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17. Juni 2026

Bei einer Zweitausbildung erhalten Eltern für ihr Kind nur dann Kindergeld, wenn dieses keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Lediglich eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis sind unschädlich (§ 32 Abs. 4 Satz 2 u. 3 EStG). Was aber gilt, wenn ein Kind laut Arbeitsvertrag eigentlich 40 Stunden arbeiten müsste, vom Arbeitgeber aber für ein Zweitstudium zu 50 Prozent und/oder von Zeit und Zeit freigestellt wird? Diesbezüglich hat das FG Münster entschieden, dass sich die 20-Stunden-Grenze zwar grundsätzlich nach der arbeitsvertraglich vereinbarten Arbeitszeit richtet. Doch bei Beamten sei in Ermangelung individualarbeitsvertraglicher Regelungen auf...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

15. Juni 2026

Großeltern können das Kindergeld für ein Enkelkind erhalten. Geregelt ist dies insbesondere in § 63 Abs. 1 Nr. 3 und § 64 Abs. 2 Satz 5 EStG. Danach gilt: Als Kinder werden berücksichtigt „vom Berechtigten in seinen Haushalt aufgenommene Enkel“. Und  weiter: „Lebt ein Kind im gemeinsamen Haushalt von Eltern und Großeltern, so wird das Kindergeld vorrangig einem Elternteil gezahlt; es wird an einen Großelternteil gezahlt, wenn der Elternteil gegenüber der zuständigen Stelle auf seinen Vorrang schriftlich verzichtet hat.“ In diesem Zusammenhang hat das Hessische FG entschieden, dass das Kindergeld der Großmutter für ihr volljähriges Enkelkind entfällt, wenn dieses sein...

12. Juni 2026

Am 21.5.2026 hat der Bundestag abschließend das Gesetz zur Umsetzung von EU-Recht zum Ökodesign, Energieverbrauchskennzeichnung und weiterer Vorschriften beschlossen. Nach abschließender Befassung des Bundesrates soll das Gesetz im Wesentlichen zum 1.8.2026 in Kraft treten. Was bedeutet das für Wirtschaft und Verbraucher? Hintergrund Im Juli 2024 wurde die EU-Ökodesign-Richtlinie durch die EU-Verordnung 2024/1781 – Ökodesign-Verordnung (v. 13.6.2024, ABl L v.28.6.2024, S. 89) für das Ökodesign nachhaltiger Produkte ersetzt: Damit ist der Anwendungsbereich auf neue Umweltaspekte und nahezu alle Produkte erweitert worden, künftig sollen vermehrt Rohstoffe im Produktzyklus gespart werden. Die Verordnung ist Mitte Juli 2024 in Kraft getreten und gilt unmittelbar...

11. Juni 2026

Das Umwandlungssteuerrecht hat gelegentlich diese Momente, in denen Gestaltungen fast zu elegant wirken, um wahr zu sein. Eine solche Konstellation stand nun vor dem FG Bremen (Urteil vom 18.06.2025 – 1 K 104/24). Die Idee dahinter ist aus Beratersicht durchaus charmant: Eine Personengesellschaft soll steuerlich rückwirkend „verschwinden“ – allerdings nicht durch eine unmittelbare Umwandlung der KG selbst, sondern über die rückwirkende Verschmelzung ihrer Komplementär-GmbH. Das klingt zunächst wie ein kreativer Umweg. Tatsächlich steckt dahinter jedoch eine seit Jahren anerkannte umwandlungssteuerliche Rückwirkungsdogmatik. Das FG Bremen zeigt nun aber sehr deutlich: Diese Gestaltung funktioniert nur dann, wenn die Beteiligungsstruktur zum steuerlichen Übertragungsstichtag...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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