Update: Kommt der Tankrabatt eigentlich bei den Tankkunden an?

Mit Ablauf Oktober 2026 ist ein Drittel des Begünstigungszeitraumes beim neuen Tankrabatt bereits wieder abgelaufen. Aber: Kommt der Tankrabatt auch tatsächlich bei den Tankkunden an?

Hintergrund

Ich habe dazu schon im Blog berichtet: Als Reaktion auf die gestiegenen Spritpreise hat die Bundesregierung nach dem ersten Tankrabatt 2026 (1.5. bis 30.6.2026) erneut beschlossen, die Energiesteuersätze für Diesel und Benzin zu senken (sog. Tankrabatt). In Kombination mit der geringeren Umsatzsteuer sinken durch diese Maßnahme die Steuern für Kraftstoffe um jeweils circa 17 Cent brutto pro Liter. Die Senkung gilt seit dem 1.10.2026 und gilt bis 31.12.2026. Der Tankrabatt führt zu Steuermindereinnahmen des Bundes und steht außerdem im Konflikt zu umweltpolitischen Zielen.

Warum es schwierig ist, die Wirksamkeit des Tankrabatts zu ermitteln

Tankkunden fragen sich an der Zapfsäule häufig, ob bei ihrem Tankvorgang auch Tankrabatt mit in den Tank fließt. Eine exakte Berechnungsmethode im Sinne eines „Vorher-nachher-Vergleichs“ wäre zu einfach. Die Preise für Kraftstoffe unterliegen Schwankungen. Diese sind zum Beispiel auf Änderungen der Ölpreise, der Transport- und Beschaffungsbedingungen und der Nachfrage zurückzuführen. Um die Auswirkungen politischer Maßnahmen wie dem Tankrabatt auf die Kraftstoffpreise zu ermitteln, muss also der Einfluss anderer Faktoren, die die Preise beeinflussen, herausgerechnet werden. Daten zu den Kraftstoffpreisen in Deutschland stammen von der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts. Sämtliche Tankstellen in Deutschland sind verpflichtet, Preisänderungen an die Markttransparenzstelle zu übermitteln. Der Zugang zu diesen Daten läuft über die Preisvergleichsseite „tankerkoenig.de“.

Autofahrer spüren kaum Entlastung

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey von Mitte Oktober 2026 zeigt, dass eine klare Mehrheit der Autofahrer den aktuellen Tankrabatt im Alltag kaum als Entlastung wahrnimmt. Sieben von zehn Autofahrern gaben an, für sie sei Tanken seit 1.10. nicht spürbar günstiger geworden, vor allem in dünn besiedelten Gegenden nehmen drei Viertel (73 Prozent) keine spürbare Entlastung wahr. 69 Prozent von 5000 Befragten verneinen eine Entlastung, nur knapp ein Viertel (24 Prozent) gab an eine Entlastung zu spüren.

Ifo-Institut: Tankrabatt kommt aktuell (fast) vollständig an

Nach Berechnungen des Ifo-Instituts kommt der Tankrabatt im Oktober weitgehend an: 17 Cent bei Super E5 und 16 Cent bei Super E10. Aber bei Diesel bleibt die Weitergabe des Rabatts unter der Zielmarke, hier werden nur 14 Cent weitergereicht.

Bewertung

Wie dem auch sei: Jeder Tankkunde macht seine eigenen (guten oder schlechten) Erfahrungen an der Tanksäule. Was jedenfalls nicht erklärbar ist, sind die zum Teil drastischen Preissprünge nach oben nach 12.00 Uhr. Diese sind mit höheren Einkaufspreisen oder Logistikkosten kaum erklärbar. Und diese Preissprünge werden uns auch nach dem 31.12.2026 erhalten bleiben, wenn der Tankrabatt endet. Denn die 12 Uhr Regel bleibt uns erstmal erhalten – leider!

Ein Beitrag von:

  • Prof. Dr. jur. Ralf Jahn
    • Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg
    • ehem. Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt
    • ehem. Honorarprofessor an der Universität Würzburg

     

    Warum blogge ich hier?

    Mein erster Blog bietet die Möglichkeit, das Thema der Pflicht der „Pflichtmitgliedschaft in Kammern“ „anzustoßen“ und in die Diskussion zu bringen. Bei genauem Hinsehen sichert der „Kammerzwang“ nämlich Freiheitsrechte durch die Möglichkeit zur eigenverantwortlichen Partizipation.

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