Autor: Dr. Carola Rinker
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Bafin moniert die Kapitalflussrechnung des Social-Media-Unternehmens Peinlich. Das ist das Erste, was mir zu den Bilanzierungsfehlern bei Social Chain einfällt. Der operative Cashflow wurde zu hoch ausgewiesen. Und zwar durch einen Fehler, der mehr als unangenehm ist. Erhaltene Zahlungen aus einem Bankdarlehen wurden fälschlicherweise zum operativen Cashflow gerechnet. Das dies eindeutig zum Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zählt, sollte jedem Studierenden bekannt sein, der in der Vorlesung die Kapitalflussrechnung kennengelernt hat. Für BWL-Absolventen ist dies die Regel. Das Übersehen des Fehlers ist nicht nachvollziehbar. Wie aus einem positiver ein negativer operativer Cashflow wird Was die Korrektur so erschreckend macht? In dem ausgewiesenen Konzernabschluss...
Ansatzpunkte zur Diskussion Schockstarre. Dieses Wort hört man in der Immobilienbranche immer häufiger. Wie steht es eigentlich um die Immobilienbestände der deutschen Konzerne? Gute Frage, die sich leider nicht so leicht beantworten lässt. Bei der Abschlussprüfung ist die Bewertung der Immobilien in der Regel einer der besonders wichtigen Prüfungsinhalte, was wenig überrascht, schließlich machen diese fast das gesamte Vermögen eines Immobilienkonzerns aus. Doch was können Wirtschaftsprüfer leisten und wo stoßen sie an ihre Grenzen? Es ist gängige Praxis, dass nach IFRS bilanzierende Immobiliengesellschaften die Immobilien zu ihrem Zeitwert in der Bilanz ansetzten. Die Grundlage für die Wertsteigerungen? Gutachten. Hier hat...
Seit der letzten Meldung der Bafin Mitte November 2022 ist einige Zeit ins Land gegangen. Der ein oder andere mag sich vielleicht gefragt haben: Wann geht’s hier mal weiter? Wie die Berichterstattung über die Großrazzia bei Adler am 28. Juni 2023 zeigt, muss eine solche Aktion seitens der Behörden gut vorbereitet werden. Insbesondere dann, wenn diese wie im Falle Adler gleichzeitig in mehreren Staaten erfolgt. Eine kurze Einordnung Marktmanipulation, Untreue, Bilanzfälschung – seit der Razzia stehen einige klare Vorwürfe im Raum. Ist dies überraschend? Absolut nicht. Im Vergleich zu Wirecard eine überschaubare Liste an Vorwürfen von Gesetzesverstößen. Ehrlich gesagt habe...
Sonderzahlungen ans Personal erst bei der Auszahlung erfassen anstatt bereits bei der rechtlichen Entstehung. Auf den ersten Blick erscheint dies „harmlos“ im Vergleich zu fingierten Rechnungen und vieler der bisherigen Praxisbeispiele dieser Serie. Dennoch ein ganz klarer Verstoß gegen die Rechnungslegungsvorschriften. Und erlauben Sie mir eine Anmerkung an dieser Stelle: Bei der Manipulation von Bilanzen wird in der Regel nicht nur an einer Stelle geschraubt, sondern an vielen – und das kann den Gewinn in der Summe ganz schön aufblähen bzw. den Ausweis eines Verlustes verhindern. Auch dieses Beispiel stammt nicht aus meiner Ideenkiste, sondern wurde tatsächlich so in aufgedeckten...
Bafin findet gravierenden Fehler in der testierten Bilanz eines Filmproduzenten Der Geschäfts- oder Firmenwert: Ein häufiger Streitpunkt bei der Bilanzkontrolle. Zumindest zeigten dies die Tätigkeitsberichte der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung in der Vergangenheit. Inzwischen hat die Bafin als Folge des Wirecard-Skandals das Ruder der Bilanzkontrolle allein in der Hand. Die Fehlermeldung vom 13. Juni zum Geschäfts- oder Firmenwert hat es in sich. Das betroffene Unternehmen? Die Wild Bunch AG, ein Filmproduktionsunternehmen. Das Ausmaß durch die Korrektur? Erheblich. Der Wirtschaftsprüfer? Hat wohl etwas übersehen, trotz dass er nach eigener Auskunft genauer hingesehen hat. Betrachten wir das Ganze im Detail.
Sicherlich erinnern Sie sich: Seit dem letzten Jahr ist die Bafin allein für die Bilanzkontrolle zuständig. Als Folge des Wirecard-Skandals war die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) abgeschafft worden. Was hat sich seither bei der Bilanzkontrolle getan? Ziehen wir ein erstes Fazit, denn seit kurzem liegt der Tätigkeitsbericht der Bafin aus dem letzten Jahr vor. Ein Novum: Bekanntmachung von Prüfungsanordnungen und Teilfehlerfeststellungen Neben der Abschaffung der DPR hat sich durch Wirecard noch etwas anderes geändert: Die Bafin kann bei öffentlichem Interesse bereits die Prüfungsanordnung veröffentlichen. Was das bedeutet? Die Öffentlichkeit erfährt nicht erst mit der Fehlerfeststellung von der Prüfung eines...
„Leg muss Wohnungsbestand abwerten.“ – „Vonovia schreibt rote Zahlen und verkauft Immobilien.“ – „Schuldenschnitt soll Corestate retten.“ Schlagzeilen wie diese liest man nun immer häufiger. Ist dies überraschend? Absolut nicht. Die Immobilienparty ist nun zu Ende. Das wollte lange Zeit niemand hören, denn schließlich haben viele an den immer weiter steigenden Preisen kräftig mitverdient. Die drastische Zinswende sorgt nunmehr dafür, dass immer mehr über sinkende Immobilienpreise berichtet wird. Schockstarre, Erdbeben – diese Begriffe habe ich in den letzten Wochen in Gesprächen, u.a. auch mit Vorständen börsennotierter Immobilienkonzerne immer häufiger gehört. Wie ist es soweit gekommen? Welche Risiken drohen uns? Schauen...
Kurze Analyse des Geschäftsberichtes der Adler Real Estate AG Das kommt nicht allzu häufig vor: Die Adler Real Estate AG hat am Samstag, dem 29. April, den ungeprüften Abschluss für das letzte Geschäftsjahr veröffentlicht. Wieso? Ganz einfach: um Sanktionen zu vermeiden. Nach den Angaben des Unternehmens wurden die relevanten Behörden darüber informiert, denn erst seit wenigen Tagen ist bekannt, dass Rödl und Partner den Abschluss für 2022 prüfen wird. Der geprüfte Abschluss soll bis zum 30. September vorliegen. Bis dahin werfen wir einen Blick in einen Konzernabschluss, der noch nicht den kritischen Blicken des durch den Wambach-Bericht bekannt gewordenen Wirtschaftsprüfers...
Wieso Beerdigungsfeier? So nannte jüngst ein Aktionär die letzte Hauptversammlung eines Unternehmens, das wie Adler die Aktionäre loswerden wollte. Denn wenn Squeeze-out auf der Tagesordnung steht, ist klar: Das war’s für die Aktionäre, denn bei einem Squeeze-out werden die Minderheitsaktionäre aus der Aktiengesellschaft ausgeschlossen. Heikler Streitpunkt: Die Höhe der Barabfindung, die die Minderheitsaktionäre erhalten. Darum drehen sich immer auch die Fragen auf der Beerdigungsfeier, denn schließlich geht es darum, ob der ermittelte Betrag angemessen ist oder nicht. Und wie ist das nun im Fall Adler? Da der ADLER Group S.A. ca. 97 % der Anteile an der Adler Real Estate...
Adler hat den ungeprüften Abschluss für 2022 mit Verlust in Höhe von 1,7 Mrd. € veröffentlicht Endlich ist er da: Der Abschluss der Adler Group für das vergangene Geschäftsjahr. Adler kommentiert dies wie folgt in der Pressemeldung vom 25. April: „Wohnungsportfolio der Adler Group erweist sich in schwierigem Geschäftsjahr 2022 als robust.“ Also alles in Butter? Absolut nicht. Auch bei einem Weltuntergang könnte Adler noch eine positive Pressemitteilung veröffentlichen. Ein Lichtschimmer finden sie immer. Ein Blick in den Geschäftsbericht Interessante Überschrift der neuesten Pressemitteilung, denn ein Blick in den Geschäftsbericht erweckt bei mir doch einen ganz anderen Eindruck. Zunächst ein...
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