Ältere Mitbürger, die in eine Senioren- oder Serviceresidenz ziehen, behalten zuweilen ihren Erstwohnsitz bei. Darf in einem solchen Fall eine Zweitwohnungsteuer festgesetzt werden? Nein, sagt das FG Berlin-Brandenburg. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Residenz Betreuungsleistungen für alte und behinderte Menschen bietet (Urteil vom 15.1.2026, 14 K 14074/25). Doch das letzte Wort ist möglicherweise noch nicht gesprochen. Der Sachverhalt: Für die Klägerin ist der Pflegegrad 3 amtlich festgestellt worden. Sie war mit ihrem Ehemann mit Hauptwohnung in der B-Straße gemeldet. Daneben nutzte die Klägerin seit Dezember 2023 aus gesundheitlichen Gründen eine barrierefreie Service-Wohnung mit einer 24-Stunden-Hilferuf-Ausstattung in einer Service-Residenz. Sie...
- All Posts
- Allgemein
- Bilanzierung
- Recht
- Steuern
Bei Gerresheimer reißt der Nachrichtenstrom seit Monaten nicht ab. Nun kommt eine weitere Entwicklung hinzu, die für Anleger ein Warnsignal sein dürfte. Ein kurzer Rückblick Bereits im vergangenen Jahr geriet der Verpackungsspezialist für Pharma- und Medizinprodukte zunehmend unter Druck. Mehrere negative Meldungen sorgten für Unsicherheit bei Investoren. Zunächst musste das Unternehmen seine Prognose senken. Grund waren unter anderem schwächere Nachfrage in einzelnen Geschäftsfeldern sowie ein schwierigeres Marktumfeld. Hinzu kamen Untersuchungen der Finanzaufsicht BaFin. Die Behörde prüft die Zwischenabschlüsse des Unternehmens und untersucht unter anderem, ob Umsätze möglicherweise zu früh erfasst wurden. Auch operativ blieb die Lage angespannt: Der Aktienkurs geriet...
147,4 Milliarden Euro jährliches Aufkommen: Diese Zahl wirkt wie ein politischer Endpunkt. Tatsächlich ist sie erst der Anfang. Denn bei einer Vermögensteuer entscheidet nicht die „Bruttozahl“, sondern die Robustheit des Nettoeffekts nach Verhaltensreaktionen, Bewertungsfragen und Vollzugsrealität. Genau hier wird die Debatte – früher oder später – vom moralischen Signal zur technischen Mechanik kippen. Ich nutze das aktuell diskutierte Modell aus dem Umfeld der DIW-Berechnungen (Fallstudie „Vermögensteuer – Die Linke“/pdf) als Fallstudie. Nicht, um Parteipolitik zu betreiben, sondern um zu zeigen, welche Fragen sich am Horizont abzeichnen, wenn man das Instrument ernst nimmt. Im Kern geht es um eine wiederkehrende Nettovermögensteuer...
Im Rahmen des NWB Experten-Blogs habe ich schon häufiger den Grundsatz von Treu und Glauben thematisiert. Nun gab es endlich einmal eine positive Entscheidung hierzu. Und schon wurde sie vom BFH wieder kassiert. Im Wesentlichen geht es darum, dass die Familienkasse Kindergeld, das aufgrund ihres eigenen Fehlers und trotz jahrelang unterlassener Ermittlungen zu Unrecht gewährt wurde, zurückfordern kann (FG Düsseldorf, Urteil vom 8.3.2024, 15 K 1957/23 Kg; BFH-Urteil vom 13.11.2025, III R 43/24). Der Sachverhalt: Nachdem der Sohn eine Ausbildung erfolgreich absolviert hatte, nahm er ab dem Wintersemester 2018/2019 ein Studium auf. Die Mutter gab gegenüber der Familienkasse zunächst an,...
Warum die BaFin-Prüfung bei Gerresheimer größere Fragen aufwirft. Die BaFin weitet ihre Bilanzprüfung bei Gerresheimer deutlich aus. Was mit der Prüfung einzelner Umsätze begann, betrifft inzwischen Leasingverbindlichkeiten, aktivierte Entwicklungskosten, mögliche Wertminderungen und sogar die Risikoberichterstattung. Der Fall zeigt exemplarisch, wie schnell aus technischen Bilanzierungsfragen ein grundlegendes Glaubwürdigkeitsproblem entstehen kann. Was passiert ist Beim Verpackungshersteller Gerresheimer spitzt sich die Bilanzaffäre weiter zu. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat angekündigt, ihre bereits laufende Prüfung des Konzernabschlusses 2023/2024 erheblich auszuweiten und zusätzlich den Halbjahresbericht 2024/2025 einzubeziehen. Ausgangspunkt der Untersuchung waren sogenannte Bill-and-Hold-Umsätze. Dabei werden Umsätze bilanziert, obwohl die Ware noch nicht ausgeliefert wurde....
Bereits mehrfach habe ich im Rahmen des NWB Experten-Blogs Urteile zum Thema „Kindergeld für behinderte Kinder“ vorgestellt. Dabei habe ich nicht mit Kritik an dem Vorgehen der Familienkassen gespart, die oftmals – berechtigte – Kindergeldansprüche mit fadenscheinigen Argumenten und pauschaliert formulierten Antworten ablehnen. Und manchmal machen es sich selbst die Finanzgericht viel zu leicht. Glücklicherweise ist der BFH nun einem Urteil des FG Nürnberg entgegengetreten. Er hat entschieden, dass Mehraufwendungen für eine rollstuhlgerechte Wohnung bei der Prüfung, ob ein volljähriges Kind aufgrund seiner Gehbehinderung zum Selbstunterhalt außerstande ist, als behinderungsbedingter Mehrbedarf zu berücksichtigen sind (BFH-Urteil vom 30.10.2025, III R 11/24)....
NEUESTE BEITRÄGE
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 3. April 2026
Neues Tankgesetz: Entlastung ohne Wirkung?!
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 2. April 2026
Frohe Ostern! Ist ein Geldsegen von 20.000 Euro ein steuerfreies übliches Gelegenheitsgeschenk?
-
Dr. Carola Rinker 2. April 2026
Milliardenverlust trifft Zukunftsvision: Wie viel Story verträgt ein Geschäftsbericht?
-
Prof. Dr. jur. Ralf Jahn 1. April 2026
Update: Bundesrat winkt Bundestariftreuegesetz durch
-
Dr. Carola Rinker 1. April 2026
Wenn Risiken die Bilanz verlassen
NEUESTE KOMMENTARE
19.03.2026 von Christian Herold
Betriebliche Riester-Rente: Keine Krankenversicherungsbeiträge mehr
19.03.2026 von Prof. Dr. Ralf Jahn
Aktivrente seit 1.1.2026: Für wen gilt sie und was ist zu beachten?
19.03.2026 von Christian Herold
Anschaffungsnahe Herstellungskosten: 15-Prozent-Grenze gilt nur für Aufwendungen „nach“ Erwerb