Nach § 10f EStG kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen an einem Baudenkmal, das er als Eigenheim nutzt, im Kalenderjahr des Abschlusses einer Baumaßnahme und in den neun folgenden Kalenderjahren jeweils bis zu 9 Prozent wie Sonderausgaben abziehen. Natürlich müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, auf die hier aber nicht im Einzelnen eingegangen werden soll. Vielmehr soll der Blick auf ein aktuelles Urteil des BFH gelenkt werden: Der Erbe des Steuerpflichtigen darf die jährlichen Abzugsbeträge gemäß § 10f EStG nicht fortsetzen, wenn der Steuerpflichtige innerhalb des zehnjährigen Abzugszeitraums verstirbt und der Erbe das Gebäude anschließend zu eigenen Wohnzwecken nutzt (BFH-Urteil vom 25.3.2026, X...
Steuern
- All Posts
- Steuern
Warum wir die Rentenversicherung möglicherweise am falschen Ende reformieren Die aktuelle Regierung plant eine Anhebung des Rentenalters und die Einführung einer Reichensteuer. Über die Reformen wurde hier im Blog schon häufiger berichtet. Ich möchte nochmal ganz andere Aspekte im Rahmen eines Meinungsbeitrags aufgreifen, die damit zusammenhängen – und zwar Familienpolitik, denn darauf fußt unser System. Aber fangen wir mal mit Steuern an. Steuerpolitik Natürlich kann der Staat versuchen, fehlende Einnahmen über höhere Steuern auszugleichen. Die geplante stärkere Belastung sehr hoher Einkommen verfolgt genau diesen Ansatz. Kurzfristig mag dies zusätzliche Einnahmen bringen. Langfristig bleibt jedoch die Frage offen, ob dies tatsächlich...
Viele Jahre lang klagten die Steuerpflichtigen über die kalte Progression in der Einkommensteuer, während die Finanzminister in Bund und Ländern kalt lächelnd die Hand aufhielten. Höhere Steuern, ohne öffentlichkeitswirksam an der Steuerschraube drehen zu müssen – der Traum eines jeden Finanzministers! Ermöglicht wurde dies durch das Zusammenwirken von Inflation und progressivem Einkommensteuertarif. Selbst der Teil einer Gehaltserhöhung, der lediglich die Inflation ausgleicht, erhöht den durchschnittlichen Einkommensteuersatz auf das Gehalt. Für den Einzelnen ist der Effekt gering, aber für den Fiskus und erst recht über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg ist der Effekt gewaltig. Der Umfang der kalten Progression ist beträchtlich...
Für die Beurteilung, ob eine Immobilie innerhalb der Zehn-Jahres-Frist nach Anschaffung veräußert worden ist, ist auf die Zeitpunkte des Abschlusses der obligatorischen Verträge, also der Notarverträge, und nicht auf diejenigen des Übergangs des wirtschaftlichen Eigentums abzustellen. Dies hat der BFH mit Beschluss vom 18.6.2026 (IX B 24/26) bestätigt. Er führt damit seine ständige Rechtsprechung fort. Hintergrund: Werden Immobilien innerhalb von zehn Jahren an- und wieder verkauft, so liegt ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft vor (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Früher sprach man insoweit von Spekulationsgeschäften. Die Gewinne aus Veräußerungen innerhalb der Zehn-Jahres-Frist unterliegen grundsätzlich der Einkommensteuer. Es gibt lediglich...
Arbeitsverhältnisse mit nahen Angehörigen, die wie unter Fremden durchgeführt werden, sind steuerlich anzuerkennen. Zwar gibt es immer wieder Streit mit dem Finanzamt, wenn es um die konkreten Anforderungen für die Anerkennung geht. Zuletzt haben der BFH und das BVerfG die Rechte der Steuerbürger aber gestärkt. Nun hat der BFH „nachgelegt“ und den überbordenden Anforderungen des Fiskus erneut eine Absage erteilt (BFH-Beschluss vom 18.11.2025, VIII B 97/24). Kurz zum Hintergrund: Zum Fremdvergleich bei Arbeitsverhältnissen mit nahen Angehören gehören üblicherweise ein ordnungsgemäßer Arbeitsvertrag (zur Frage der Schriftform siehe unten), eine pünktliche Zahlung des vereinbarten Arbeitslohns auf ein eigenes Konto des Angehörigen und...
Aufwendungen von 5.900 Euro für die Teilnahme an einem Immobilien-Seminar können abziehbar sein. So lautet ein Urteil des FG Sachsen. Der BFH hat die Nichtzulassungsbeschwerde des Finanzamts gegen diese Entscheidung zurückgewiesen (FG Sachen, Urteil vom 1.10.2025, 5 K 14/25; BFH-Beschluss vom 25.2.2026, IX B 106/25). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger vermietet mehrere Grundstücke, die er selbst verwaltet. Er machte in seiner Steuererklärung unter anderem Werbungskosten in Höhe von 5.900 Euro für das Seminar „Immocation Steuerclass” geltend. Hierin enthalten waren ein Videokurs zu verschiedenen Themen im Immobilienbereich (z.B. Abschreibung: Bemessungsgrundlage, Renovierung und Instandhaltung, Immobilienmodelle, Immobilie privat kaufen vs. in...
NEUESTE BEITRÄGE
-
Christian Herold 7. August 2026
Mindert die pauschale Beihilfe für Beamte die abziehbaren Sonderausgaben?
-
Dr. Carola Rinker 7. August 2026
Wirecard aufgearbeitet? Von wegen!
-
Dr. Carola Rinker 7. August 2026
BaFin wird wachsamer: Kommt die Aufsicht endlich in Bewegung?
-
Gregor du Moulin 6. August 2026
Rechtsformneutrale Unternehmensbesteuerung: Ein Plädoyer für mehr Mut in der Steuerpolitik
-
Prof. Dr. iur. Christoph Schmidt 6. August 2026
Wenn der Steuerbescheid nicht mehr kommt, sondern bereitliegt
NEUESTE KOMMENTARE
30.07.2026 von Gregor du Moulin/ Häner & Partner PartG mbB
17.07.2026 von Christian Eppelt
01.08.2026 von Roland Nonnenmacher
Mein 4-Schritte-Plan zur Abschaffung der Gewerbesteuer