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NWB Experten-Blog

Bilanzierung

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3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

31. Juli 2026

Was der Bestätigungsvermerk der 12.18 Investment Management GmbH über die Grenzen der Abschlussprüfung verrät. Nach Unternehmenskrisen richtet sich der Blick häufig auf Vorstände, Aufsichtsräte oder Investitionsentscheidungen. Auch im aktuellen Fall des Versorgungswerks der Berliner Zahnärztekammer (VZB) stehen mutmaßliche Pflichtverletzungen der Verantwortlichen im Fokus. Das VZB war an der 12.18 Investment Management GmbH beteiligt. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick in den letzten veröffentlichten Bestätigungsvermerk der Gesellschaft. Denn dort findet sich eine ungewöhnlich deutliche Warnung der Abschlussprüfer, die heute besondere Aufmerksamkeit verdient. Der zuletzt veröffentlichte Jahresabschluss der 12.18 Investment Management GmbH stammt aus dem Geschäftsjahr 2023. Er weist einen Jahresfehlbetrag von...

30. Juli 2026

In den USA wird derzeit über eine Lockerung der Berichtspflichten börsennotierter Unternehmen diskutiert. Nach einem Vorschlag der US-Börsenaufsicht SEC sollen Unternehmen künftig statt vierteljährlich nur noch halbjährlich berichten müssen. Das Ziel: weniger Bürokratie und geringere Kosten. Die Debatte wirft jedoch eine grundsätzliche Frage auf: Wer profitiert eigentlich von weniger Transparenz? Befürworter der bisherigen Quartalsberichterstattung warnen davor, dass insbesondere Kleinanleger benachteiligt werden könnten. Institutionelle Investoren verfügen häufig über eigene Analystenteams, direkte Kontakte zum Management und umfangreiche Datenquellen. Privatanleger hingegen sind oft auf öffentlich verfügbare Informationen angewiesen. Werden Berichtsintervalle verlängert, könnte sich diese Informationslücke weiter vergrößern. Für Bilanzleser stellt sich jedoch noch...

28. Juli 2026

Die Diskussion über Elektromobilität wird häufig als industriepolitisches oder technologisches Thema geführt. Tatsächlich ist sie längst auch ein Thema der Rechnungslegung. Die Entwicklung neuer Fahrzeugplattformen erfordert hohe Vorleistungen. Batteriefabriken werden errichtet, Entwicklungsprojekte gestartet und Produktionskapazitäten aufgebaut – oft Jahre bevor die entsprechenden Umsätze erzielt werden. Gerade in der Automobilindustrie entstehen dadurch erhebliche Vermögenswerte, deren Werthaltigkeit von langfristigen Annahmen abhängt: Wie schnell wächst der Markt? Welche Margen lassen sich erzielen? Welche Technologien setzen sich durch? Welche staatlichen Förderungen bleiben bestehen? Ein Beitrag von: Dr. Carola Rinker Vertretungsprofessorin an der DHBW Lörrach im Studiengang BWL (Finanzdienstleistungen) Diplom-Volkswirtin Fachbuchautorin und Referentin mit dem...

24. Juli 2026

Déjà-vu bei Jungheinrich Das hatten wir doch schon einmal. Der aktuelle Fall Jungheinrich erinnert an die Bafin-Prüfung bei Gateway Real Estate. Auch damals ging es um eine Abschreibung, die keineswegs unterlassen worden war. Sie war bereits gebucht – nach Auffassung der Bafin möglicherweise nur zu spät. Nun stellt sich bei Jungheinrich eine ganz ähnliche Frage. Das Unternehmen hat die Wertminderung im Zusammenhang mit dem Verkauf seines Russland-Geschäfts erfasst – allerdings erst im Juli 2025 und damit im zweiten Halbjahr. Die Bafin prüft nun, ob die Abschreibung bereits zum 30. Juni 2025 und damit im Halbjahresabschluss hätte berücksichtigt werden müssen. Es...

24. Juli 2026

Wie Unternehmen BaFin-Entscheidungen kommunikativ einordnen Eine Fehlerfeststellung der BaFin ist für ein Unternehmen keine gute Nachricht. Man kann sie sachlich einordnen, die Konsequenzen erläutern und auf bereits vorgenommene Korrekturen hinweisen. Oder man erzählt die Geschichte etwas anders. Wie das geht, zeigt die Pressemitteilung von Mutares zum Abschluss der Prüfung des Jahresabschlusses 2023. Die Überschrift klingt zunächst unspektakulär: Die BaFin habe die Prüfung abgeschlossen. Im Text wird dann betont, dass die Behörde „eine einzige Feststellung“ getroffen habe. Mit Ausnahme eines fehlenden Vermerks seien sämtliche geprüften Sachverhalte ohne Beanstandung geblieben. Das klingt erst einmal beruhigend. Fast so, als habe das Unternehmen die...

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