Das Deutschlandticket kostet ab 1.1.2027 nicht mehr 63 Euro, sondern 66,80 Euro im Monat. Das haben die Verkehrsminister der Länder beschlossen.
Hintergrund
Mehr als 14,5 Mio. Bundesbürger nutzen inzwischen das sog. Deutschlandticket, das im monatlich kündbaren Abo zunächst mit einem Preis von 49 Euro gestartet ist, seit Anfang 2025 aber schon 58 Euro kostete. Zum 1.1.2026 ist der Preis durch Änderung des Regionalisierungsgesetzes auf 63 Euro angehoben worden – ich habe im Blog berichtet.
Angesichts des Finanzierungsstreits von Bund und Ländern, die das Ticket subventionieren, war lange unsicher, ob es überhaupt eine Zukunft für das Deutschlandticket gibt – und wenn ja zu welchem Preis. Der Bund will die Länder auch in den kommenden Jahren mit einem Betrag in Höhe von 1,5 Milliarden Euro/Jahr zum Ausgleich der durch das Deutschlandticket bei den Aufgabenträgern und den Verkehrsunternehmen im öffentlichen Personennahverkehr entstehenden Mindereinnahmen unterstützen.
Deutschlandticket kostet ab 1.1.2027 bereits 66,80 Euro
Der Preis für das Deutschlandticket steigt nun nach dem Beschluss der Verkehrsministerkonferenz ab 1.1.2027 um 3,80 Euro auf 66,80 Euro/Monat. Berechnet wurde der Preis erstmals anhand eines Index, der unter anderem Personal-, Energie- und Betriebskosten berücksichtigt. Personal-, Energie- und allgemeine Kosten, werden im Verhältnis 55 zu 20 zu 25 Prozent in einem Kostenindex abgebildet. Die Berechnungen der neuen Kosten hat das für das Deutschland-Ticket gegründete Unternehmen D-Tix vorgenommen. Abschließend beriet dann noch der „Koordinierungsrat Deutschlandticket“, zu dem Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und die Verkehrsbranche gehören.
Wie geht’s nach 2027 weiter?
Der Regierungsentwurf zur Änderung des Regionalisierungsgesetzes im Jahr 2025 (BT-Drs. 21/1495) sah zunächst eine Verlängerung des Deutschlandtickets nur bis Ende 2026 vor. Der federführende Verkehrsausschuss verlängerte jedoch Gültigkeit bis Ende 2030 durch die Annahme eines Änderungsantrages der Koalitionsfraktionen mit deren Stimmenmehrheit. Er folgte damit dem Beschluss der Verkehrsministerkonferenz vom 18.9.2025 und der Stellungnahme des Bundesrates zum Gesetzentwurf (BT-Drs. 21/1932).
Damit ist die Finanzierung des Deutschlandtickets bis Ende 2030 gesichert, Bund und Länder werden sich in den kommenden Jahren mit jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr an der Finanzierung des Tickets beteiligen, um die zu erwartenden Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen auszugleichen.
Die Verkehrsministerkonferenz hatte im Gesetzgebungsverfahren zwar ihre Forderung bekräftigt, auch die regulären Regionalisierungsmittel nach § 5 RegG dauerhaft zu erhöhen und beschlossen, dazu eine Kommission aus Bund, Ländervertretern und Experten zu bilden. Anschließend erfolgte allerdings eine Einigung zur Sicherung der Finanzierung bis 2030, mit der eine indexbasierte Preisfortschreibung ab 2027 angestrebt wird.
Ein Dämpfungsfaktor soll zwar ab 2028 bei Mengenwachstum den Preisanstieg dämpfen und ist auf zwei Drittel der Höhe des Wertfaktors begrenzt. Allerdings wird es angesichts der allgemeinen Kostensteigerungen bei Personal, Energie- und Betriebskosten auch zum 1.1.2028 einen (indexierten) Preisanstieg beim Deutschlandticket geben, den die Verkehrsminister voraussichtlich im Herbst 2027 wieder informieren. Es bleibt dabei: ÖPNV-Nutzung ist zwar umweltfreundlich und akzeptiert, wird aber nicht billiger …