Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück prägte den Satz: „Lieber 25 Prozent von X als 42 Prozent von nix.“ Mit dieser Aussage wurde die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge in Höhe von 25 Prozent eingeführt. Die zugrunde liegende Logik ist einfach: Wer so viel Geld hat, ist maximal mobil und im Zweifel schnell ausgewandert. Diese Logik lässt sich heute auf den Einkommensteuertarif übertragen. Hier ein Vergleich der Jahre 1995, 2005 und 2026. Dieser zeigt eine deutliche Verschiebung des Spitzensteuersatzes in Richtung Durchschnittseinkommen. 1995: Spitzensteuersatz: 53 % Beginn: ca. 61.400 € (umgerechnet) Durchschnittseinkommen: ca. 24.850 € Erforderlich war ca. das 2,5-Fache des Durchschnittseinkommens. 2005:...
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Ist eine doppelte Haushaltsführung dem Grunde nach steuerlich anzuerkennen, sind die Kosten der Zweitwohnung als Werbungskosten abzugsfähig. Als Unterkunftskosten dürfen – im Inland – allerdings höchstens 1.000 Euro im Monat angesetzt werden (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG). Mehrere Finanzgerichte hatten indes geurteilt, dass die Kosten für einen angemieteten Stellplatz oder für eine Garage nicht zu den Unterkunftskosten gehören und damit nicht unter die 1.000 Euro-Grenze fallen. Sie sind damit auch dann abziehbar, wenn bereits die Miete für die Wohnung so hoch ist, dass die Grenze überschritten wird (so FG des Saarlandes, Gerichtsbescheid vom 20.5.2020, 2 K...
Durch das Steueränderungsgesetz (StÄndG) 2025 wird mit Wirkung vom 1.1.2026 wieder (dauerhaft) der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen und Dienstleistungen eingeführt. Was gilt jetzt? Und welche Besonderheiten gab es in der Sylvesternacht? Änderung der Umsatzsteuer im Gastrobereich ab 1.1.2026 Mit Art. 4 Nr.2 StÄndG 2025 gilt ab 1.1.2026 wieder – der schon während der Corona-Pandemie befristet geltende – ermäßigte Umsatzsteuersatzes von 7 Prozent auf die Speisenabgabe innerhalb von Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (§ 12 Abs.2 Nr. 15 UStG. Die Regelung ist nicht zeitlich befristet, gilt also dauerhaft, soweit der Gesetzgeber keine abweichende Regelung trifft. Die Umsatzsteuerermäßigung gilt wie bisher nicht...
Sind die Aufwendungen für das verschreibungspflichtige Medikament Ozempic, auch als „Abnehmspritze“ bekannt, als außergewöhnliche Belastung berücksichtigungsfähig, wenn dies „nur“ wegen Adipositas verschrieben wurde? Mit dieser Frage muss sich der BFH in dem Verfahren mit dem Az. VI R 12/25 befassen. Vorausgegangen ist ein abschlägiges Urteil des FG Sachsen-Anhalt vom 18.6.2025 (1 K 776/24). Ein Beitrag von: Christian Herold Steuerberater in Herten/Westf. (www.herold-steuerrat.de) Autor zahlreicher Fachbeiträge Mitglied im Steuerrechtsausschuss des Steuerberaterverbandes Westfalen-Lippe Warum blogge ich hier? Als verantwortlicher Redakteur und Programmleiter zahlreicher Steuerfachzeitschriften, meiner früheren Tätigkeit in der Finanzverwaltung und meiner über 25-jährigen Arbeit als Steuerberater lerne ich das Steuerrecht sowohl...
Fast keine Woche verging im zweiten Halbjahr 2025 ohne ein neues Gerücht, wann das Bundesverfassungsgericht seine nächste Entscheidung zur Erbschaftsteuer fällen wird. Doch jedes Mal, wenn es hieß, dass es jetzt so weit sei – passierte nichts. Mittlerweile gilt als gesichert, dass es bis Ende des laufenden Jahres dabei bleibt. Zumindest erbschaftsteuerlich dürfte es damit wohl ein ruhiger Jahreswechsel werden. Doch spätestens, wenn die Weihnachtsmärkte abgebaut und die letzten Böller gezündet sind, wird die Gerüchteküche wieder zu brodeln beginnen. Die erste Frage, die sich stellt, ist, ob das Gericht eine mündliche Verhandlung plant. Falls ja, gäbe es ab dem Bekanntwerden...
Am 19.12.2025 hat der Bundesrat verschiedenen Änderungen im Stromsteuer- und Energiesteuerrecht zugestimmt, die auf eine Senkung der Strompreise und die Modernisierung des Strom- und Energiesteuerrechts abzielen. Wer profitiert davon? Hintergrund Im Koalitionsvertrag 2025 hatte die neue Regierung eine Stromsteuersenkung „für alle“ Verbraucher und Unternehmen angekündigt, jedoch ist diese Maßnahme im Koalitionsausschuss aufgrund fehlender Finanzierung erstmal nur auf das produzierende Gewerbe, die Land- und Forstwirtschaft beschränkt worden. Am 3.9.2025 hatte das Bundeskabinett dann Gesetze zur Senkung der Energie- und Stromsteuer sowie der Netzentgelte auf den Weg gebracht. Mit dem jetzt von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Änderungen werden neben dem Stromsteuergesetz (StromStG)...
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