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10. Juli 2026

Als steuerliche Berater wissen wir, dass der Vorbehalt der Nachprüfung eine Änderung von Steuerbescheiden nur innerhalb der Festsetzungsfrist ermöglicht. Steuerlichen Laien dürfte das weniger geläufig sein, vor allem, wenn ihnen seitens des Finanzamts vielleicht sogar suggeriert wird, eine Änderung nach § 164 AO sei jederzeit möglich. Jedenfalls ist einem Ehepaar aus dem Bereich des FG Düsseldorf dieser Irrtum nun zum Verhängnis geworden. Es ging darum, dass die Eheleute Verluste aus Vermietung und Verpachtung nach einem jahrelangen Rechtsstreit um die Rückabwicklung eines Kaufvertrages nachträglich nicht abziehen konnten (FG Düsseldorf, Urteil vom 31.3.2026, 10 K 817/24 E). Der Sachverhalt in aller Kürze:...

9. Juli 2026

Wer sich eine Direktversicherung in einer Summe auszahlen lässt, muss die Kapitalabfindung als sonstige Einkünfte in voller Höhe versteuern, wenn bzw. soweit die Beiträge bei Einzahlung steuerfrei waren (§ 22 Nr. 5 EStG). Das betrifft nicht nur, aber doch zumeist die Versicherungen, die seit 2005 abgeschlossen worden sind, denn die per Gehaltsumwandlung aufgebrachten Beiträge waren bzw. sind nach § 3 Nr. 63 EStG in bestimmtem Umfang steuerfrei. Selbst die Tarifermäßigung des § 34 Abs. 1 EStG kommt nicht zum Zuge. Der BFH hat diese Linie in zwei Urteilen bekräftigt (BFH-Urteile vom 30.10.2025, X R 25/23 u. X R 28/23; vgl....

9. Juli 2026

Am 11.6.2026 hat der Bundestag das „Gesetz zum Bürokratierückbau in der Gewerbeordnung und dem Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz sowie anderer Rechtsvorschriften zur Aufhebung von Berichtspflichten“ verabschiedet; die abschließende Befassung des Bundesrates steht noch aus. Bei genauem Hinsehen zeigt sich: an anderer Stelle wird neue Bürokratie aufgebaut. Hintergrund Bürokratie ist aus Sicht der Unternehmen unverändert ein wesentliches Wachstumshemmnis, weil übermäßige Regulierung, Berichts- und Dokumentationspflichten unternehmerisches Handeln blockieren. Ein spürbarer Bürokratierückbau ist deshalb eine politische Daueraufgabe, die auch im Koalitionsvertrag 2025 verankert ist. Im Koalitionsvertrag 2025 haben die Regierungsparteien einen umfassenden Rückbau von Bürokratie vereinbart, der dazu beitragen soll, den Staat wieder leistungsfähig zu machen. Die Bürokratiekosten...

8. Juli 2026

Minijobs, die für Beschäftigte steuer- und abgabenfrei bleiben, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Nach den aktuellen Vorschlägen der Rentenkommission sollen Minijobs künftig wegfallen und in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Was ist davon zu halten? Hintergrund: Minijob als Erfolgsmodell Seit 2003 gibt es in Deutschland sog. Minijobs („geringfügige Beschäftigung“). Der Minijob galt lange als wirtschaftliches Erfolgsmodell: Für Arbeitgeber zur Abdeckung von Arbeitsspitzen ohne dauerhafte Personalbindung, für Studenten, Rentner oder Frauen im Erziehungsurlaub als willkommene Möglichkeit des Hinzuverdienstes. Ein Minijob beinhaltet eine Beschäftigung von meist nur wenigen Stunden pro Woche oder aber von nicht mehr als drei Monaten am Stück...

8. Juli 2026

Kann eine Personengesellschaft Vorsteuern aus Steuerberatungskosten im Zusammenhang mit einer schenkweisen Übertragung von Kommanditanteilen abziehen? Mit dieser Frage muss sich der BFH demnächst befassen. Vorausgegangen ist ein – ablehnendes – Urteil des FG Baden-Württemberg vom 11.3.2026 (14 K 1829/23; Revision unter V R 13/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kommanditist einer KG übertrug schenkweise Kommanditanteile. Für Zwecke der Schenkungsteuer musste die KG eine Feststellungserklärung erstellen. Hierfür beauftragte sie eine Steuerberatungsgesellschaft. Aus dem entsprechenden Rechnungsbetrag machte die KG den Vorsteuerabzug geltend. Das Finanzamt gewährte diesen zwar, wollte aber hinsichtlich der Aufwendungen für die Beratungsleistungen eine unentgeltliche Wertabgabe versteuern. Die hiergegen...

8. Juli 2026

Wenn der Notarzt selbst zum Patienten wird Seit 2013 sind Arbeitgeber verpflichtet, psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Die gesetzliche Vorgabe klingt zunächst abstrakt. Betrachtet man jedoch den Arbeitsalltag vieler Steuerkanzleien, wird schnell deutlich, wie aktuell dieses Thema für unseren Berufsstand ist. Vor einiger Zeit habe ich im NWB Experten-Blog die Frage gestellt: „Was haben Steuerberater und Notärzte gemeinsam?“ Die Antwort war einfach: Beide werden meist dann gerufen, wenn bereits ein Problem entstanden ist. Heute würde ich die Frage erweitern: Was passiert eigentlich, wenn der Notarzt selbst zum Patienten wird? Ein Beitrag von: Ralph Homuth, LL.M....

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