Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...
Bilanzierung
- All Posts
- Bilanzierung
Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...
Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...
Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...
Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...
NEUESTE BEITRÄGE
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 8. September 2026
Entlastung von Stromkosten: Bundeskabinett will Zuschuss zu Netzentgelten bis 2029 fortsetzen
-
Christian Herold 8. September 2026
Herkunft von Einzahlungen aufs Betriebskonto ist im Zweifel zu belegen
-
Dr. Carola Rinker 7. September 2026
KI in der Abschlussprüfung: Wer prüft die KI?
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 4. September 2026
Bundeskabinett bringt Einkommensteuerreform 2027 auf den Weg – eine erste Bewertung
-
Christian Herold 4. September 2026
Schenkungsteuer anlässlich Grundstücksübertragung ist kein Anschaffungsaufwand
NEUESTE KOMMENTARE
21.08.2026 von Michael Heine
Steuerermäßigungen nach § 35a EStG und § 35c EStG im Vergleich
19.08.2026 von Christian Herold
Darf der ordentliche Steuerpflichtige noch Taxi fahren? (Teil 2)
27.08.2026 von Andreas Irschlinger
1.240 Euro Steuererstattung einfach per App erhalten – was steckt hinter so einer Werbung?