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NWB Experten-Blog

Bilanzierung

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27. Mai 2026

Noch vor wenigen Jahren stand die Bilanzkontrolle der BaFin massiv in der Kritik. Nach dem Wirecard-Skandal sollte vieles besser, schärfer und konsequenter werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte ich daher die Frage gestellt, ob die neue Bilanzkontrolle inzwischen wirklich mehr Schlagkraft entwickelt hat – oder ob trotz aller Reformen weiterhin blinde Flecken bestehen. Der neue Tätigkeitsbericht 2025 zeigt nun: Die BaFin prüft sichtbarer, intensiver und zunehmend auch komplexere Themen. Doch viele der festgestellten Schwachstellen wirken erstaunlich vertraut. Die Fehlerquote bleibt hoch, klassische Bilanzierungsprobleme tauchen weiterhin regelmäßig auf – und gleichzeitig kommen mit Nachhaltigkeitsberichterstattung und EU-Taxonomie neue Baustellen hinzu. Die Bilanzkontrolle...

26. Mai 2026

Wenn Vorstandsvergütung auf geschönten Kennzahlen basiert Viele Unternehmen kommunizieren nicht nur operative Kennzahlen – sie knüpfen daran auch ihre Vergütungssysteme. Genau hier wird es heikel. Denn wenn das bereinigte EBIT nicht nur die Kapitalmarktstory prägt, sondern zugleich Grundlage der Vorstandsvergütung ist, geht es nicht mehr nur um Transparenz, sondern um Anreizsysteme. Der aktuelle Fall Zalando zeigt exemplarisch, warum Investoren, Aufsichtsräte und Bilanzleser genauer hinschauen sollten. Bereinigte Kennzahlen als Vergütungsmaßstab – ein sensibles Spielfeld Bereinigte Kennzahlen können sinnvoll sein, wenn sie echte Sondereffekte ausblenden und so die operative Entwicklung klarer zeigen. Problematisch wird es jedoch, wenn aus einer Kommunikationskennzahl eine Vergütungskennzahl...

25. Mai 2026

Die EU-Taxonomie verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Sie soll nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten transparenter machen, Kapital gezielter in „grüne“ Bereiche lenken und Unternehmen vergleichbarer machen. Für Investoren klingt das zunächst sinnvoll. Wer möchte nicht besser einschätzen können, wie nachhaltig ein Unternehmen tatsächlich wirtschaftet? Doch zwischen regulatorischem Anspruch und praktischem Nutzen klafft in vielen Geschäftsberichten eine spürbare Lücke. Taxonomiefähig oder nicht taxonomiefähig – was bedeutet das überhaupt? Vereinfacht gesagt beschreibt „taxonomiefähig“, ob eine wirtschaftliche Tätigkeit grundsätzlich unter die von der EU definierten nachhaltigkeitsrelevanten Kategorien fällt. Es geht also zunächst darum, ob ein Geschäftsbereich überhaupt vom Regelwerk erfasst wird. „Nicht taxonomiefähig“ bedeutet dagegen, dass bestimmte...

20. Mai 2026

Der Wechsel des Abschlussprüfers ist normalerweise kein Stoff für große Schlagzeilen. Prüfer kommen, Prüfer gehen – mal wegen Rotation, mal aus wirtschaftlichen Gründen, mal weil sich ein Unternehmen strategisch neu aufstellt. Routine also. Spannend wird es allerdings dann, wenn aus einem normalen Wechsel plötzlich ein Vertrauensbruch wird. Denn sobald nicht mehr nur organisatorische Gründe im Raum stehen, sondern ein nachhaltig gestörtes Verhältnis zwischen Unternehmen und Abschlussprüfer, wird aus einer Formalie schnell ein Thema mit Signalwirkung – für Investoren, Aufsichtsräte und alle, die Bilanzen nicht nur lesen, sondern verstehen wollen. Prüferwechsel? Normal. Vertrauensbruch? Eher nicht. Grundsätzlich ist ein Wechsel des Abschlussprüfers...

12. Mai 2026

Viele schauen auf den Gewinn. Einige auch auf den Cashflow. Latente Steuern hingegen führen oft ein Schattendasein – irgendwo im Anhang, technisch erklärt, selten im Fokus. Dabei können sie das Ergebnis erheblich beeinflussen. Und zwar ohne, dass auch nur ein Euro an Steuern geflossen ist. Genau das macht sie so besonders: Latente Steuern verschieben Steuerwirkungen in die Zukunft. Sie entstehen aus Unterschieden zwischen Handels- und Steuerbilanz – und führen dazu, dass ein Teil des heutigen Ergebnisses eher eine Erwartung ist als Realität. Das ist bilanziell korrekt. Aber für die Interpretation nicht ganz ungefährlich. Mehr Aussagekraft – oder mehr Spielraum? Latente...

6. Mai 2026

Viele Unternehmen berichten inzwischen nicht nur ein Ergebnis – sondern gleich mehrere. Neben dem „offiziellen“ Gewinn nach IFRS oder HGB findet sich fast immer auch eine zweite Zahl: Das bereinigte Ergebnis, oft als „Adjusted EBITDA“ oder „bereinigtes EBIT“ bezeichnet. Und nicht selten ist genau diese Zahl die, die im Fokus steht. Die Begründung ist schnell geliefert: Einmaleffekte, Sondereinflüsse oder außergewöhnliche Belastungen hätten das Ergebnis verzerrt. Wer die operative Entwicklung verstehen will, müsse diese Effekte herausrechnen. Das klingt plausibel. Aber wie belastbar sind diese bereinigten Zahlen tatsächlich? Ein Beitrag von: Dr. Carola Rinker Vertretungsprofessorin an der DHBW Lörrach im Studiengang BWL...

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