Kreatives Steuern sparen in Deutschland – 10 prominente Fälle (Teil 2)

Heute Teil 2 der prominenten „Steuertricks“. Zur Risiken und Nebenwirkung bei Nachahmung fragen Sie Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt.

2014 – Anton Hofreiter

Unbedingt gehört in die Sünderkartei natürlich ein Politikvertreter. Diese Ehre wird dem Grünen-Mann Hofreiter zuteil. Diesem fiel – wie vielen anderen – im vergangenen Jahr überraschend ein, dass er seine Zweitwohnung in Berlin noch gar nicht angemeldet hatte. Daraus resultierte das Vorenthalten von Zweitwohnungssteuer in Höhe von etwa 2.500 €. Damit ist er hier ein ziemlich kleines Licht, was die Schummelei allerdings nicht unbedingt weniger verwerflich erscheinen lässt. Besonders peinlich für den Biologen: Kurz zuvor hatte er sich noch öffentlich über die schamlosen Wirtschaftsbosse à la Hoeneß echauffiert.

2015 – Commerzbank

Steuerhinterziehung im großen Stil ohne nennenswerte Bestrafung kann man heutzutage eigentlich nur noch als Institution betreiben. Und ganz vorne mit dabei sind selbstverständlich immer die Banken. Das leuchtet auch unmittelbar ein, denn irgendwer muss ja den Geldfluss verwalten. Die meist harmlose Strafverfolgung ist der Überlastung der Ermittlungsbehörden geschuldet, was diese auch ganz offen zugeben. Ein echtes Armutszeugnis, wie ich finde. Profitieren konnte aktuell die Commerzbank. Für runde 17 Mio. € gab es die eine Einstellung der Ermittlungen im Zusammenhang mit Schwarzgeldkonten in Panama.

2015 – Volkswagen

Zum Thema „Dieselgate“ hat ja der Kollege Mujkanovic hier im Blog schon umfassend berichtet. Besonders charmant finde ich in diesem Zusammenhang die Idee, den Autobauerkonzern aus Wolfsburg wegen Kfz-Steuerhinterziehung zu belangen. Rechtlich erscheint das nicht eindeutig geklärt, aber durchaus denkbar. Und Mehrsteuern und -abgaben werden hier sicher allemal gebraucht. Zu lesen war zuletzt ja etwa, dass die Stadt Wolfsburg alle Investitionen auf Eis gelegt hat, da mit einem massiven Einbruch der Gewerbesteuer zu rechnen sei.

2015 – Johann Lafer

Dass man auch als Prominenter ganz profan Steuern hinterziehen kann, zeigt aktuell der TV-Koch Johann Lafer. Nämlich mit Schwarzarbeit. Selbstverständlich lässt man als prominente Persönlichkeit schwarzarbeiten, aber für die Lohnsteuer haftet eben auch der Arbeitgeber. Wichtig war Herrn Lafer klarzustellen, dass er „nur“ einen Fehler gemacht habe und kein Steuerhinterzieher sei. Da kann man natürlich nur mit dem Kopf schütteln. Denn die Abgabe einer Selbstanzeige dokumentiert natürlich genau eine Sache, und zwar die Hinterziehung von Steuern. Aber immerhin hat ihm das offenbar einige geschäftliche Verbindungen und Werbedeals erhalten. Das kann man ja auch mal anerkennen.

2015 – Nadja Auermann

Und zu guter Letzt noch ein ganz beliebter Steuertrick der Promis: der verheimlichte Wohnsitz. Stellvertretend sei mal das frühere Fotomodell Nadja Auermann ausgewählt. Die Dame war um die Jahrtausendwende in Monaco ansässig. Allerdings besaß sie auch eine Villa in Berlin. Von da an wird die Geschichte dann etwas unübersichtlich. Fest steht jedenfalls, dass die Behörden sieben Jahre lang (!) ermittelten. Die Berufungsrichter kamen schließlich zum Ergebnis: Frau Auermann habe sich zumindest gelegentlich in der Villa aufgehalten; Steuerschaden von gut 80.000 €; Geldbuße von knapp 50.000 €. Das Ex-Modell fühlt(e) sich allerdings weiterhin ungerecht behandelt und hatte im Frühjahr einen Revisionsantrag angekündigt. Vielleicht hat ihr in der Zwischenzeit aber auch mal jemand erklärt, dass ein Wohnsitz in Deutschland kein tatsächliches Bewohnen voraussetzt.

Fazit

Die Fälle der „Steuersparer“ zeigen, wie dem Staat durch mehr oder weniger kreative Vorgehensweisen beinah enorme Steuereinnahmen entgangen wären. Zugute halten kann man den Protagonisten eigentlich nur, dass sich die öffentliche Hand für den Erhalt von Steuereinnahmen regelmäßig selbst disqualifiziert. Das bekannte Schwarzbuch macht jährlich publik, in welchen unglaublichen Größenordnungen Steuereinnahmen unentwegt verschwendet werden. Wenn man die Steuersünder- und die Steuerverschwendungs-Summen mal addieren würde – Hätten wir dann lebenslange Steuerfreiheit?

Weitere Infos:

Die Zusammenstellung basiert auf der Recherche von Presseartikeln im Internet.

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