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25. September 2026

Mehr Kartenzahlungen: Fortschritt, Steuerkontrolle oder einfach nur praktisch? „EC-Gerät defekt. Heute nur Barzahlung.“ Ich gebe zu: Wenn ich ein solches – nicht selten handgeschriebenes – Schild beim Bäcker, im Restaurant oder an irgendeiner Ladenkasse sehe, muss ich regelmäßig ein wenig schmunzeln. Natürlich können Kartenterminals ausfallen. Technik funktioniert nicht immer. Und selbstverständlich wäre es unfair, jedem Unternehmer, dessen Kartenlesegerät gerade streikt, unlautere Absichten zu unterstellen. Trotzdem drängt sich bisweilen ein Gedanke auf: Ausgerechnet das Gerät, das dafür sorgt, dass eine Zahlung automatisch eine elektronische Spur hinterlässt, scheint erstaunlich störanfällig zu sein. Und damit sind wir plötzlich mitten im Steuerrecht. Bargeld und...

25. September 2026

In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor Kurzem ist mir bei einem Unternehmen aus der Immobilienbranche eine Änderung aufgefallen, die auf den ersten Blick recht technisch wirkt: Die Konzernrechnungslegung wurde von IFRS auf HGB umgestellt. Der Anlass war nachvollziehbar. Bilanzanalytisch ist der Vorgang dennoch bemerkenswert, denn gerade bei Immobilienunternehmen verändert sich mit dem Wechsel des Rechnungslegungsregimes eine zentrale Größe: die Bewertung des Immobilienvermögens. Das ist besonders interessant in einer Phase, in der Immobilienwerte und Finanzierungskosten ohnehin genau beobachtet werden müssen. Schauen wir uns das Ganze etwas genauer an. IAS 40: Marktwertänderungen werden unmittelbar sichtbar Bei als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien erlaubt IAS 40 nach der erstmaligen Erfassung...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Ab dem 1. Januar 2027 gilt IFRS 18 „Darstellung und Angaben im Abschluss“. Der neue Standard ersetzt IAS 1 und bringt vor allem für die Gewinn- und Verlustrechnung Veränderungen mit sich. Ziel ist eine stärker strukturierte und besser vergleichbare Darstellung der Unternehmensleistung. Doch sorgt eine neue Struktur automatisch für mehr Vergleichbarkeit? Warum überhaupt ein neuer Standard? Bislang lässt IAS 1 Unternehmen vergleichsweise viel Spielraum bei der Darstellung ihrer Gewinn- und Verlustrechnung. Zwar sind bestimmte Positionen vorgeschrieben, zentrale Zwischensummen wie ein operatives Ergebnis sind jedoch nicht einheitlich definiert. Das zeigt sich in der Praxis beispielsweise beim EBIT oder beim operativen Ergebnis....

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

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