Nach Unterbrechung von Rock am Ring: Neue Risiken für Unternehmen

Wetter gut, alles gut! So hatte sicherlich der ein oder andere Besucher des Musikfestivals „Rock am Ring“ gedacht. Denn im letzten Jahr musste das beliebte Festival aufgrund eines Blitzeinschlages abgebrochen werden. Dieses Jahr hat den Musikfans leider eine noch viel schlimmere Meldung die Laune verdorben: eine Terrorwarnung.

Ich hatte gehofft, zum Thema „neue Risiken für Unternehmen“ keine Fortsetzung schreiben zu „müssen“. Dies ist nun leider eingetroffen. Die Dimension von Terrorwarnungen ist in unserem Alltag angekommen. Insbesondere für Unternehmen, die Großveranstaltungen durchführen, steigen durch solche Ereignisse die Risiken immens. Welcher Versicherer wird und vor allem kann solch ein Risiko denn noch versichern? Gerade bei Konzertveranstaltern sind die Fixkosten im Vergleich zu den variablen Kosten sehr hoch, so dass in den letzten Jahren einige Veranstaltungen keine zweite Auflage hatten.

Folge der hohen Risiken waren teilweise ein sog. eingeschränkter Bestätigungsvermerk. Die Wirtschaftsprüfer konnten aufgrund des hohen Risikos nicht für den gesamten Jahresabschluss einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilen. Wird dies künftig Normalität? Welche Auswirkung wird dies auf den Aktienkurs der betroffenen Unternehmen haben? Denn das Investment wird dadurch erheblich riskanter für Anleger.

Viel schlimmer als ein eingeschränkter Bestätigungsvermerk ist allerdings die Tatsache, dass die Risiken immer schwieriger zu kalkulieren sind. Welcher Veranstalter von Konzerten und Festivals möchte die Verantwortung für die weitere Durchführung der Veranstaltung trotz Terrorwarnungen auf sich nehmen? Sicherlich niemand. Denn hier geht es um sehr viele Menschenleben. Dies ist eine ganz andere Dimension wie die Absage aufgrund von Unwetterwarnungen.

Diese bisher in Deutschland eher abstrakte Gefahr von Hackerangriffen und Terror konkretisiert sich nun durch die aktuellen Ereignisse. Dadurch werden solche Risiken auch zunehmend bei der Berichterstattung und vor allem dem Risikomanagement eine wichtige Rolle spielen. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines bestimmten Ereignisses wird in Zukunft sicherlich auch höher geschätzt werden als in den vergangenen Jahren. Über die Kalkulation der Höhe der Risiken wird es sicherlich noch einiges an Diskussionsbedarf geben. Denn wie kann das Risiko einer Terrorwarnung monetär berechnet werden? Einerseits drohen Imageschäden und hohe Umsatzeinbußen. Aber das Risiko der Gefährdung von Menschenleben hat eine ganz andre Dimension.

Hoffen wir, es gibt keinen Teil drei und das Thema „neue Risiken für Unternehmen“ wird zu einer neuen Serie. Mit Terror und Hackerangriffen haben wir schon zwei Risiken, die unternehmerische Tätigkeiten von Unternehmen erheblich beeinflussten.

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