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Bilanzierung

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4. Mai 2026

Wirecard war der Weckruf, den niemand gebraucht hätte. Der Skandal zeigte, dass das alte System der Bilanzkontrolle mit der privaten DPR und der Bafin nicht schlagkräftig genug war. Seit 2022 liegt die Verantwortung deshalb vollständig bei der Bafin. Einer der zentralen Verantwortlichen ist Thorsten Pötzsch: Jurist, früher unter anderem bei RWE, im Bundesfinanzministerium und Kanzleramt tätig, heute Bafin-Exekutivdirektor für Wertpapieraufsicht und damit auch oberster Bilanzkontrolleur. Seine Bilanz im Handelsblatt fällt deutlich aus: Von 178 geprüften Jahresabschlüssen beanstandete die Bafin 50 wegen wesentlicher Fehler. Fast jede dritte geprüfte Bilanz weist also Mängel auf. Das kann man positiv lesen: Die Kontrolldichte ist...

24. April 2026

Wenn Unternehmen über Innovation sprechen, geht es schnell um Milliardenbeträge. Neue Software, neue Plattformen, neue Antriebe – all das kostet Geld. Viel Geld. In der Bilanz tauchen diese Ausgaben aber oft gar nicht als Aufwand auf. Stattdessen erscheinen sie als immaterieller Vermögenswert in der Bilanz. Der Grund: aktivierte Entwicklungskosten. Und damit wird aus einem Aufwand plötzlich ein Vermögenswert. Zumindest bilanziell. Forschung ist Aufwand – Entwicklung manchmal nicht Die Grundregel der Rechnungslegung klingt zunächst einfach. Forschungskosten sind immer Aufwand. Sie werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Entwicklungskosten dagegen können – oder müssen – aktiviert werden. Voraussetzung ist, dass ein...

22. April 2026

Die Warnsignale waren da – nur erkennt sie kaum jemand Der Prozess vor dem Landgericht Fulda rund um mögliche Bilanzmanipulationen bei der R+S Group, über den unter anderem die Fuldaer Zeitung berichtete, kreist um zentrale Fragen der Verantwortlichkeit und Bewertung. Doch unabhängig vom juristischen Ausgang stellt sich aus fachlicher Sicht eine andere, fast wichtigere Frage: Hätte man die Entwicklung früher erkennen können? Die unbequeme Antwort lautet häufig: ja. Nicht, weil Manipulationen offensichtlich gewesen wären. Sondern weil Bilanzprobleme sich selten plötzlich zeigen. Sie kündigen sich meist durch eine Reihe kleiner Unstimmigkeiten an – Warnsignale, die einzeln erklärbar wirken, in ihrer Kombination...

20. April 2026

Ein gefeierter Unternehmer, ein globaler Erfolg – und am Ende ein Bilanzskandal. Der Fall Nidec zeigt einmal mehr: Probleme entstehen selten in der Buchhaltung. Sie entstehen dort, wo Druck beginnt – und wo er über Jahre hinweg Teil des Systems wird. Ein Blick auf den Fall Der japanische Elektromotorenhersteller Nidec, gegründet von Shigenobu Nagamori, steht im Zentrum eines Bilanzskandals. Über Jahre hinweg – konkret zwischen 2011 und 2020 – sollen Verluste und Unregelmäßigkeiten systematisch verschleiert worden sein. Auslöser der Aufarbeitung waren zunächst Auffälligkeiten in einer chinesischen Tochtergesellschaft. Im Zuge interner Untersuchungen wurde jedoch deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle...

15. April 2026

Der Buchhalter als Sündenbock? Im Verfahren vor dem Landgericht Fulda rund um mögliche Bilanzmanipulationen bei der R+S Group steht nicht nur die Frage im Raum, ob Zahlen falsch dargestellt wurden. Ebenso zentral ist die Frage: Wer trägt dafür eigentlich die Verantwortung? Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Aussage eines ehemaligen Buchhalters, über die unter anderem die Fuldaer Zeitung berichtete. Er schilderte, Zahlen entsprechend bestimmter Erwartungen erstellt zu haben. Damit rückt eine Konstellation in den Mittelpunkt, die bei Bilanzskandalen immer wieder zu beobachten ist: Am Ende steht häufig das Rechnungswesen im Fokus – während die eigentlichen Ursachen tiefer liegen. Der Buchhalter wird zur...

13. April 2026

Die Bayer AG zeigt für 2025 ein Ergebnis, das auf den ersten Blick stabil wirkt. Doch ein Blick in die GuV offenbart: Die Qualität stimmt nicht. Das „gute“ Ergebnis kommt nicht aus dem Geschäft – sondern aus Sondereffekten. Zahlen, die man gesehen haben muss Ein Blick in den Geschäftsbericht zeigt schnell die zentralen Linien: Der Umsatz ist auf 45,6 Mrd. € zurückgegangen, das EBIT ist mit -1,1 Mrd. € klar negativ und das Konzernergebnis liegt bei -3,6 Mrd. €. Damit bleibt die operative Entwicklung spürbar unter Druck und eine nachhaltige Ergebnisverbesserung ist auf dieser Basis nicht erkennbar. Gleichzeitig fällt eine...

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