche Datenquellen. Privatanleger hingegen sind oft auf öffentlich verfügbare Informationen angewiesen. Werden Berichtsintervalle verlängert, könnte sich diese Informationslücke weiter vergrößern. Für Bilanzleser stellt sich jedoch noch...
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