Digitalisierung der Buchhaltung: Wozu noch Buchungssätze lernen?

Eine provokante Frage? Stimmt! Diese habe ich mehrfach von meinen Studierenden gehört. Doch gerade durch die Digitalisierung der Buchhaltung sind Buchhaltungskenntnisse wichtig. Denn wenn ein Großteil der Buchungssätze nicht mehr manuell vorgenommen wird, sondern durch Knopfdruck oder Automatisierung erfolgt, ist eines von besonderer Bedeutung: Das Verstehen der Zusammenhänge von Bestands- und Erfolgskonten, auch wenn nur wenige Berufseinsteiger Buchhalter werden. Für die Übernahme von Führungspositionen oder der Geschäftsführung können Buchhaltungskenntnisse keinesfalls schaden. Ganz im Gegenteil.

Erschreckende Realität?

In meinen Schulungen habe ich immer wieder erlebt, das Mitarbeiter in der Buchhaltung nicht in der Lage sind, unbekannte Geschäftsvorfälle selbständig zu buchen. Sollte es aber darum gehen, mögliche Fehler oder Unstimmigkeiten in der Buchhaltung aufzudecken, ist dieses Wissen unbedingt erforderlich. Daher ist es auch im Interesse des Unternehmens, Mitarbeiter bei der Weiterbildung zu unterstützen. Sicherlich mag nicht jeder die sehr anspruchsvolle Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter absolvieren (können). Doch regelmäßige Weiterbildungen sind gerade in der Buchhaltung besonders wichtig.

Es gibt durch Änderung von Steuergesetzen immer neue Vorschriften, die sich auch auf die Buchhaltung auswirken. Insbesondere die Lohnbuchhaltung ist sehr anspruchsvoll, so dass sich hier eine Spezialisierung lohnen kann. Insbesondere die Abgrenzung zwischen lohnsteuerpflichtigen und lohnsteuerbefreiten Gehaltsbestandteilen gibt es zahlreiche Vorschriften.

Unterstützung durch Software

Mittlerweile gibt es sicherlich auch sehr gute Software, die auch ohne tiefere Kenntnisse der Buchhaltung den Unternehmen die Arbeit erheblich erleichtern. So kann durch eine bstimme Software die Umsatzsteuer-Voranmeldung per Knopfdruck erstellt werden. Welche Software sich für ein Unternehmen eignet, hängt auch maßgeblich mit der Unternehmensgröße zusammen. Je größer ein Unternehmen ist, desto größer auch der Personalbedarf und die Ansprüche an die Buchhaltungssoftware.

Doch warum sind Buchhaltungskenntnisse immer noch so wichtig, auch wenn eine Software so vieles selbst oder auf Knopfdruck erledigt? Es gibt immer noch komplexe Geschäftsvorfälle, die manuell gebucht werden müssen. Gerade diese Geschäftsvorfälle erfordern Kenntnisse darin, ob ein Aktivkonto im Soll zu- oder abnimmt. Mit ein paar wichtigen Verkehrsregeln und Rezepten lässt sich jeder Geschäftsvorfall buchen. Man muss diese nur eben kennen. Denn auch die Buchungen bei der Erstellung des Jahresabschlusses werden sicherlich noch eine Weile manuell durchgeführt werden müssen.

Fazit:

Buchhalter sind weiterhin sehr wichtig. Vor allem, gut qualifizierte. Denn sie werden so schnell nicht durch automatisierte Buchungen ersetzbar sein.

Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag:

Finanzbericht auf Knopfdruck – Zukunft der Berichterstattung

 

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Wir behalten uns die Löschung unangemessener Kommentare vor. Ebenso, wenn diese offensichtlich nicht mit Klarnamen/-Mail verfasst wurden. Erforderliche Felder sind markiert *

61 − = 55