„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...
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Der BFH hat mit einer Serie von Urteilen entschieden, dass die Ausbildung zum Rettungssanitäter nicht als Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung i.S. des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG gilt, weil sie kürzer als ein Jahr dauert (BFH-Urteil vom 22.4.2026, III R 7/24; BFH-Urteil vom 21.5.2026, III R 22/24; BFH-Urteile vom 18.3.2026, III R 12/24 – 24/24). Zunächst zum Hintergrund: Für ein Kind zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr erhalten die Eltern Kindergeld, wenn es sich noch in der Berufsausbildung befindet. Allerdings gibt es eine wichtige Differenzierung zwischen Erst- und Zweitausbildung: Bei einer Erstausbildung wird das Kindergeld ohne weitere...
Nach § 10f EStG kann ein Steuerpflichtiger Aufwendungen an einem Baudenkmal, das er als Eigenheim nutzt, im Kalenderjahr des Abschlusses einer Baumaßnahme und in den neun folgenden Kalenderjahren jeweils bis zu 9 Prozent wie Sonderausgaben abziehen. Natürlich müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, auf die hier aber nicht im Einzelnen eingegangen werden soll. Vielmehr soll der Blick auf ein aktuelles Urteil des BFH gelenkt werden: Der Erbe des Steuerpflichtigen darf die jährlichen Abzugsbeträge gemäß § 10f EStG nicht fortsetzen, wenn der Steuerpflichtige innerhalb des zehnjährigen Abzugszeitraums verstirbt und der Erbe das Gebäude anschließend zu eigenen Wohnzwecken nutzt (BFH-Urteil vom 25.3.2026, X...
Was der Bestätigungsvermerk der 12.18 Investment Management GmbH über die Grenzen der Abschlussprüfung verrät. Nach Unternehmenskrisen richtet sich der Blick häufig auf Vorstände, Aufsichtsräte oder Investitionsentscheidungen. Auch im aktuellen Fall des Versorgungswerks der Berliner Zahnärztekammer (VZB) stehen mutmaßliche Pflichtverletzungen der Verantwortlichen im Fokus. Das VZB war an der 12.18 Investment Management GmbH beteiligt. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick in den letzten veröffentlichten Bestätigungsvermerk der Gesellschaft. Denn dort findet sich eine ungewöhnlich deutliche Warnung der Abschlussprüfer, die heute besondere Aufmerksamkeit verdient. Der zuletzt veröffentlichte Jahresabschluss der 12.18 Investment Management GmbH stammt aus dem Geschäftsjahr 2023. Er weist einen Jahresfehlbetrag von...
Warum wir die Rentenversicherung möglicherweise am falschen Ende reformieren Die aktuelle Regierung plant eine Anhebung des Rentenalters und die Einführung einer Reichensteuer. Über die Reformen wurde hier im Blog schon häufiger berichtet. Ich möchte nochmal ganz andere Aspekte im Rahmen eines Meinungsbeitrags aufgreifen, die damit zusammenhängen – und zwar Familienpolitik, denn darauf fußt unser System. Aber fangen wir mal mit Steuern an. Steuerpolitik Natürlich kann der Staat versuchen, fehlende Einnahmen über höhere Steuern auszugleichen. Die geplante stärkere Belastung sehr hoher Einkommen verfolgt genau diesen Ansatz. Kurzfristig mag dies zusätzliche Einnahmen bringen. Langfristig bleibt jedoch die Frage offen, ob dies tatsächlich...
In den USA wird derzeit über eine Lockerung der Berichtspflichten börsennotierter Unternehmen diskutiert. Nach einem Vorschlag der US-Börsenaufsicht SEC sollen Unternehmen künftig statt vierteljährlich nur noch halbjährlich berichten müssen. Das Ziel: weniger Bürokratie und geringere Kosten. Die Debatte wirft jedoch eine grundsätzliche Frage auf: Wer profitiert eigentlich von weniger Transparenz? Befürworter der bisherigen Quartalsberichterstattung warnen davor, dass insbesondere Kleinanleger benachteiligt werden könnten. Institutionelle Investoren verfügen häufig über eigene Analystenteams, direkte Kontakte zum Management und umfangreiche Datenquellen. Privatanleger hingegen sind oft auf öffentlich verfügbare Informationen angewiesen. Werden Berichtsintervalle verlängert, könnte sich diese Informationslücke weiter vergrößern. Für Bilanzleser stellt sich jedoch noch...
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