Künstliche Intelligenz gehört inzwischen in vielen Unternehmen zur alltäglichen Arbeitsausstattung. Arbeitgeber erwerben Business-Lizenzen für ChatGPT, Microsoft Copilot oder vergleichbare KI-Anwendungen und stellen ihren Beschäftigten entsprechende Zugänge zur Verfügung. Die Anwendungen unterstützen bei Recherchen, Auswertungen, der Erstellung von Texten oder der Automatisierung betrieblicher Prozesse. Doch was passiert, wenn Arbeitnehmer die betrieblich bereitgestellte KI gelegentlich auch für private Zwecke nutzen? Etwa um eine Urlaubsreise zu planen, ein privates Schreiben zu formulieren oder sich ein Rezept vorschlagen zu lassen? Entsteht durch die private Nutzungsmöglichkeit ein geldwerter Vorteil, der dem Lohnsteuerabzug unterliegt? Die Frage dürfte bislang in den wenigsten Unternehmen gestellt worden sein. Steuerrechtlich...
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Ein Pilot darf die Fahrten zu seinem Stationierungsflughafen nur mit der Entfernungspauschale geltend machen kann, da dieser als seine erste Tätigkeitsstätte gilt. So kurz lässt sich das BFH-Urteil vom 9.9.2026 (VI R 4/25) zusammenfassen. Der Sachverhalt: Der Kläger ist Flugzeugführer bei der A-AG und arbeitsrechtlich dem Stationierungsflughafen B zugewiesen. Im Streitjahr flog der Kläger Langstrecke und musste, wie auch die Crew des jeweiligen Fluges, eine Stunde 50 Minuten vor dem Abflug am Flughafen sein und sich dort online einchecken. Im Streitjahr fuhr der Kläger fast ausschließlich mit dem Auto zum Flughafen in B. Seine Fahrtkosten machte er mit der Dienstreisepauschale...
Die Konjunktur liefert derzeit ein widersprüchliches Bild. Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im August 2026 gegenüber dem Vormonat um 10,6 % zurückgegangen. Ohne Großaufträge betrug das Minus zwar lediglich 0,1 %. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich gingen die Auftragseingänge ohne Großaufträge allerdings ebenfalls zurück. Gleichzeitig ist von einer echten Erholung in der Industrie noch nicht überall etwas zu spüren. Gerade in einem solchen Umfeld lohnt sich ein Blick auf eine Position, die in der GuV gerne etwas untergeht: die Bestandsveränderungen. Denn wenn diese über mehrere Jahre steigen, kann das ein Warnsignal sein. Ein voller Lagerbestand ist noch kein Problem Positive...
509 Jahre nach Martin Luther – drei Beispiele dafür, wie kompliziert ein Feiertag im deutschen Steuer- und Abgabenrecht sein kann. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlagen haben. Er kritisierte bestehende Missstände und gab damit einen entscheidenden Anstoß zur Reformation. 509 Jahre später bietet der Reformationstag erneut Anlass, über Reformen nachzudenken. Diesmal allerdings nicht über kirchliche, sondern über steuerliche. Denn der 31. Oktober ist ein Beispiel dafür, wie kompliziert das Zusammenspiel von Bundesrecht, Landesrecht und Sozialversicherung sein kann. Ein Feiertag, unterschiedliche Regelungen – und einige Besonderheiten für Steuerberater, Arbeitgeber...
Aufgrund eines „technischen Versehens“ im BMF die Änderung des Tabaksteuergesetzes bereits am 21.10.2026 und nicht – wie eigentlich gewollt – zum 1.1.2027 in Kraft. Müssen Konsumenten schon ab sofort mit höheren Preisen für Tabak rechnen? Hintergrund Ich habe im Blog berichtet: Nach dem Gesetzesbeschluss des Bundestages vom 15.10.2026, dem der Bundesrat am 16.10.2026 zugestimmt hat, soll die Steuer auf Tabakprodukte ab 1.1.2027 über einen Zeitraum von vier Jahren regelmäßig erhöht werden. Bei einer Kleinverkaufspackung mit einem Inhalt von 20 Zigaretten ergibt sich laut Gesetzentwurf ab 2027 ein gewichteter durchschnittlicher Kleinverkaufspreis von 8,77 Euro. Für 2028 werden 9,56 Euro genannt, für...
Vom Sparschwein zur Steuerfrage Früher gehörten Sparschwein und Sparbuch zum Weltspartag. Heute stellt sich eine grundsätzlichere Frage: Wer spart, verzichtet heute auf Konsum, trägt das Inflationsrisiko und muss einen Teil seines Anlageerfolgs anschließend versteuern. Lohnt sich das noch? Sparer-Pauschbetrag und Inflation Der Sparer-Pauschbetrag betrug für Ledige von 2009 bis einschließlich 2022 unverändert 801 Euro. Erst 2023 wurde er auf 1.000 Euro erhöht; bei Zusammenveranlagten sind es 2.000 Euro. Für den Beitrag sollte diese Entwicklung der Inflation der vergangenen zehn Jahre gegenübergestellt werden. Der Verbraucherpreisindex stieg zwischen 2016 und 2025 deutlich. Real stellt sich deshalb die Frage, ob der höhere Pauschbetrag...
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