Mit dem vom Bundeskabinett am 13.5.2026 beschlossenen Gesetzentwurf für ein Gebäudemodernisierungsgesetz soll das bisherige sog. Heizungsgesetz der Ampelregierung – das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – im Wesentlichen abgeschafft werden. Aber der Widerstand hat sich bereits formiert – die Unsicherheiten für Unternehmen und Verbraucher bleiben. Hintergrund Das neue Gebäudeenergiegesetz – GEG (BGBl 2023 I Nr.280 v. 19.10.2023) sollte ab 1.1.2024 in Deutschland die Energiewende im Gebäudebereich einleiten. Seit 1.1.2024 ist der Umstieg auf Erneuerbare Energien beim Einbau neuer Heizungen verpflichtend. Schrittweise soll damit aus Sicht des Gesetzgebers eine klimafreundliche Wärmeversorgung umgesetzt werden. Die GEG-Novelle war jedoch von Anfang an politisch umstritten. Ein zentraler...
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Während meiner Berufsausbildung haben wir noch von „dem halben Steuersatz“ gesprochen, wenn wir den ermäßigten Steuersatz in der Umsatzsteuer meinten. Meine berufliche Laufbahn begann in einer Zeit, in der der reguläre Umsatzsteuersatz in Deutschland 14 % betrug. Heute liegen wir bei 19 %. Dazwischen lagen mehrere Erhöhungen: 1993: von 14 % auf 15 % 1998: von 15 % auf 16 % 2007: von 16 % auf 19 % Die Argumentation war regelmäßig ähnlich: Der Staat brauche höhere Einnahmen, um wachsende Aufgaben finanzieren zu können. Kurzfristig scheint dieses Modell auch zu funktionieren. Höhere Umsatzsteuer bedeutet höhere Steuereinnahmen. Doch lohnt sich...
In einer aktuellen Entscheidung hat der BFH (Beschluss v. 24.2.2026 – VII R 18/23) die Beitragsordnung eines Lohnsteuerhilfevereins beanstandet, die bei der Erhebung der Mitgliedsbeiträge auch zusätzliche Entgelte bei Vorliegen von Grundstückseigentum und Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von Grundstücken vorsah, obwohl diese Tatbestände bereits in anderen Regelungen der Beitragsbemessung berücksichtigt waren. Doppelt abkassieren geht nicht, moniert der BFH. Regelungshintergrund: Was sind Lohnsteuerhilfevereine Nach § 13 Abs. 1 StBerG sind Lohnsteuerhilfevereine Selbsthilfeeinrichtungen von Arbeitnehmern, Rentner und Pensionsempfängern zur Hilfeleistung in Steuersachen i. R. der Befugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG für ihre Mitglieder. Lohnsteuerhilfevereine bedürfen gem. § 13 Abs. 2 StBerG für ihre Tätigkeit der...
Wer Milliardenbewertungen einsammelt, aber seine Jahresabschlüsse jahrelang unter Verschluss hält, wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie belastbar sind Wachstumsgeschichten ohne überprüfbare Zahlen? Der aktuelle Fall mehrerer Start-ups zeigt ein strukturelles Problem – und offenbart Schwächen im System der Publizitätspflichten. Transparenz? Nur solange sie nicht stört Kapitalgesellschaften in Deutschland sind zur Offenlegung ihrer Rechnungslegung verpflichtet. Dennoch zeigt sich: Wer nicht veröffentlicht, begeht keine Straftat, sondern riskiert „nur“ Ordnungsgelder. Genau darin liegt die Schieflage. Wenn Bußgelder wirtschaftlich verkraftbar sind, können sie de facto zum kalkulierten Preis für Intransparenz werden. Besonders problematisch wird das bei hoch bewerteten Unternehmen, die mit milliardenschweren Finanzierungsrunden Schlagzeilen...
Warum der Blick in die Kapitalflussrechnung wichtig bleibt Die Quartalszahlen großer Immobilienkonzerne wirken derzeit oft erstaunlich robust: steigende Mieten, stabile Immobilienwerte und positive operative Kennzahlen. Auch die aktuelle Zwischenmitteilung von Vonovia zeigt zunächst ein vergleichsweise stabiles Bild. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt eine deutlich unbequemere Entwicklung: Der Cashflow gerät unter Druck. Und genau dort wird es für kapitalintensive Unternehmen spannend. Die guten Nachrichten stehen meist ganz oben Viele Immobilienunternehmen profitieren weiterhin von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum und steigenden Mieten. Auch Vonovia berichtet über eine niedrige Leerstandsquote und steigende Mieterlöse. Gleichzeitig wirken die bilanzierten Immobilienwerte stabil. Der EPRA NTA („Net...
Die Zuckersteuer ist zurück. Und diesmal geht es um mehr als nur Ernährung. Als ich zuletzt die Zuckersteuer in den Raum geworfen und zur Diskussion gestellt habe*, stand eine klassische Frage im Mittelpunkt: Ist sie ein legitimes Lenkungsinstrument – oder Ausdruck staatlicher Bevormundung? Heute wirkt diese Frage fast schon naiv. Der Kontext hat sich verändert Die Diskussion findet längst nicht mehr im luftleeren Raum gesundheitspolitischer Idealvorstellungen statt, sondern im Schatten wachsender Haushaltsprobleme. Öffentliche Haushalte stehen unter Druck, neue Einnahmequellen sind willkommen. Und genau hier wird es interessant. Steuern haben im Kern zwei Funktionen: Sie finanzieren den Staat – und sie...
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