Rentner, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, müssen auf Betriebsrenten grundsätzlich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Beiträge sind zum Beispiel auch auf Kapitalleistungen aus Direktversicherungen fällig. Hierzu wird die Kapitalleistung auf zehn Jahre verteilt und monatlich mit 1/120 als beitragspflichtige Einnahme behandelt (§ 229 SGB V). Kürzlich hat das LSG Nordrhein-Westfalen entschieden, dass Kapitalleistungen der betrieblichen Altersversorgung auch dann der Beitragspflicht unterliegen, wenn sie zur Vermeidung von Rentenabschlägen an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt werden (Urteil vom 26.11.2025, L 10 KR 366/24). Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Der Sachverhalt: Der Kläger hatte im Jahr 2021 eine...
- All Posts
- Allgemein
- Bilanzierung
- Recht
- Steuern
Die Bayer AG zeigt für 2025 ein Ergebnis, das auf den ersten Blick stabil wirkt. Doch ein Blick in die GuV offenbart: Die Qualität stimmt nicht. Das „gute“ Ergebnis kommt nicht aus dem Geschäft – sondern aus Sondereffekten. Zahlen, die man gesehen haben muss Ein Blick in den Geschäftsbericht zeigt schnell die zentralen Linien: Der Umsatz ist auf 45,6 Mrd. € zurückgegangen, das EBIT ist mit -1,1 Mrd. € klar negativ und das Konzernergebnis liegt bei -3,6 Mrd. €. Damit bleibt die operative Entwicklung spürbar unter Druck und eine nachhaltige Ergebnisverbesserung ist auf dieser Basis nicht erkennbar. Gleichzeitig fällt eine...
Kürzlich habe ich in einem Blog-Beitrag das neue BMF-Schreiben zur Abgrenzung zwischen Herstellungs- und Erhaltungsaufwendungen bei der Renovierung älterer Gebäude vorgestellt (BMF-Schreiben vom 26.1.2026, IV C 1 – S 2253/00082/001/064). Heute möchte ich kurz auf einen weiteren Punkt zur Abgrenzung eingehen, der in der Praxis oftmals nicht hinreichend beachtet wird: das Zusammentreffen von Herstellungs- und Erhaltungsaufwendungen. Das heißt, es gibt zahlreiche Fälle, in denen ein älteres Objekt renoviert und zeitlich zusammenhängend eine Erweiterungsmaßnahm erfolgt. Nachfolgend soll aufgrund der Komplexität im Wesentlichen nur der Punkt „Bautechnisches Ineinandergreifen“ erörtert werden. Ein Beitrag von: Christian Herold Steuerberater in Herten/Westf. (www.herold-steuerrat.de) Autor zahlreicher Fachbeiträge...
Die BaFin prüft derzeit die Rechnungslegung der Gerresheimer AG. Doch eine Anlassprüfung bedeutet nicht automatisch, dass ein Unternehmen falsch bilanziert hat. Ein Blick auf frühere Fälle zeigt: Manchmal findet die Aufsicht Fehler – manchmal auch nicht. Anlassprüfung: Wenn etwas auffällt Die BaFin überwacht die Rechnungslegung kapitalmarktorientierter Unternehmen in Deutschland. Ein wichtiges Instrument dabei ist die sogenannte Anlassprüfung. Der Name ist relativ selbsterklärend: Eine Anlassprüfung wird nicht routinemäßig, sondern aufgrund eines konkreten Hinweises oder Verdachts eingeleitet. Solche Hinweise können aus verschiedenen Quellen stammen, zum Beispiel: Auffällige Entwicklungen in den Abschlüssen, Hinweise von Marktteilnehmern oder Analysten, Medienberichte, Hinweise von Whistleblowern, oder auch...
Eine Rechtsanwaltsgesellschaft verlangte vom Unternehmens-Mandanten die Zahlung eines Anwaltshonorars von ca. 15.000 € auf Basis eines Stundenhonorars. Die Vergütungsvereinbarung enthielt eine AGB-Klausel, nach der „15 Minuten als kleinste Abrechnungseinheit“ gelten sollten. Dies war so zu verstehen, dass bei jeder Tätigkeit, auch wenn sie kürzer als 15 Minuten gedauert hätte, die vollen 15 Minuten in Ansatz zu bringen seien. Hiergegen wandte sich das Unternehmen vor Gericht. Wie hat das OLG Düsseldorf geurteilt? Das Unternehmen unterlag vor dem LG Düsseldorf (Urteil v. 9.3.2022 – 2a O 155/20). Das OLG Düsseldorf änderte das Urteil und reduzierte den Gebührenanspruch: Die formularmäßige Viertelstundenklausel sei aber...
Bilanzfälschung beginnt selten mit Betrug Ein aktueller Gerichtsprozess sorgt derzeit in der Rechnungslegungswelt für Aufmerksamkeit. Vor dem Landgericht Fulda geht es um mögliche Bilanzmanipulationen bei der R+S Group. Besonders bemerkenswert ist dabei weniger der Vorwurf selbst als die Schilderung eines ehemaligen Buchhalters, der sein langes Schweigen gebrochen hat. Darüber berichtete unter anderem die Fuldaer Zeitung. Der Fall wirkt auf den ersten Blick vertraut: wirtschaftlicher Druck, kritische Unternehmenslage, unterschiedliche Bewertungen – und am Ende die Frage, ob Zahlen bewusst geschönt wurden. Doch gerade diese scheinbar typische Konstellation offenbart ein häufiges Missverständnis über Bilanzskandale. Denn Bilanzfälschung beginnt selten mit Betrugsabsicht. Der gefährliche...
NEUESTE BEITRÄGE
-
Christian Herold 13. April 2026
Beitragspflicht auf Betriebsrenten-Einmalzahlung trotz Nutzung zur Vermeidung von Rentenabschlägen
-
Dr. Carola Rinker 13. April 2026
Solide Zahlen – aber aus der falschen Quelle
-
Christian Herold 10. April 2026
Wenn Herstellungs- und Erhaltungsaufwendungen zusammentreffen
-
Dr. Carola Rinker 9. April 2026
BaFin prüft – und jetzt? Was eine Anlassprüfung wirklich bedeutet
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 9. April 2026
Guter (Rechts-)Rat ist teuer – aber anwaltliche Vergütungsvereinbarungen haben auch Grenzen!
NEUESTE KOMMENTARE
19.03.2026 von Christian Herold
Anschaffungsnahe Herstellungskosten: 15-Prozent-Grenze gilt nur für Aufwendungen „nach“ Erwerb
19.03.2026 von Christian Herold
Betriebliche Riester-Rente: Keine Krankenversicherungsbeiträge mehr
03.04.2026 von Rolfgerhard Puhlmann
Diskussion um eine Übergewinn-Steuer: Der richtige Weg oder kontraproduktiv?