Zucker ist kein harmloser Genuss – und sollte steuerlich auch so behandelt werden. Wer heute durch die Supermarktregale geht, gewinnt schnell den Eindruck, Zucker sei weniger Lebensmittel als vielmehr Geschäftsmodell. Ob Getränke, Frühstücksprodukte, Snacks oder vermeintlich „gesunde“ Kinderprodukte – Zucker ist allgegenwärtig. Nicht zufällig, sondern gezielt: Er macht es möglich, Produkte billiger herzustellen, verlängert die Haltbarkeit und fördert das Konsumverhalten (durch Abhängigkeit), was ökonomisch gewollt, gesundheitlich aber problematisch ist. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, deren Geschmacksprägung frühzeitig in Richtung süß gelenkt wird – mit langfristigen Folgen. Dass der Staat bei gesundheitsschädlichem Konsum lenkend eingreift, ist kein Novum. Tabak und...
Steuern
- All Posts
- Steuern
Digitalisierung in Deutschland – was ist nicht schon alles darüber geschrieben worden. Eine „Meisterleistung“ in diesem Zusammenhang haben wieder einmal die Finanzverwaltung und der Steuergesetzgeber vollbracht. Es geht um die digitale Bereitstellung von Steuerbescheiden und die Pflicht zum digitalen Abruf. Kurz zum Hintergrund: Bereits seit einiger Zeit können Steuerbescheide nicht nur in Papierform auf dem Postwege, sondern auch digital per ELSTER zum Abruf bekannt gegeben werden. Dazu war jedoch bislang die Einwilligung des Empfängers notwendig. Durch eine Gesetzesänderung soll künftig statt der „Einwilligung“ einer „Widerspruchslösung“ gelten. Das heißt: Der neu gefasste § 122a AO erlaubt es den Finanzbehörden künftig, Verwaltungsakte...
Vermögensübertragungen unter Nießbrauchsvorbehalt sind gang und gäbe. In der steuerlichen Gestaltungspraxis können sie manchmal aber ganz schön kniffelig sein. Noch schwieriger kann die Beratung sein, wenn es um den Verzicht auf einen bereits eingeräumten Nießbrauch geht. Dies beweist eindrücklich ein aktuelles BFH-Urteil. Die obersten Steuerrichter haben nämlich entschieden, dass der Verzicht auf ein Nießbrauchsrecht zu Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung führt, wenn der Nießbraucher das Grundstück zum Zeitpunkt des Verzichts tatsächlich vermietet und hieraus bereits Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt – und das kann steuerlich teuer werden (BFH-Urteil vom 10.10.2025, IX R 4/24). Der Sachverhalt in aller Kürze: Die...
Manchmal entsteht ein Steuerstreit nicht, weil sich ein Sachverhalt geändert hat – sondern weil die Verwaltung ihre Sichtweise ändert. Genau das war der Zündfunke im Urteil des FG Sachsen vom 5. Februar 2025 (5 K 423/24): Ein Mieterschutzverein hatte über Jahre die auf die außergerichtliche Rechtsberatung entfallenden Mitgliedsbeiträge als umsatzsteuerfrei behandelt – gestützt auf eine veröffentlichte Verwaltungsauffassung. Dann kam die Kehrtwende: Eine spätere, nicht veröffentlichte Anweisung hob diese Linie auf, und plötzlich sollten für 2019 bis 2021 Umsatzsteuern nachgezahlt werden. Das Gericht stellte sich nun klar gegen den Fiskus und hob die Steuerbescheide auf. Worum ging es genau? Streitpunkt war,...
Kann ein Selbstständiger die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben abziehen, wenn der Raum „nur“ von seinem Ehegatten genutzt wird, der für ihn unentgeltlich alle Verwaltungsaufgaben erledigt? Diese Frage wird bald der BFH beantworten müssen. Vorausgegangen ist ein negatives Urteil des FG Münster. Das Gericht hatte nicht einmal die Revision zugelassen; diese wurde erst per Nichtzulassungsbeschwerde erreicht (FG Münster, Urteil vom 28.8.2024, 2 K 1243/20 E, Az. beim BFH: VIII R 20/25). Der Sachverhalt: Der Kläger ist Musiker und Betreiber von Musikschulen. Seine Ehefrau arbeitet unentgeltlich in den Musikschulen mit, das heißt, sie erledigt vom häuslichen Arbeitszimmer aus die...
Der Stromausfall vom 3. Januar 2026 in Berlin hat vielen Unternehmen und Freiberuflern deutlich vor Augen geführt, wie verwundbar selbst hochentwickelte Infrastrukturen sein können. Hierzu hatte ich neulich den Beitrag „Wenn der Strom ausgeht – was der Berliner Blackout über die Resilienz unseres Berufsstands verrät“ hier veröffentlicht. Unabhängig von der konkreten Ursache zeigt dieses Ereignis exemplarisch, was unter hybriden Bedrohungen zu verstehen ist: das Zusammenwirken von physischen, digitalen und organisatorischen Risiken.Für Steuerkanzleien, die täglich mit hochsensiblen Mandanten- und Unternehmensdaten arbeiten und deren Arbeitsfähigkeit stark von digitalen Systemen abhängt, gewinnt die Frage nach einer angemessenen Cyber- und Krisenresilienz damit weiter an...
NEUESTE BEITRÄGE
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 29. September 2026
Zugang zur Schuldnerberatung neu geregelt – Bund und Länder einigen sich
-
Christian Herold 29. September 2026
Verluste aus spekulativen Anlagen – abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgründen?
-
Ralph Homuth, LL.M. 29. September 2026
Deutschland – noch renovierungsfähig oder abrissbereit?
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 28. September 2026
EU verabschiedet neue Regeln für E-Commerce und Zoll
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 28. September 2026
Update: Neue Haftungsregeln für E-Scooter beschlossene Sache!
21.09.2026 von Peter Röder
Beitragspflicht von Betriebsrenten auch bei Kapitalauszahlung – rechtens, aber nicht gerecht