Bei Gerresheimer reißt der Nachrichtenstrom seit Monaten nicht ab. Nun kommt eine weitere Entwicklung hinzu, die für Anleger ein Warnsignal sein dürfte. Ein kurzer Rückblick Bereits im vergangenen Jahr geriet der Verpackungsspezialist für Pharma- und Medizinprodukte zunehmend unter Druck. Mehrere negative Meldungen sorgten für Unsicherheit bei Investoren. Zunächst musste das Unternehmen seine Prognose senken. Grund waren unter anderem schwächere Nachfrage in einzelnen Geschäftsfeldern sowie ein schwierigeres Marktumfeld. Hinzu kamen Untersuchungen der Finanzaufsicht BaFin. Die Behörde prüft die Zwischenabschlüsse des Unternehmens und untersucht unter anderem, ob Umsätze möglicherweise zu früh erfasst wurden. Auch operativ blieb die Lage angespannt: Der Aktienkurs geriet...
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Warum die BaFin-Prüfung bei Gerresheimer größere Fragen aufwirft. Die BaFin weitet ihre Bilanzprüfung bei Gerresheimer deutlich aus. Was mit der Prüfung einzelner Umsätze begann, betrifft inzwischen Leasingverbindlichkeiten, aktivierte Entwicklungskosten, mögliche Wertminderungen und sogar die Risikoberichterstattung. Der Fall zeigt exemplarisch, wie schnell aus technischen Bilanzierungsfragen ein grundlegendes Glaubwürdigkeitsproblem entstehen kann. Was passiert ist Beim Verpackungshersteller Gerresheimer spitzt sich die Bilanzaffäre weiter zu. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat angekündigt, ihre bereits laufende Prüfung des Konzernabschlusses 2023/2024 erheblich auszuweiten und zusätzlich den Halbjahresbericht 2024/2025 einzubeziehen. Ausgangspunkt der Untersuchung waren sogenannte Bill-and-Hold-Umsätze. Dabei werden Umsätze bilanziert, obwohl die Ware noch nicht ausgeliefert wurde....
Die neuen Zahlen der Volkswagen AG zeigen einen deutlichen Gewinneinbruch. Doch wer nur auf das Ergebnis schaut, greift zu kurz. Ein Blick in den Geschäftsbericht zeigt: Hinter den Zahlen stehen nicht nur Sondereffekte – sondern auch interessante Entwicklungen bei den Forschungs- und Entwicklungskosten. Der Ergebniseinbruch hat mehrere Ursachen Beim Umsatz scheint zunächst alles im Rahmen. Die Umsatzerlöse gingen lediglich um 0,8 % zurück, während die Kosten der Umsatzerlöse um rund 2 % gestiegen sind. Die eigentliche Überraschung zeigt sich jedoch beim Ergebnis. Das operative Ergebnis fällt von 19 Mrd. € auf 9 Mrd. € – und damit fast um die...
Key Audit Matters sollen Anlegern zeigen, wo Abschlussprüfer besondere Risiken im Jahresabschluss sehen. In der Praxis liest sich das Ergebnis jedoch häufig erstaunlich beruhigend: Ein Bilanzposten wird als besonders komplex beschrieben – und am Ende heißt es doch, dass die Annahmen des Managements angemessen seien. Die aktuellen Diskussionen um Gerresheimer zeigen, wie interessant diese Prüfungsschwerpunkte sein können. Ein Blick zurück auf den Fall Corestate macht jedoch deutlich: Wenn Wirtschaftsprüfer tatsächlich auf bilanziellen Anpassungen bestehen, wird es schnell ungemütlich und der Abschlussprüfer ist den Mandanten vermutlich los. So zumindest war es bei Corestate, der sich danach einen neuen Abschlussprüfer suchte. Die...
Ein uneingeschränktes Testat gilt für viele Anleger als eine Art Qualitätssiegel für den Jahresabschluss. Doch was bedeutet ein Bestätigungsvermerk tatsächlich – und wo liegen seine Grenzen? Beim Pharma-Verpackungshersteller Gerresheimer zeigt sich gerade, wie schnell ein zuvor geprüfter Bilanzposten plötzlich zum Problem werden kann. Ausgerechnet ein Thema, das der Abschlussprüfer als besonders wichtigen Prüfungsschwerpunkt identifiziert hatte, steht nun im Fokus der Finanzaufsicht. Und plötzlich geht es um eine Wertminderung von bis zu 240 Mio. Euro. Ein uneingeschränktes Testat – und dann? Manchmal lohnt sich ein genauer Blick in den Bestätigungsvermerk eines Abschlussprüfers. Dort stehen oft genau die Themen, die besonders risikobehaftet...
Warum ich meine Einschätzung zur Rechnungslegung bei Gerresheimer korrigiere Wer meine Analysen kennt, weiß: Ich bin in der Regel eher zu kritisch als zu optimistisch. Bei Gerresheimer war es diesmal anders. Vor einigen Monaten habe ich zur Prüfungseinleitung geschrieben, dass Anleger nicht vorschnell in Panik geraten sollten. Rückblickend muss ich sagen: Diese Einordnung war zu optimistisch – und damit ein Irrtum. Denn was zunächst wie ein begrenztes Periodenabgrenzungsthema wirkte, entwickelt sich inzwischen zu einem deutlich breiteren Problem der Rechnungslegung. Umsatzkorrekturen, Bewertungsfragen bei Vorräten, hohe Wertminderungen und schließlich ein verschobener Jahresabschluss zeichnen gemeinsam ein anderes Bild als noch im Herbst. Genau...
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