Autor: Ralph Homuth, LL.M.
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Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...
Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...
Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...
2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...
Vor wenigen Tagen machte ein Fall bundesweit Schlagzeilen: Gegen eine Influencerin wurde wegen unzureichend gekennzeichneter Werbebeiträge ein Bußgeld in Höhe von 36.000 € verhängt. Nach Auffassung der zuständigen Landesmedienanstalt waren mehrere bezahlte Kooperationen entweder gar nicht oder jedenfalls nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet. Die mediale Berichterstattung konzentrierte sich erwartungsgemäß auf die Frage, wann Beiträge als Werbung zu kennzeichnen sind. Für Steuerberater dürfte jedoch eine andere Frage mindestens ebenso interessant sein: Welche steuerlichen Folgen haben Bußgelder, Verfahrenskosten und gegebenenfalls sogar ein Steuerstrafverfahren? Influencer geraten zunehmend in den Fokus der Finanzverwaltung Influencer beschäftigen die Finanzverwaltung schon seit mehreren Jahren. Betriebsprüfungen befassen sich...
Die Diskussion über eine Zuckersteuer bekommt eine neue Wendung. Noch vor wenigen Monaten stand vor allem die Frage im Raum, ob Deutschland eine Abgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke braucht. Inzwischen werden die Überlegungen konkreter – und zugleich breiter. Nach einem Eckpunktepapier des Bundesfinanzministeriums könnten künftig nicht nur klassische Limonaden, sondern auch Getränke mit Süßungsmitteln, Nektare, Smoothies, Milchmischgetränke oder pflanzliche Drinks in die Besteuerung einbezogen werden. Selbst „Zero“-Produkte könnten damit steuerpflichtig werden. Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich: Zuckersteuer auf ein Getränk ohne Zucker? Bei näherem Hinsehen könnte gerade darin aber eine sinnvolle Weiterentwicklung des Ansatzes liegen. Entscheidend ist nämlich,...
BFH-Verfahren VIII R 13/24 zu Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwand eines selbständigen Lotsen Hamburg und die Seefahrt gehören zusammen. Wer an der Elbe einem Containerschiff beim Einlaufen zusieht, denkt vermutlich nicht zuerst an das Einkommensteuerrecht. Dabei befindet sich auf der Brücke möglicherweise ein durchaus interessantes steuerliches Problem. Denn irgendwann kommt der Lotse an Bord. Seelotsen beraten die Schiffsführung auf anspruchsvollen Revieren. Ihr Arbeitsplatz ist kein klassisches Büro. Sie arbeiten auf wechselnden Schiffen innerhalb eines bestimmten Lotsbezirks. Aber wann befindet sich ein selbständiger Lotse steuerlich eigentlich auf einer Auswärtstätigkeit? Mit dieser Frage beschäftigt sich der BFH im Verfahren VIII R 13/24. Vorinstanz ist...
Der 31. Juli ist vorbei. Für viele nicht steuerlich beratene Steuerpflichtige war dies die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung 2025. Rund um diesen Termin begegnet einem verstärkt Werbung für Steuer-Apps: Steuererklärung einfach am Smartphone erledigen – und am Ende winkt eine stattliche Erstattung. Dabei taucht immer wieder eine Zahl auf: 1.240 Euro durchschnittliche Steuererstattung. Das klingt verlockend. Aber was bedeutet diese Zahl eigentlich? Die 1.240 Euro gibt es wirklich Die Zahl ist nicht aus der Luft gegriffen. Nach den im Juni 2026 veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes erhielten für das Veranlagungsjahr 2022 rund 13,2 Millionen Steuerpflichtige eine Einkommensteuererstattung. Diese betrug im...
Am 13. Juli 2026 war wieder Steuerzahlergedenktag. Rechnerisch hatte ein durchschnittlicher Arbeitnehmerhaushalt bis zu diesem Tag ausschließlich gearbeitet, um Steuern und Sozialabgaben zu finanzieren. Erst ab dem 14. Juli arbeitete er für das eigene verfügbare Einkommen. Auch 2025 fiel der Steuerzahlergedenktag auf den 13. Juli. Im Jahr 2011 lag er dagegen noch auf den 6. Juli. Sieben Tage Unterschied innerhalb von nur 15 Jahren. Natürlich bildet diese Kennzahl lediglich einen Durchschnitt ab. Jeder Haushalt hat eine andere Steuer- und Abgabenbelastung. Dennoch macht sie eines deutlich: Der Staat beansprucht einen erheblichen Teil dessen, was Menschen und Unternehmen erwirtschaften. Und zwangsläufig ergeben...
„Gesetze regeln den Durchschnitt. Gerechtigkeit beginnt beim Einzelfall“ Selten ist mir dieser Gedanke so präsent gewesen wie bei der aktuellen Diskussion über die geplante Kopplung des gesetzlichen Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Die Idee dahinter klingt zunächst plausibel: Wenn wir länger leben, könnten wir auch länger arbeiten. Doch schon nach wenigen Minuten stellt sich eine einfache Frage: Wer ist eigentlich »wir«? Der Durchschnitt entscheidet Unsere Gesetze orientieren sich häufig an Durchschnittswerten. Statistiken sind unverzichtbar. Sie helfen, Entwicklungen zu erkennen und politische Entscheidungen vorzubereiten. Doch sie beschreiben immer nur den Durchschnitt – nie den einzelnen Menschen, nie den Einzelfall. Leben ist nicht...
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Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Inselanlagen entschärft
21.09.2026 von Peter Röder
Beitragspflicht von Betriebsrenten auch bei Kapitalauszahlung – rechtens, aber nicht gerecht