Nein, wir sind bei keiner Hochzeit und stehen auch nicht vor dem Standesamt. Vielmehr befinden wir uns vor dem Finanzgericht Münster. Zwei Urteile des FG Münster zu § 13b ErbStG zeigen nämlich sehr schön, wie verwirrend die Behandlung von Gesamthandsvermögen und Sonderbetriebsvermögen in der Erbschaftsteuer sein kann. Im Urteil vom 25.02.2025, 3 K 99/23 F, ging es um die Frage, ob eine Gesellschafterdarlehensforderung im Sonderbetriebsvermögen mit der korrespondierenden Verbindlichkeit im Gesamthandsvermögen verrechnet werden kann. Das FG Münster verneinte das. Die Verbundvermögensaufstellung des § 13b Abs. 9 ErbStG greife nicht schon deshalb, weil Gesamthandsvermögen und Sonderbetriebsvermögen ertragsteuerlich zusammen den Mitunternehmeranteil bilden....
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Das Bundeskabinett hat am 2.9.2026 eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) mit dem Ziel auf den Weg gebracht, auch 2027 bis 2029 einen Bundeszuschuss zu den Netzentgelten in Höhe von 5,5 Mrd. Euro im Jahr zu leisten. Was haben Wirtschaft und Verbraucher davon? Hintergrund zur Entlastung der Stromkosten Im Koalitionsvertrag 2025 hatte die neue Regierung eine Stromsteuersenkung „für alle“ Verbraucher und Unternehmen angekündigt, jedoch ist diese Maßnahme im Koalitionsausschuss aufgrund fehlender Finanzierung erstmal nur auf das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft beschränkt worden. Mit dem Wegfall der Gasspeicherumlage wurden Unternehmen und Privathaushalte ab dem Jahr 2026 weniger für Erdgas...
Ein Unternehmer muss belegen können, woher die Geldbeträge stammen, die von ihm selbst auf sein betriebliches Konto eingezahlt wurden. Kann er die Herkunft nicht zur Zufriedenheit des Finanzamts nachweisen, läuft er Gefahr, dass in Höhe der ungeklärten Mittel Betriebseinnahmen angenommen werden. Das Niedersächsische FG hat diese Sichtweise mit Urteil vom 22.4.2026 (4 K 12/26) bestätigt. Der Sachverhalt: Der Kläger ist Angestellter. Nebenher repariert er Maschinen und erzielt hieraus Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Eine Betriebsprüferin stellte Eingänge auf den Geschäftskonten des Klägers fest, die pro Jahr zwischen rund 5.000 Euro und 10.000 Euro lagen. Es handelte sich im Wesentlichen um Bareinzahlungen. Weil...
Kleinere Unternehmen und Freiberufler haben die Möglichkeit, die Umsatzsteuer auf Antrag nicht nach den vereinbarten, sondern nach den vereinnahmten Entgelten zu berechnen (§ 20 UStG). Doch besteht die Möglichkeit der Ist-Besteuerung auch für Freiberufler, die freiwillig Bücher führen? Nein, sagt der BFH und bestätigt das Urteil der Vorinstanz (BFH-Urteil vom 16.4.2026, V R 16/24; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 9.7.2024, 9 K 86/24). Der Sachverhalt: Die Klägerin ist eine Partnerschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern. Sie ermittelt ihren Gewinn freiwillig durch Betriebsvermögensvergleich. Die Umsatzsteuer-Festsetzungen erfolgten für die Veranlagungszeiträume 2006 bis 2018 jeweils gemäß § 20 Satz 1 Nr. 3 UStG nach...
Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...
Am 2.9.2026 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für ein Einkommensteuerreformgesetz 2027 beschlossen und damit das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet. Was steckt in dem Paket und wie ist der Entwurf zu bewerten? Hintergrund des Einkommensteuerreformgesetzes Eine weitere einkommensteuerliche Entlastung der Bürger ist ein wesentliches Versprechen des Koalitionsvertrages 2025. In Umsetzung dieses Versprechens hat das BMF am 18.8.2026 einen Referentenentwurf für ein EStRefG 2027 vorgelegt. Dieser wurde nun am 2.9.2026 vom Bundeskabinett als Regierungsentwurf formell beschlossen. Was ist der wesentliche Inhalt der ESt-Reform 2027? Die entlastenden Eckpunkte des Reformgesetzes sind: Der Grundfreibetrag soll auf 12.564 € (2027) und 12.900 € (2028) steigen (§§...
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