Die BaFin stellt erhebliche Fehler im Konzernabschluss der Pentixapharm Holding AG fest. Das Unternehmen sieht keine wesentlichen Auswirkungen auf das operative Geschäft und die Liquidität. Doch wie schwer wiegen die Bilanzierungsfehler tatsächlich? Ein beispielhafter Fall, der einmal mehr zeigt, dass es bei der Bilanzanalyse nicht nur auf die ausgewiesenen Zahlen ankommt, sondern auch darauf, wie diese zustande gekommen sind. 34,7 Millionen Euro zu viel ausgewiesene immaterielle Vermögenswerte. Das ist ein wesentliches Ergebnis der Bilanzkontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bei der Pentixapharm Holding AG. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Höhe der beanstandeten Bilanzansätze, sondern auch die Reaktion des Unternehmens....
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Die Konjunktur liefert derzeit ein widersprüchliches Bild. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 10,6 % zurückgegangen. Ohne Großaufträge betrug das Minus zwar lediglich 0,1 %. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich gingen die Auftragseingänge ohne Großaufträge allerdings ebenfalls zurück. Gleichzeitig ist von einer echten Erholung in der Industrie noch nicht überall etwas zu spüren. Gerade in einem solchen Umfeld lohnt sich ein Blick auf eine Position, die in der GuV gerne etwas untergeht: die Bestandsveränderungen. Denn wenn diese über mehrere Jahre steigen, kann das ein Warnsignal sein. Ein voller Lagerbestand ist noch kein Problem Positive...
Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren? Diese Unterscheidung ist aus der Rechnungslegung gut bekannt. IFRS 18 macht die Sache künftig allerdings etwas differenzierter. Für Aufwendungen der betrieblichen Kategorie verlangt der neue Standard nicht schlicht die Entscheidung für die eine oder die andere Darstellungsform. Unternehmen sollen vielmehr diejenige Struktur wählen, die die nützlichste strukturierte Zusammenfassung ihrer operativen Aufwendungen liefert. Dafür können Aufwendungen nach ihrer Art, nach ihrer Funktion oder nach einer Kombination beider Merkmale dargestellt werden. Gerade diese Kombination – die sogenannte gemischte Darstellung – sorgt schon jetzt für erste Auslegungsfragen. Nach Art oder nach Funktion? Bei einer Darstellung nach der Art der Aufwendungen...
Ein Kredit wird nicht deshalb werthaltiger, weil man ihm noch einen weiteren Kredit zur Seite stellt. Klingt banal – ist in der Praxis aber alles andere als einfach. Gerade wenn ein Schuldner in Schwierigkeiten gerät, können zusätzliche Finanzierungen wirtschaftlich sinnvoll sein: Sie verschaffen Zeit, ermöglichen die Fertigstellung eines Projekts oder verhindern einen noch größeren Verlust. Gleichzeitig stellt sich für die Bilanzierung eine entscheidende Frage: Wie lange sind die ursprünglichen Rückzahlungserwartungen noch realistisch? Ein aktueller Fall aus der Immobilienbranche zeigt, wie schnell diese Frage relevant werden kann. Die Deutsche Rück hatte das Berliner Immobilienprojekt „Spreesight“ über Jahre finanziert. Kredite wurden erhöht...
„Sonstige betriebliche Aufwendungen“ – eine Position, hinter der sich vieles verbergen kann: Rechts- und Beratungskosten, Restrukturierungsaufwendungen, Wertminderungen, Verluste aus Schadensfällen oder ganz andere Sachverhalte. Je größer und heterogener eine solche Sammelposition wird, desto schwieriger wird es, ihre wirtschaftliche Bedeutung zu beurteilen. IFRS 18 setzt deshalb nicht nur bei der Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung an. Der Standard enthält auch neue und konkretisierte Grundsätze dafür, wann Informationen zusammengefasst werden dürfen und wann eine stärkere Aufgliederung erforderlich ist. Zusammenfassen ja – aber nicht um jeden Preis Die Grundidee von IFRS 18 ist zunächst plausibel: Nicht jeder einzelne Geschäftsvorfall kann separat im Abschluss...
Wachstum klingt erst einmal positiv. Mehr Projekte, höhere Investitionsvolumina, neue Gesellschaften. Gerade in der Immobilienbranche hat dieses Modell während der Niedrigzinsphase lange gut funktioniert. Aber starkes Wachstum ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist, ob es aus eigener Ertrags- und Finanzkraft getragen wird oder nur so lange funktioniert, wie ständig neues Kapital zufließt. Auf einen besonders eindrücklichen Fall bin ich vor kurzem in einem Handelsblatt-Bericht über die Immobiliengruppe Hedera Bauwert gestoßen. Zeitweise sollen am Unternehmenssitz 87 Gesellschaften aufgeführt gewesen sein. Gleichzeitig spielte hoch verzinstes Mezzanine-Kapital eine wichtige Rolle bei der Finanzierung. Der Fall ist außergewöhnlich. Die dahinterliegende Frage ist es nicht: Woran...
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