Prognosen für das laufende Geschäftsjahr – auf Eis gelegt

Unsicherheit verhindert Planung


Das gab es noch nie: Prognosen sind derzeit nahezu unmöglich. Unternehmen geben nicht nur Pressemitteilungen über sinkende Gewinne und Umsätze für das laufende Geschäftsjahr aus –es mehren sich auch Pressemitteilungen über zurückgezogenen Prognosen.

Besonderheiten der Corona-Krise

Anders als in einer „normalen“ Wirtschaftskrise sind die Prognosen nämlich auch abhängig von den gesetzlichen Einschränkungen in Bezug auf den Shutdown der Wirtschaft. Derzeit gibt es zwar einige Lockerungen: Allerdings kocht hier jedes Bundesland sein eigenes Süppchen, was für Unternehmen weitere Herausforderungen mit sich bringt. Durch den Föderalismus sind die Lockerungen uneinheitlich und erfordern einen immensen Verwaltungsaufwand.

Abgesehen von den vielen unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern wird eine zweite Corona-Welle befürchtet. Sofern diese zu einem erneuten Shutdown führen würde, könnten die Umsätze bei den Unternehmen wieder erheblich einbrechen.

Unsicherheit dominiert

In Gesprächen mit Unternehmern, Führungskräften und Beschäftigten wird auch deutlich: Die Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft ist groß. Geplante Investitionen werden verschoben oder auf Eis gelegt, Neueinstellungen gestoppt oder der Abbau von Personal geplant.

So droht beispielsweise bei der Deutschen Lufthansa nicht nur der Abstieg aus der ersten Börsenliga. Auch die Rückkehr zum Umsatzniveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie wird erst im Jahr 2023 gerechnet. Dann wird das Unternehmen womöglich viel kleiner sein als bisher: Von 10.000 Mitarbeitern zu viel ist derzeit die Rede. Vor dem Hintergrund derartiger Meldungen zeigt sich die Unsicherheit besonders deutlich.

Wie geht es weiter?

Anders als Unternehmen dies von Wirtschaftskrisen gewohnt sind, hängt die Zukunft von der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus und den damit verbundenen Einschränkungen ab. Staatliche Maßnahmen konzentrieren sich derzeit vor allem auf die Liquiditätssicherung. Doch trotz dieser Maßnahmen zeigt sich in der Corona-Krise besonders eines: Die Abhängigkeit von diesem Virus. Das Heft für das Handeln hat allein er in der Hand. Bis es einen Impfstoff gibt, werden wir voraussichtlich damit leben müssen, dass ein Virus unser Leben bestimmt und damit auch die Prognoseunfähigkeit.

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