Dax-Vorstände sind Twitter-Verweigerer

Nur vier von 30 DAX-Vorständen nutzen Twitter. Twitter-König unter den DAX-Vorständen ist der Amerikaner Mc Dermott, Vorstand von SAP. Neben dem SAP-Vorstand twittern auch die DAX-Vorstände von Siemens, Covestro und Wirecard. Vier Unternehmen, die sehr innovativ sein müssen, um langfristig erfolgreich zu sein.

Durch Twitter könnten die Vorstände mehr Transparenz schaffen. Neben Verlinkung auf Artikel über das Unternehmen, können neue Mitarbeiter vorgestellt werden. Auch Bilder von Terminen der Vorstände würden zeigen, welche Mühen in einzelne Themen gesteckt werden. Dazu zählt nicht nur das Twittern von Fotos über soziale Projekte des Unternehmens, sondern beispielsweise auch die Vorstellung neuer Produkte oder neuen Niederlassungen des Unternehmens.

Die Höhe der Vorstandsvergütung wird derzeit sehr kontrovers diskutiert. Einblicke in das Arbeitspensum eines Vorstandes würden zeigen, welches Opfer ein Vorstand für seinen Posten bringt. Doch leider wird dieses Potenzial von den Vorständen bisher noch vernachlässigt. Dies kann sicherlich mit der Generation zusammenhängen. Allerdings ist Mc Dermott auch über 50 und twittert. Als Amerikaner ist er diesem Medium vermutlich aufgeschlossener als ein deutscher Vorstand. Ein Blick über den Tellerrand könnte helfen, mögliche Bedenken abzulegen und das Kommunikationsverhalten zu überdenken.

Nicht nur bei Twitter, auch in anderen sozialen Medien wie XING, LinkedIn und Instagram besteht noch Luft nach oben. Ein Post auf LinkedIn kann beispielsweise gleichzeitig auf Twitter gepostet werden, also parallel in mehreren Netzwerkern, was wiederum die Reichweite und die Chance erhöht, dass der Beitrag gelesen wird.

Mc Dumott hat derzeit ca. 45.000 Follower auf Twitter. Auch wenn ein Popstar oder ein Fußballer sicherlich deutlich mehr hat, ist dies dennoch eine Zahl, bei der die eigene Nachricht eine gewisse Bedeutung erreicht. Ich muss zugeben, dass ich bei Twitter auch nicht sehr aktiv bin. Aber bei einer zweistelligen Zahl an Followern erreichen meine Beiträge auch im Vergleich zu Mc Dumott niemanden.

Fazit: Vorstände sollten ihr Potenzial durch die Kommunikation in sozialen Medien besser nutzen. Sie können dadurch nicht nur die Transparenz erhöhen, sondern auch direkt mit Interessierten kommunizieren.

Weitere Informationen:

Lazar Backovic; Michael, Scheppe: Unter Exoten, www.handelsblatt.com v. 19.01.2019 (print: S. 50-51)

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns die Löschung unangemessener Kommentare vor. Ebenso, wenn diese offensichtlich nicht mit Klarnamen/-Mail verfasst wurden. Erforderliche Felder sind markiert *

38 − 31 =