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NWB Experten-Blog

Steuern

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9. Oktober 2026

Was kostet mich eigentlich ein Tag Stillstand? Eine einfache Frage. Aber könnten Sie sie für Ihre Steuerkanzlei spontan beantworten oder für Ihre Mandanten? Und was wäre bei drei Tagen? Oder bei einer Woche? Mit solchen Fragen beschäftige ich mich derzeit aus zwei Perspektiven Als Reservist nahm ich an der Bundeswehrübung Red Storm Charlie in Hamburg teil. Vom 24. bis 26. September trainierte die Bundeswehr dort gemeinsam mit Feuerwehr, THW, Polizei, Behörden, Hilfsorganisationen und Unternehmen die Zusammenarbeit in Krisen- und Ausnahmesituationen. Parallel nahm ich als Steuerberater an Red Storm Business teil, einem Angebot der Handelskammer Hamburg, bei dem Unternehmen anhand eines...

8. Oktober 2026

Wer ein Pflegekind in seinem Haushalt aufgenommen hat, hat Anspruch auf Kindergeld. Pflegekinder sind Personen, mit denen der Steuerpflichtige durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden ist, sofern er sie nicht zu Erwerbszwecken in seinen Haushalt aufgenommen hat und das Obhuts- und Pflegeverhältnis zu den Eltern nicht mehr besteht (§ 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG). Kürzlich hat das FG Münster entschieden, dass ein Pflegekindschaftsverhältnis auch zwischen einer geistig behinderten Erwachsenen und ihrer Schwester bestehen kann. Dabei hat das FG die Anforderungen für die Gewährung des Kindergeldes konkretisiert (FG Münster, Urteil vom 28.1.2026, 2 K 840/25 Kg). Der...

6. Oktober 2026

Am 8.10.2026 wird sich der Bundestag in erster Lesung mit dem Einkommensteuerreformgesetz 2027 befassen. Was ist geplant, wer profitiert, wer zahlt drauf? Hintergrund Die Bundesregierung will das Arbeitskräfte- und Wachstumspotential in Deutschland stärken und hat dazu den Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 in den Bundestag eingebracht, wo das Gesetz in erster Lesung am 8.10.2026 beraten werden soll. Die Entlastung der Steuerzahler soll sich in 2027 und 2028 auf über zehn Milliarden Euro summieren. Geplante Eckdaten der Reform Im Einzelnen sind nach dem Regierungsentwurf insbesondere folgende Maßnahmen vorgesehen: Grundfreibetrag: Der steuerliche Grundfreibetrag soll zur Sicherung des Existenzminimums von 12.348 € um 216...

6. Oktober 2026

Der Regierungsentwurf wirkt auf den ersten Blick erstaunlich schlicht: zehn Euro im Monat für Kinder. Rechtlich steckt dahinter aber ein ungewöhnlicher Mix aus staatlichem Förderanspruch, privatem Standarddepot, kollektiver Auffanglösung und automatisiertem Steuerdaten-Vollzug. Am 25. September 2026 hat der Deutsche Bundestag den Regierungsentwurf zur Frühstartrente in erster Lesung beraten und zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen. Federführend ist der Finanzausschuss. Damit ist wichtig: Die Frühstartrente ist derzeit noch kein geltendes Recht. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf die Konstruktion, denn sie ist steuer- und verwaltungsrechtlich deutlich interessanter, als die Zahl von zehn Euro monatlich vermuten lässt. Wer bekommt die...

5. Oktober 2026

Inflation ist zunächst schnell erklärt: Das Leben wird teurer. Wer für denselben Einkauf mehr bezahlen muss, verliert Kaufkraft. Arbeitgeber reagieren darauf nicht selten mit Gehaltserhöhungen. Das Ziel kann dabei ganz bescheiden sein: Der Mitarbeiter soll sich trotz gestiegener Preise ungefähr genauso viel leisten können wie zuvor. Im August 2026 lag die Inflationsrate in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 2,9 %. Bei einem Arbeitnehmer mit rund 2.600 Euro Nettogehalt entspricht dies rechnerisch einem Kaufkraftverlust von etwa 75 Euro monatlich. Nehmen wir deshalb einen großzügigen Arbeitgeber, der sagt: „Dann machen wir 100 Euro netto mehr.“ Eine schöne runde Zahl....

1. Oktober 2026

In § 242 BGB ist der Grundsatz von Treu und Glauben verankert. Theoretisch ist er auch dem Steuerrecht nicht fremd, denn der BFH hat schon im Jahr 1989 entschieden, dass im Steuerrechtsverhältnis jeder auf die Belange des anderen Teiles Rücksicht nimmt und sich mit seinem eigenen früheren – nachhaltigen – Verhalten nicht in Widerspruch setzen darf, auf das der andere vertraut hat (BFH v. 9.8.1989, I R 181/85). Die steuerliche Praxis ist aber eine vollkommen andere. Selbst ein eventuell pflichtwidriges Verhalten von Amtsträgern oder die Behandlung in vorherigen Außenprüfungen führen grundsätzlich nicht dazu, dass Gerichte daraus einen Vertrauensschutz ableiten (siehe...

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