Fußball-Bundesliga: Trotz Männerfußball sollte mehr Diversität im Aufsichtsrat bestehen

Was hat die Bundesliga mit Aufsichtsräten zu tun? Die Antwort könnte lauten, dass es sich um Profi-Fußball handelt. Und genau das  Wort „Profi“ bzw. Professionalisierung macht den entscheidenden Unterschied aus, denn bei Aufsichtsräten besteht nach meinen Beobachtungen hier noch viel Luft nach oben.

Um in die Profi-Liga zu gelangen ist zunächst Kompetenz gefragt. Demzufolge sind kompetente Aufsichtsräte das entscheidende Elixier.

Aus Sicht der German Board News ist genau diese Eigenschaft bei Aufsichtsräten wichtiger als neue Investoren. Auch wenn man dieser Aussage auf den ersten Blick nicht unbedingt eindeutig zustimmen mag: Damit ein Fußballunternehmen überhaupt neue Investoren gewinnen kann, bedarf es einer Professionalisierung der Unternehmensführung. Dies ist nur möglich, wenn das Kontrollgremium die dafür erforderlichen Kompetenzen aufweist.

Herausforderungen für Fußball-Clubs

Fußballvereine müssen sich zunehmend mit betriebswirtschaftlichen Themen auseinandersetzen. Durch steigende Anforderungen unter anderem auch durch steuerliche Themen, beschäftigen sich immer mehr Clubs mit diesen Aufgaben und haben in den vergangenen Jahren neue Gremien geschaffen bzw. die bestehenden professionalisiert.

Status quo

Derzeit gibt es zunehmend Clubs in der Bundesliga, die sich Hochkaräter in ihren Aufsichtsrat holen. Der CFO von Henkel ist beispielsweise ist im Aufsichtsrat bei Fortuna Düsseldorf, der Vertriebsleiter der Deutschen Bank bei Schalke 04. In den letzten Jahren haben auch einige Fußballclubs wie beispielsweise der SC Freiburg in den letzten Jahren ihren ersten Aufsichtsrat gewählt. In den meisten sitzen fast ausschließlich Männer mit reichlich Erfahrung, jüngere Aufsichtsräte sind eine Seltenheit. Ob dies daran liegt, dass sich Frauen nicht so sehr für Fußball interessieren? Ich habe dazu zwar keine Zahlen, aber aus eigener Erfahrung als SC-Fan würde ich sagen: Nicht unbedingt.

Was zu tun ist

Bei der Zusammensetzung des Aufsichtsrates besteht noch einiges an Potenzial, wie ein Fußballtrainer sagen würde. Nicht nur bei der Diversität in Bezug auf Frauen und Männern, sondern auch beim Alter besteht noch Luft nach oben. Wie auch bei der ersten Mannschaft eines Bundesliga-Clubs regelmäßig sehr viel für die Nachwuchsarbeit getan wird, so sollte dies auch beim Fußball geschehen.

Denn nur dadurch kann gesichert werden, dass es künftig auch Nachwuchs für die Gremien geben wird. Und gerade bei einer Aufsichtsratstätigkeit lernt man als unerfahrener Aufsichtsrat sehr viel von erfahrenen Kollegen – und vor allem durch Aktivität. Wie auch im Fußball ist es nicht ausreichend zu wissen, wie theoretisch geschossen werden muss, sondern es „in echt“ zu üben. Übung macht eben nach wie vor den Meister. Gleiches gilt auch für den Aufsichtsrat.

Zudem wäre es wünschenswert, wenn in den Gremien mehr Frauen vertreten wären. Zumindest wäre es einen Versuch wert um herzauszufinden, ob diese vielleicht nicht das notwendige Interesse haben. An dieser Stelle möchte ich den Film „Das Wunder von Bern“ erwähnen. Hier wurde die Gattin eines Reporters vom Fußballfieber angesteckt. Vielleicht lässt sich dieses Beispiel ja übertragen

Fazit: Auch wenn es bei der Diversität in Fußball-Kontrollgremien noch Verbesserungspotenzial gibt – der Weg führt in die richtige Richtung. „Ich habe fertig“.

Weitere Informationen:

https://www.germanboardnews.de/tops/2018/10/football-leaks-warum-bundesliga-aufsichtsraete-auf-compliance-draengen/

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