Update Bilanzskandale: Falscher Verdacht ist gefährlich!

Wirecard kommt nicht aus den Schlagzeilen

Mittlerweile erscheint bei Google bei der Suche nach „Wirecard Bilanz“ eine automatische Ergänzung: „Bilanzfälschung“. Gegen das Unternehmen stehen derzeit Vorwürfe wegen Geldwäsche und Bilanzmanipulation im Raum. Laut einer Meldung des Manager Magazins vom 8. Februar 2019 geht Wirecard gegen die Berichterstattung der Financial Times vor. Ein sehr unschönes Beispiel. Haben wir derzeit doch die Aufklärung des Bilanzskandals um Steinhoff. Das Vertrauen in die gültigen Regelungen – Corporate Governance und Compliance –  wird dadurch geschwächt.

Fall Wirecard: Herausforderungen beim Aufstieg in die erste Börsenliga

Ein schnelles und enormes Wachstum wird i.d.R. von den Investoren als positiv wahrgenommen. Allerdings bringt dies für das betroffene Unternehmen auch zunehmende Herausforderungen mit sich. Durch den Aufstieg in den DAX ist Wirecard vor einigen Monaten zunehmend in den Fokus von Investoren gerückt – ein normaler Vorgang. Weiterlesen

Hauptberuf Aufsichtsrat? Es werden mehr Berufsaufsichtsräte erwartet

Die Tätigkeit als Aufsichtsrat wurde in der Vergangenheit durch erfahrene Führungskräfte meist „nebenher“ gemacht. Die Anforderungen haben sich doch in den letzten Jahren deutlich erhöht. Nicht nur durch steigende Beschleunigungen im Zuge der Digitalisierung, sondern auch durch eine ständige neue Flut von Gesetzen und Vorschriften wird der zeitliche Aufwand für die Übernahme eines Mandates in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Nicht nur die Anzahl der Sitzungen, u.a. auch von einzelnen Ausschüssen, hat sich teilweise erhöht. Auch die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen nimmt für Aufsichtsräte immer mehr Zeit ein. Der Aufsichtsrat ist kein Gremium mehr, dass Entscheidungen „nur“ zustimmt. Die Kontrolle und das kritische Nachfragen bei einzelnen Sachverhalten während der Sitzung sind heutzutage gang und gäbe. Weiterlesen

Aufsichtsrat aktuell: Was habe ich falsch gemacht?

Welche Gedanken sich Aufsichtsräte eines insolventen Unternehmens machen (sollten)?

Im Januar fand der erste ArMiD (Aufsichtsräte Mittelstand in Deutschland)-Stammtisch in Stuttgart statt – u.a. mit Diskussionen um die Frage, wie Aufsichtsräte bei sich abzeichnender Insolvenz des Unternehmens agieren können.

Wie es sich anfühlt berichtete einer der Teilnehmer: Schlaflose Nächte waren garantiert, ebenso die Dauerfrage „wie konnte mir das passieren?“ Was nun? Die Aufsichtsräte von Gerry Weber erleben dies gerade nun hautnah in der Praxis. Weiterlesen

Serie „Bilanzskandale“: Gegenmaßnahmen durch Corporate Governance im Bereich der internen Revision

Nicht nur beim Vorstand, sondern auch bei der internen Revision können im Rahmen der Corporate Governance einige Maßnahmen ergriffen werden, um Bilanzskandalen entgegenzuwirken. Der folgende Beitrag zeigt auf, wie die Effektivität des Risikomanagements sowie die Steuerungs- und Kontrollsysteme verbessert werden können.

Aufgaben der internen Revision

Die Aufgabe der internen Revision ist die Erbringung unabhängiger und objektiver Prüfungs- und Beratungsleistungen. Diese sind darauf ausgerichtet, Mehrwerte zu schaffen sowie zu einer Verbesserung der Geschäftsprozesse beizutragen. Die interne Revision unterstützt das Unternehmen dabei, die festgelegten Ziele zu erreichen. Die Aufgabe der internen Revision ist die Verbesserung der Governance-Prozesse, der Effektivität des Risikomanagements sowie der Steuerungs- und Kontrollsysteme.

Die Prüfung hat die folgenden Ziele: Weiterlesen

Unternehmensgröße macht träge – Umstellung einer digitalen Buchhaltung in großen Unternehmen

Papierrechnung: Ein Begriff, den man in wenigen Jahren hoffentlich erklären muss. Doch der Weg zur digitalen Buchhaltung ist noch weit, zumindest bei einigen Unternehmen. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, bei jeder Papierrechnung anzurufen und um die Umstellung auf eine digitale Lösung zu bitten. Nicht immer wird mein Wunsch erhört. „Geht leider nicht.“ „Wir überlegen uns derzeit, ob wird bald umstellen sollen.“ „Wir schauen derzeit, wie viele Kunden keine Papierrechnung mehr haben möchten.“ Dies ist nur ein kleiner Auszug aus den Antworten, die ich erhalten habe.

Verständlich – große Unternehmen können nicht so leicht umstellen, denn nicht nur die Prozesse der Rechnungsüberprüfung, Bezahlung und der Freigabe müssen angepasst werden. Vor allem auch die Mitarbeiter benötigen entsprechende Unterstützung, um sich auf die Veränderungen einzustellen. Je größer das Unternehmen, desto umfangreicher und langwieriger ist dieser Prozess. Weiterlesen

Update Bilanzskandale: Steinhoff kann atmen – vorerst

Steinhoff kann atmen. Vorerst. Laut einer Meldung des FINANCE Magazins vom 17. Dezember 2018 haben sich die Gläubiger zur Umschuldung bereit erklärt. Damit werden Schulden in Höhe von 7,7 Milliarden Euro erst Ende 2021 fällig.

Selbst wenn dies dem angeschlagenen Unternehmen etwas Luft verschafft: Die Kuh ist damit noch lange nicht vom Eis. Die Aufklärung des Bilanzskandals zieht sich weiter hin. Noch liegen von pwc, die mit der Untersuchung beauftragt wurden, keine offiziellen Ergebnisse vor, da sich dies verzögert. So wurde vor gut einem Jahr mitgeteilt, dass bis Ende 2018 die ersten Ergebnisse vorliegen sollen.
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Serie „Bilanzskandale“: Gegenmaßnahmen durch Corporate Governance im Bereich des Vorstands

Im Bereich der Corporate Governance gibt es einige Maßnahmen, die dem Fälschen von Bilanzen entgegenwirken können. Die Möglichkeiten einzelner Bereiche des Unternehmens sollen in den folgenden Beiträgen genauer analysiert werden. Der erste Beitrag widmet sich dem Vorstand, denn die Fälle der Vergangenheit haben gezeigt: Der Fisch stinkt oft vom Kopf.

Trifft ein Vorstand Entscheidungen allein, können dadurch Manipulationen der Bilanz länger geheim gehalten werden. Ob die gemeinsame Führung und Findung von Entscheidungen dem jedoch entgegenwirken, ist generell nicht eindeutig zu beantworten. Jedoch kann das Kollegialprinzip bei der Vermeidung von Bilanzskandalen eingesetzt werden, da die gegenseitige Überwachung effizienter ist. Hier muss vor allem auch der Aufsichtsrat darauf achten, ob diese gegenseitige Kontrolle seitens der Vorstandsmitglieder auch wirklich erfolgt. Weiterlesen

Aufsichtsrat aktuell: Einrichtung eines Digitalisierungsausschusses im Aufsichtsrat?

Digitalisierung. Disruptive Geschäftsmodelle. Dies sind Themen, die die Aufsichtsräte deutscher Unternehmen zunehmend beschäftigen. Nimmt das Thema so viel Raum ein, dass ein eigener Digitalisierungsausschuss eingerichtet werden sollte? Lassen Sie uns darüber nachdenken.

Ausschüsse werden für Spezialthemen eingerichtet, wie bspw. der Personal-, Nominierungs-, Strategie- und der Prüfungsausschuss. Ist die Digitalisierung ein vergleichbares Spezialthema? Gerade das Thema disruptive Geschäftsmodelle findet heutzutage zunehmend Raum in Diskussionen zur Unternehmensstrategie und der Weiterentwicklung in der Zukunft. Weiterlesen

Serie „Bilanzskandale“: Gegenmaßnahmen – neue Aktionärsrechterichtlinie kommt 2019

Das ist EU: Eine EU-Richtlinie (EU 2017/828) muss in nationales Gesetz umgesetzt werden. Einer der Gründe, warum die Briten die Scheidung zu Ende März 2019 anstreben. „Aktionäre sollen mehr Macht über den Vorstand erhalten“ – „Neue Aktionärsrichtlinie verstärkt Transparenzdruck“ – Diese Schlagzeilen sorgen für die Diskussion der Gesetzesänderung in den Medien. Haben Sie Recht? Schauen wir genauer hin und betrachten einige Änderungen, die die Richtlinie mit sich bringen wird.

Zielsetzung der Richtlinie

Die Änderung zielt darauf ab, dass die Mitwirkung der Aktionäre börsennotierter Gesellschaften in den Unternehmen verbessert werden soll. Da viele Investoren nicht in Deutschland ansässig sind, sollen vor allem auch grenzüberschreitende Informationen erleichtert werden; dies gilt ebenso für die Ausübung der Aktionärsrechte. Ebenso gibt es Veränderungen bei der Regelung zum Mitspracherecht der Aktionäre beim Vorstand als auch beim Aufsichtsrat. Die Transparenz soll bei institutionellen Anlegern, Vermögensverwaltern sowie Stimmrechtsberatern verbessert werden. Weiterlesen

Update-Bilanzskandale: Fortsetzung im Hess-Krimi folgt 2019

Gerichtliche Aufarbeitung von Bilanzskandalen zieht sich wie ein Kaugummi

Bilanzskandal bei der Hess AG? Ja, das ist schon ein paar Jahre her. Der Leuchtmittelhersteller hat seinen Sitz im „Bilanzfälscher-Land“ Baden-Württemberg, genauer gesagt in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald. Kein schöner Rekord für „mein“ Bundesland. Die Bilanzen wurden manipuliert, um das Unternehmen attraktiv für einen Börsengang zu machen, der auch vollzogen wurde.

Das „Schminksortiment“

Neben fingierten Umsatzerlösen in Form von Scheinrechnungen wurden u.a. auch selbst erstellte Kataloge als Vermögensgegenstände aktiviert, ohne dass diese jedoch die Ansatzkriterien erfüllten. Bestehende Verbindlichkeiten wurden verschleiert und daher zu niedrig ausgewiesen. Kurzum: Die Braut wurde mit illegalen Mitteln aufgehübscht, um sowohl die Vermögens- als auch die Ertragslage besser zu präsentieren. Die Darstellung erfolgte damit nicht nah den tatsächlichen Verhältnissen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, wie es das HGB vorschreibt.

2019 steht laut einer Meldung des Schwarzwälder Boten vom 27. November die gerichtliche Aufarbeitung an. Der Termin für die Hauptverhandlung, die am Mannheimer Landgericht erfolgen wird, ist derzeit noch offen. Weiterlesen