Die Macht der Sperrminorität

Es läuft nicht immer so wie bei BMW

Sperrminorität. Was war das noch mal? Ja richtig, 25% plus eine Aktien. Mindestens. Dann können Entscheidungen blockiert werden. Nicht alle. Aber die wichtigen: Änderungen der Satzung. Kapitalerhöhung. Kapitalherabsetzung.

Was zeigt uns dies? Eine Aktiengesellschaft sollte darauf achten, wenn ein Aktionär in die Nähe der Sperrminorität kommt. Oder auch zwei Aktionäre zusammen. Im schlimmsten Falle können diese eine notwendige Kapitalerhöhung für wichtige Investitionen in Innovationen verhindern.

In der Hauptversammlung können bei Diskussionen Entscheidungen schnell kippen. Es braucht manchmal nur einen überzeugenden Redner und schon springen einige Aktionäre auf dessen Zug auf. Hilfreich bei der Vorbeugung derartiger Situationen ist es, wenn das Unternehmen die Aktionärsstruktur sehr gut kennt.

Auch wenn es in den letzten Jahren keine nennenswerten Skandale in dieser Hinsicht gegeben hat: Dies kann sich jederzeit ändern. Einige Unternehmen greifen vor und versuchen, derartige Probleme zu vermeiden. Beispielsweise können Aktien der Weleda AG nur dann erworben werden, wenn die Person Mitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ist. Sonderfall. Das stimmt. Aber auch bei anderen Unternehmen gibt es Aktien mit und ohne Stimmrecht. Bei Aktien ohne Stimmrecht erhalten die Aktionäre eine Art «Schweigegeld». Für das fehlende Stimmrecht erhalten sie eine etwas höhere Dividende.

Bei BMW hat Stefan Quandt durch das Erbe seiner Mutter die Sperrminorität.  Dadurch hält der Großaktionär alleine 25,843% der Stimmrechte des Konzerns. Damit kann er nicht nur Kapitalerhöhungen, sondern auch die Auflösung von BWM verhindern.

Die Quandt-Schwester Susanne Klatten hält knapp 21% des Automobilherstellers. Somit haben die beiden Geschwister mit ihrem Anteil eine große Macht. Die beiden Großaktionäre möchten laut Meldungen die Anteile nicht verkaufen. Die beiden Geschwister sind diesbezüglich in der Vergangenheit nicht durch Skandale aufgefallen. Erfreulich, dass es solche Großaktionäre gibt.

Fazit: Die Macht der Sperrminorität darf nicht unterschätzt werden. Bedacht ist geboten.

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