Jahresrückblick 2017: Was die Welt der Bilanzen in diesem Jahr beschäftigt hat

Die Zeit rast. 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Lassen Sie uns einen Blick auf das „alte“ Jahr werfen.

Fangen wir mit den positiven Aspekten an:

Schwellenwerte für GWG:
Der nächste runde Geburtstag der Schwellenwerte für geringwertige Wirtschaftsgüter fällt aus. Die Schwellenwerte werden seit mehr als 50 Jahren endlich wieder angehoben. Das war dringend notwendig. Eine regelmäßige Anpassung in der Zukunft ist wünschenswert. Nur leider sind wir derzeit nicht bei „Wünsch dir was“, sondern bei „Wünsch dir eine Regierung“.

Lesbarkeit von Geschäftsberichten digital/print:
Die Geschäftsberichte der Unternehmen werden zunehmend lesbarer, da sie vermehrt einer radikalen Diät unterzogen werden. Noch ist die Lesbarkeit insgesamt ausbaufähig, aber der Weg geht in die richtige Richtung. Ach ja: Auch die digitalen Berichte sollten lesbar sein. Warten wir auf die neue Saison, vielleicht hat das ein oder andere Unternehmen reagiert.

Mehr Frauen in Aufsichtsräten:
Frauen kommen zunehmend in die Aufsichtsräte. Sicherlich ein positiver Aspekt. Nur leider geht es sehr langsam voran. Vielleicht tut sich im neuen Jahr an dieser Stelle etwas. Dann werden einige Mandate neu vergeben. Auch ich konnte mich in diesem Jahr über mein erstes Mandat erfreuen.

Digitalisierung:
Die Digitalisierung wirkt sich auch im Rechnungswesen erheblich aus. Ob dies aus Sicht der Unternehmen als positiv zu sehen ist, sei dahingestellt. Was kritisch betrachtet werden muss: So weit wie wir immer glauben sind wir mit der Digitalisierung noch nicht. 2018 sollten weitere Fortschritte gemacht werden. Ansonsten hinken wir hinterher.

CSR-Richtlinie:
Die neue CSR-Richtlinie ist da. Ein Aspekt, der sicherlich als positiv zu sehen ist. Jedoch gibt es bei den Unternehmen, die der Pflicht unterliegen, sicherlich noch Verbesserungsbedarf. Aber auch hier sicherlich ein Weg in die richtige Richtung.

Leider gab es in diesem Jahr jedoch auch einige weniger erfreuliche Ereignisse:

Cyber-Risiken:
Durch Hackerangriffe wurde in der ersten Jahreshälfte unsere Wirtschaft für einige Tage lahmgelegt. Das Thema Cyber-Risiken wird für Unternehmen in der Risikoberichterstattung und dem Risikomanagement eine zunehmende Rolle spielen.

Insolvenzen:
Die Schokoherzen von Air Berlin sind Geschichte. Nicht nur Air Berlin, sondern auch die SolarWorld AG haben in diesem Jahr Insolvenz angemeldet. Ach ja, und Niki. Sehr unschön, aber Realität. Bei Air Berlin und Niki wird im Jahr 2018 sicherlich noch einiges zu klären sein.

Bilanzskandale:
Seit November geistert die mögliche Bilanzfälschung von Poco durch die Medien. Ärgerlich. Haben die Regelungen zu Corporate Governance und Co nicht dazu geführt, Bilanzskandale zu vermeiden? Warten wir ab, welche Ergebnisse die aktuell laufenden Untersuchungen zeigen werden.

Fazit:
Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Im nächsten Jahr werden unter anderem die Themen Digitalisierung, Risikoberichterstattung und Corporate Social Responsibility von Bedeutung sein. Hoffen wir auf eine neue Regierung, die sich der für Unternehmen relevanten Themen zur Rechnungslegung annehmen wird.

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