Minijobs, die für Beschäftigte steuer- und abgabenfrei bleiben, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Nach den aktuellen Vorschlägen der Rentenkommission sollen Minijobs künftig wegfallen und in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Was ist davon zu halten? Hintergrund: Minijob als Erfolgsmodell Seit 2003 gibt es in Deutschland sog. Minijobs („geringfügige Beschäftigung“). Der Minijob galt lange als wirtschaftliches Erfolgsmodell: Für Arbeitgeber zur Abdeckung von Arbeitsspitzen ohne dauerhafte Personalbindung, für Studenten, Rentner oder Frauen im Erziehungsurlaub als willkommene Möglichkeit des Hinzuverdienstes. Ein Minijob beinhaltet eine Beschäftigung von meist nur wenigen Stunden pro Woche oder aber von nicht mehr als drei Monaten am Stück...
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Kann eine Personengesellschaft Vorsteuern aus Steuerberatungskosten im Zusammenhang mit einer schenkweisen Übertragung von Kommanditanteilen abziehen? Mit dieser Frage muss sich der BFH demnächst befassen. Vorausgegangen ist ein – ablehnendes – Urteil des FG Baden-Württemberg vom 11.3.2026 (14 K 1829/23; Revision unter V R 13/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kommanditist einer KG übertrug schenkweise Kommanditanteile. Für Zwecke der Schenkungsteuer musste die KG eine Feststellungserklärung erstellen. Hierfür beauftragte sie eine Steuerberatungsgesellschaft. Aus dem entsprechenden Rechnungsbetrag machte die KG den Vorsteuerabzug geltend. Das Finanzamt gewährte diesen zwar, wollte aber hinsichtlich der Aufwendungen für die Beratungsleistungen eine unentgeltliche Wertabgabe versteuern. Die hiergegen...
Wenn der Notarzt selbst zum Patienten wird Seit 2013 sind Arbeitgeber verpflichtet, psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Die gesetzliche Vorgabe klingt zunächst abstrakt. Betrachtet man jedoch den Arbeitsalltag vieler Steuerkanzleien, wird schnell deutlich, wie aktuell dieses Thema für unseren Berufsstand ist. Vor einiger Zeit habe ich im NWB Experten-Blog die Frage gestellt: „Was haben Steuerberater und Notärzte gemeinsam?“ Die Antwort war einfach: Beide werden meist dann gerufen, wenn bereits ein Problem entstanden ist. Heute würde ich die Frage erweitern: Was passiert eigentlich, wenn der Notarzt selbst zum Patienten wird? Ein Beitrag von: Ralph Homuth, LL.M....
Angesichts der stagnierenden Konjunktur will die Bundesregierung mit ihrem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ mit etlichen Maßnahmen den Arbeitsmarkt flexibler gestalten, auch mit der Möglichkeit zu längeren befristeten Arbeitsverträgen. Was bedeutet das und wie ist das zu bewerten? Hintergrund: Derzeitige Befristungsmöglichkeiten beim Arbeitsvertrag Bei einem zeitlich befristeten Arbeitsvertrag endet das Arbeitsverhältnis nicht durch Kündigung, sondern „automatisch“ durch Ablauf der Zeit, für die es eingegangen wurde. Diese Form der Befristung nennt man „Zeitbefristung“, weil der Vertrag mit einem bestimmten Datum bzw. Zeitpunkt endet. Man spricht auch von einem „kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrag“. Eine Befristung darf aktuell nur bei Neueinstellungen erfolgen, die Befristung längstens...
Werden Immobilien innerhalb von zehn Jahren an- und wieder verkauft, so liegt ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft vor (§ 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Steuerfrei bleibt unter bestimmten Voraussetzungen lediglich ein Gewinn aus dem Verkauf des Eigenheims. Auch die Übertragung von Immobilien im Zuge von Trennungen und Scheidungsvereinbarungen kann ein steuerpflichtiges Veräußerungsgeschäft auslösen (vgl. z.B. (BFH-Urteil vom 14.2.2023, IX R 11/21). Nun hat das Niedersächsische FG entschieden, dass ein Veräußerungsgewinn auch dann zu versteuern ist, wenn ein Ehegatte eine Immobilie im Rahmen eines vorzeitigen Zugewinnausgleichs, das heißt in Anrechnung auf den zukünftigen Zugewinnausgleich, erhält und die Immobilie innerhalb von zehn...
Mit dem Jahressteuergesetz 2024 wurde die Umsatzsteuerfreiheit von Bildungsleistungen nach § 4 Nr. 21 UStG zum 1. Januar 2025 neu geregelt. Das BMF hat dazu mit Schreiben vom 24.10.2025 (BStBl 2025 I S. 1841) umfassend Stellung genommen und eine Übergangsregelung bis Ende 2027 für den Schwimmunterricht erlassen. Nun hat die Finanzverwaltung – namentlich das Sächsische Staatsministerium der Finanzen – zur Steuerbefreiung von Tanzunterricht Stellung genommen und für bestimmte Kurse ebenfalls eine Übergangsregelung erlassen. Der Erlass ist auf Bund-Länder-Ebene abgesprochen worden (Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Erlass vom 16.2.2026, 35-S 7179/62/72-2026/6751; NWB ZAAAK-17515). Danach gilt unter anderem: Leistungen der Tanzschulen sind grundsätzlich...
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