Update: Dienstwagenbesteuerung bei Elektro- und Hybridfahrzeugen

Seit 1.1.2019 fördert der Gesetzgeber die E-Mobilität auch im Rahmen einer neuen Dienstwagenbesteuerung. Inzwischen hat das BMF eine wichtige Auslegungsfrage beantwortet: Auf den Zeitpunkt der Fahrzeugüberlassung durch den Arbeitgeber kommt es an!

Hintergrund

Durch das sog.  „Jahressteuergesetz 2018“ (v. 11.12.2018, BGBl 2018 I S. 2338) wurde ab VZ 2019 eine neue Bewertung der privaten Nutzung von Elektro- oder extern aufladbaren Hybridfahrzeugen mit 40 km Reichweite oder 50 g CO2-Ausstoß je km eingeführt.

Nach der Neuregelung des § 8 Abs. 2 in Verbindung mit § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 und 3 EStG ist die steuerliche Bemessungsgrundlage, der Bruttolistenneupreis für Fahrzeuge, die ab 1. Januar 2019 angeschafft wurden, zu halbieren. Folglich sind nur 0,5 statt 1 Prozent zu versteuern Ein Anreiz, um auf Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb umzusteigen.

Überlassungszeitpunkt entscheidend

Wie so oft steckt der Teufel aber im Detail: Wenn die Neuregelung für den Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 gilt, auf welchen maßgeblichen Zeitpunkt kommt es dann eigentlich an? Das BMF hat diese wichtige Praxisfrage inzwischen mit Schreiben an den Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) vom 18.12.2018 beantwortet. Das BMF stellt klar, dass die Neuregelung (Halbierung Bruttolistenpreis) bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs an Arbeitnehmer für alle vom Arbeitgeber erstmals nach dem 31.12.2018 und vor dem 1. 1.2022 zur privaten Nutzung überlassenen betrieblichen Elektrofahrzeuge und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeuge i. S. d. § 3 EmoG gilt.

Das bedeutet: Es kommt nicht auf den Zeitpunkt an, zu dem der Arbeitgeber das betroffene Kraftfahrzeug angeschafft, hergestellt oder geleast hat. Vielmehr ist der erstmalige  Zeitpunkt der „Überlassung“ an einen Arbeitnehmer maßgeblich.

Was gilt bei Überlassung vor dem 1.1.2019?

Wurde das betriebliche Kraftfahrzeug vor dem 1.1.2019 vom Arbeitgeber bereits einem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlassen, bleibt es bei einem Wechsel des Nutzungsberechtigten nach dem 31.12.2018 für das konkret betroffene Kraftfahrzeug bei den bisherigen Bewertungsregelungen. Die ab 1.1.2019 geltende Neuregelung ist in diesen Fällen also nicht anzuwenden.

Fazit

Für die Anwendung der Neuregelung (Halbierung des Bruttolistenneupreises) ist die erstmalige Überlassung des Kraftfahrzeuges zur privaten Nutzung an einen Arbeitnehmer maßgeblich. Diese erstmalige Überlassung muss nach dem 31.12.2018 erfolgt sein. Das sollte der Arbeitgeber sorgfältig aufzeichnen, um späteren Ärger mit dem Finanzamt zu vermeiden. Vermutlich wird die Finanzverwaltung noch ein entsprechendes BMF-Schreiben zur steuerlichen Behandlung der Elektromobilität bei Dienstfahrzeugen veröffentlichen, um Rechtssicherheit zu schaffen.

Lesen Sie hierzu auch meinen Beitrag hier im NWB Experten-Blog:

Gesetzgeber fördert E-Mobilität am Arbeitsplatz

Ein Kommentar zu “Update: Dienstwagenbesteuerung bei Elektro- und Hybridfahrzeugen

  1. Die Interpretation überrascht mich, da weder im Gesetzestext noch in der Begründung von Überlassung gesprochen wird, sondern von Anschaffung.

    BT-Druck 19/4455 vom 24.09.2018, Seite 40:
    “Die Neuregelung ist für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar sind, anzuwenden, die im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden. Für vor und nach diesem Zeitraum angeschaffte oder geleaste Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die extern aufladbar sind, gilt der bisherige Nachteilsausgleich (§ 6 Absatz 1 Nummer 4 Satz 2 Nummer 1 oder Satz 3 Nummer 1 EStG – neu –) unverändert weiter.”

    https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/044/1904455.pdf

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