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NWB Experten-Blog

Bilanzierung

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20. Mai 2026

Der Wechsel des Abschlussprüfers ist normalerweise kein Stoff für große Schlagzeilen. Prüfer kommen, Prüfer gehen – mal wegen Rotation, mal aus wirtschaftlichen Gründen, mal weil sich ein Unternehmen strategisch neu aufstellt. Routine also. Spannend wird es allerdings dann, wenn aus einem normalen Wechsel plötzlich ein Vertrauensbruch wird. Denn sobald nicht mehr nur organisatorische Gründe im Raum stehen, sondern ein nachhaltig gestörtes Verhältnis zwischen Unternehmen und Abschlussprüfer, wird aus einer Formalie schnell ein Thema mit Signalwirkung – für Investoren, Aufsichtsräte und alle, die Bilanzen nicht nur lesen, sondern verstehen wollen. Prüferwechsel? Normal. Vertrauensbruch? Eher nicht. Grundsätzlich ist ein Wechsel des Abschlussprüfers...

12. Mai 2026

Viele schauen auf den Gewinn. Einige auch auf den Cashflow. Latente Steuern hingegen führen oft ein Schattendasein – irgendwo im Anhang, technisch erklärt, selten im Fokus. Dabei können sie das Ergebnis erheblich beeinflussen. Und zwar ohne, dass auch nur ein Euro an Steuern geflossen ist. Genau das macht sie so besonders: Latente Steuern verschieben Steuerwirkungen in die Zukunft. Sie entstehen aus Unterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz – und führen dazu, dass ein Teil des heutigen Ergebnisses eher eine Erwartung ist als Realität. Das ist bilanziell korrekt. Aber für die Interpretation nicht ganz ungefährlich. Mehr Aussagekraft – oder mehr Spielraum? Latente...

6. Mai 2026

Viele Unternehmen berichten inzwischen nicht nur ein Ergebnis – sondern gleich mehrere. Neben dem „offiziellen“ Gewinn nach IFRS oder HGB findet sich fast immer auch eine zweite Zahl: Das bereinigte Ergebnis, oft als „Adjusted EBITDA“ oder „bereinigtes EBIT“ bezeichnet. Und nicht selten ist genau diese Zahl die, die im Fokus steht. Die Begründung ist schnell geliefert: Einmaleffekte, Sondereinflüsse oder außergewöhnliche Belastungen hätten das Ergebnis verzerrt. Wer die operative Entwicklung verstehen will, müsse diese Effekte herausrechnen. Das klingt plausibel. Aber wie belastbar sind diese bereinigten Zahlen tatsächlich? Ein Beitrag von: Dr. Carola Rinker Vertretungsprofessorin an der DHBW Lörrach im Studiengang BWL...

4. Mai 2026

Wirecard war der Weckruf, den niemand gebraucht hätte. Der Skandal zeigte, dass das alte System der Bilanzkontrolle mit der privaten DPR und der Bafin nicht schlagkräftig genug war. Seit 2022 liegt die Verantwortung deshalb vollständig bei der Bafin. Einer der zentralen Verantwortlichen ist Thorsten Pötzsch: Jurist, früher unter anderem bei RWE, im Bundesfinanzministerium und Kanzleramt tätig, heute Bafin-Exekutivdirektor für Wertpapieraufsicht und damit auch oberster Bilanzkontrolleur. Seine Bilanz im Handelsblatt fällt deutlich aus: Von 178 geprüften Jahresabschlüssen beanstandete die Bafin 50 wegen wesentlicher Fehler. Fast jede dritte geprüfte Bilanz weist also Mängel auf. Das kann man positiv lesen: Die Kontrolldichte ist...

24. April 2026

Wenn Unternehmen über Innovation sprechen, geht es schnell um Milliardenbeträge. Neue Software, neue Plattformen, neue Antriebe – all das kostet Geld. Viel Geld. In der Bilanz tauchen diese Ausgaben aber oft gar nicht als Aufwand auf. Stattdessen erscheinen sie als immaterieller Vermögenswert in der Bilanz. Der Grund: aktivierte Entwicklungskosten. Und damit wird aus einem Aufwand plötzlich ein Vermögenswert. Zumindest bilanziell. Forschung ist Aufwand – Entwicklung manchmal nicht Die Grundregel der Rechnungslegung klingt zunächst einfach. Forschungskosten sind immer Aufwand. Sie werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Entwicklungskosten dagegen können – oder müssen – aktiviert werden. Voraussetzung ist, dass ein...

22. April 2026

Die Warnsignale waren da – nur erkennt sie kaum jemand Der Prozess vor dem Landgericht Fulda rund um mögliche Bilanzmanipulationen bei der R+S Group, über den unter anderem die Fuldaer Zeitung berichtete, kreist um zentrale Fragen der Verantwortlichkeit und Bewertung. Doch unabhängig vom juristischen Ausgang stellt sich aus fachlicher Sicht eine andere, fast wichtigere Frage: Hätte man die Entwicklung früher erkennen können? Die unbequeme Antwort lautet häufig: ja. Nicht, weil Manipulationen offensichtlich gewesen wären. Sondern weil Bilanzprobleme sich selten plötzlich zeigen. Sie kündigen sich meist durch eine Reihe kleiner Unstimmigkeiten an – Warnsignale, die einzeln erklärbar wirken, in ihrer Kombination...

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