Wie bestimmt sich eigentlich der Wert einer Immobilie? So, wie ihn das Finanzamt gerne hätte? So, wie ihn ein Gutachter ermittelt hat? Oder nach dem tatsächlichen Kaufpreis, wenn der Kaufvertrag zwischen fremden Personen im gewöhnlichen Geschäftsverkehr geschlossen wird? Wer auf sein Bankkonto schaut, der weiß, dass nur die letzte Antwort korrekt ist. Erbschaftsteuerlich ist die Antwort indes nicht so einfach. Aber der Reihe nach. Kurz zum Hintergrund: Werden Immobilien vererbt, stellt das Finanzamt für die Festsetzung der Erbschaftsteuer einen Grundbesitzwert fest. Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert niedriger ist, so ist dieser Wert anzusetzen. Dafür wird üblicherweise ein...
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§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG sieht für die Vererbung des selbstgenutzten Familienheims unter bestimmten Voraussetzungen und bis zu einer bestimmten Größe eine erbschaftsteuerliche Befreiung vor. Wichtig für die Steuerbegünstigung: Das Familienheim muss „unverzüglich zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken bestimmt sein“. Und es muss sich auch tatsächlich um ein „Familienheim“ handeln. In diesem Zusammenhang hat das FG München entschieden, dass die Steuerbefreiung für ein Familienheim nur in Betracht kommt, wenn sowohl der Erblasser als auch der begünstigte Erbe ihren jeweiligen Lebensmittelpunkt in der betreffenden Immobilie hatten bzw. haben. Eine nur gelegentliche Nutzung als Zweit-, Wochenend- oder Ferienwohnung reicht nicht...
Kürzlich hatte ich im Rahmen des NWB Experten-Blogs zwei Urteile vorgestellt, in denen es jeweils um die Frage ging, ob eine Billigkeitsmaßnahme angezeigt ist, wenn Verluste aus spekulativen Anlagen nicht verrechnet werden können und aufgrund der fehlenden Verlustverrechnung sogar das Existenzminimum besteuert wird. Mit Urteil vom 3.3.2026 hat der BFH eine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgründen abgelehnt (BFH-Urteil vom 3.3.2026, IX R 18/23). Das FG Baden-Württemberg hingegen hat eine solche befürwortet (Urteil vom 17.7.2025, 2 K 827/23). Gegen dieses Urteil liegt die Revision vor. Das Az. beim BFH lautet IX R 27/25. Wie nun bekannt geworden ist, ist aber auch hinsichtlich...
Unternehmen, die mit anderen Unternehmen Geschäfte machen (B2B), müssen seit 1.1.2025 technisch in der Lage sein, E-Rechnungen im sog. XML-Dateiformat zu empfangen, ab 1.1.2027 bzw. 2028 auch zu versenden. Verschicken Unternehmen ab 2027 keine korrekten E-Rechnungen, droht dem Rechnungsempfänger nach einem aktuellen BMF-Schreiben der Verlust des Vorsteuerabzugs. Hintergrund Nach § 15 UStG können Unternehmer die Umsatzsteuer, die ihnen von anderen Unternehmen für betriebliche Einkäufe in Rechnung gestellt wurde (Vorsteuer), mit der eigenen Umsatzsteuerschuld verrechnen. Dafür muss aber eine ordnungsmäße Rechnung nach § 14 UStG vorliegen, die den Steuerausweis und alle Pflichtangaben enthält. Unternehmen sind bereits seit dem 27.11.2020 verpflichtet, alle...
Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren? Diese Unterscheidung ist aus der Rechnungslegung gut bekannt. IFRS 18 macht die Sache künftig allerdings etwas differenzierter. Für Aufwendungen der betrieblichen Kategorie verlangt der neue Standard nicht schlicht die Entscheidung für die eine oder die andere Darstellungsform. Unternehmen sollen vielmehr diejenige Struktur wählen, die die nützlichste strukturierte Zusammenfassung ihrer operativen Aufwendungen liefert. Dafür können Aufwendungen nach ihrer Art, nach ihrer Funktion oder nach einer Kombination beider Merkmale dargestellt werden. Gerade diese Kombination – die sogenannte gemischte Darstellung – sorgt schon jetzt für erste Auslegungsfragen. Nach Art oder nach Funktion? Bei einer Darstellung nach der Art der Aufwendungen...
Vermögensübertragungen unter Nießbrauchsvorbehalt sind ein beliebtes Gestaltungsmittel, doch Lebensumstände können sich ändern. Und wenn es dann zu einem Verzicht auf einen bereits eingeräumten Nießbrauch geht, wird es steuerlich sehr kniffelig. Dies hat unter anderem das BFH-Urteil vom 10.10.2025 bewiesen. Die obersten Steuerrichter haben nämlich entschieden, dass der Verzicht auf ein Nießbrauchsrecht zu Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung führt, wenn der Nießbraucher das Grundstück zum Zeitpunkt des Verzichts tatsächlich vermietet und hieraus bereits Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt – und das kann steuerlich teuer werden (BFH-Urteil vom 10.10.2025, IX R 4/24). Nach einer Entscheidung aus dem Jahr 1992 hingegen sollte...
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