509 Jahre nach Martin Luther – drei Beispiele dafür, wie kompliziert ein Feiertag im deutschen Steuer- und Abgabenrecht sein kann. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Er kritisierte bestehende Missstände und gab damit einen entscheidenden Anstoß zur Reformation. 509 Jahre später bietet der Reformationstag erneut Anlass, über Reformen nachzudenken. Diesmal allerdings nicht über kirchliche, sondern über steuerliche. Denn der 31. Oktober ist ein Beispiel dafür, wie kompliziert das Zusammenspiel von Bundesrecht, Landesrecht und Sozialversicherung sein kann. Ein Feiertag, unterschiedliche Regelungen – und einige Besonderheiten für Steuerberater, Arbeitgeber...
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Aufgrund eines „technischen Versehens“ im BMF die Änderung des Tabaksteuergesetzes bereits am 21.10.2026 und nicht – wie eigentlich gewollt – zum 1.1.2027 in Kraft. Müssen Konsumenten schon ab sofort mit höheren Preisen für Tabak rechnen? Hintergrund Ich habe im Blog berichtet: Nach dem Gesetzesbeschluss des Bundestages vom 15.10.2026, dem der Bundesrat am 16.10.2026 zugestimmt hat, soll die Steuer auf Tabakprodukte ab 1.1.2027 über einen Zeitraum von vier Jahren regelmäßig erhöht werden. Bei einer Kleinverkaufspackung mit einem Inhalt von 20 Zigaretten ergibt sich laut Gesetzentwurf ab 2027 ein gewichteter durchschnittlicher Kleinverkaufspreis von 8,77 Euro. Für 2028 werden 9,56 Euro genannt, für...
Vom Sparschwein zur Steuerfrage Früher gehörten Sparschwein und Sparbuch zum Weltspartag. Heute stellt sich eine grundsätzlichere Frage: Wer spart, verzichtet heute auf Konsum, trägt das Inflationsrisiko und muss einen Teil seines Anlageerfolgs anschließend versteuern. Lohnt sich das noch? Sparer-Pauschbetrag und Inflation Der Sparer-Pauschbetrag betrug für Ledige von 2009 bis einschließlich 2022 unverändert 801 Euro. Erst 2023 wurde er auf 1.000 Euro erhöht; bei Zusammenveranlagten sind es 2.000 Euro. Für den Beitrag sollte diese Entwicklung der Inflation der vergangenen zehn Jahre gegenübergestellt werden. Der Verbraucherpreisindex stieg zwischen 2016 und 2025 deutlich. Real stellt sich deshalb die Frage, ob der höhere Pauschbetrag...
Wie bestimmt sich eigentlich der Wert einer Immobilie? So, wie ihn das Finanzamt gerne hätte? So, wie ihn ein Gutachter ermittelt hat? Oder nach dem tatsächlichen Kaufpreis, wenn der Kaufvertrag zwischen fremden Personen im gewöhnlichen Geschäftsverkehr geschlossen wird? Wer auf sein Bankkonto schaut, der weiß, dass nur die letzte Antwort korrekt ist. Erbschaftsteuerlich ist die Antwort indes nicht so einfach. Aber der Reihe nach. Kurz zum Hintergrund: Werden Immobilien vererbt, stellt das Finanzamt für die Festsetzung der Erbschaftsteuer einen Grundbesitzwert fest. Weist der Steuerpflichtige nach, dass der gemeine Wert niedriger ist, so ist dieser Wert anzusetzen. Dafür wird üblicherweise ein...
§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG sieht für die Vererbung des selbstgenutzten Familienheims unter bestimmten Voraussetzungen und bis zu einer bestimmten Größe eine erbschaftsteuerliche Befreiung vor. Wichtig für die Steuerbegünstigung: Das Familienheim muss „unverzüglich zur Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken bestimmt sein“. Und es muss sich auch tatsächlich um ein „Familienheim“ handeln. In diesem Zusammenhang hat das FG München entschieden, dass die Steuerbefreiung für ein Familienheim nur in Betracht kommt, wenn sowohl der Erblasser als auch der begünstigte Erbe ihren jeweiligen Lebensmittelpunkt in der betreffenden Immobilie hatten bzw. haben. Eine nur gelegentliche Nutzung als Zweit-, Wochenend- oder Ferienwohnung reicht nicht...
Kürzlich hatte ich im Rahmen des NWB Experten-Blogs zwei Urteile vorgestellt, in denen es jeweils um die Frage ging, ob eine Billigkeitsmaßnahme angezeigt ist, wenn Verluste aus spekulativen Anlagen nicht verrechnet werden können und aufgrund der fehlenden Verlustverrechnung sogar das Existenzminimum besteuert wird. Mit Urteil vom 3.3.2026 hat der BFH eine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgründen abgelehnt (BFH-Urteil vom 3.3.2026, IX R 18/23). Das FG Baden-Württemberg hingegen hat eine solche befürwortet (Urteil vom 17.7.2025, 2 K 827/23). Gegen dieses Urteil liegt die Revision vor. Das Az. beim BFH lautet IX R 27/25. Wie nun bekannt geworden ist, ist aber auch hinsichtlich...
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