Autor: Dr. Carola Rinker

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7. September 2026

Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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7. September 2026

Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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7. September 2026

Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

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Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

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„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

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Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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7. September 2026

Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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7. September 2026

Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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Autor: Dr. Carola Rinker

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7. September 2026

Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...

2. September 2026

Wer Nachhaltigkeitsberichte liest, gewinnt häufig den Eindruck, Unternehmen befänden sich auf einem nahezu perfekten Transformationspfad. Die CO₂-Emissionen sinken, soziale Projekte werden ausgebaut und Nachhaltigkeitsziele konsequent verfolgt. So einfach ist die Realität jedoch selten. Wie bei der klassischen Finanzberichterstattung stellt sich auch hier die Frage, ob die dargestellten Informationen ein ausgewogenes Bild vermitteln – oder ob vor allem die positiven Aspekte im Vordergrund stehen. Denn Greenwashing beginnt selten mit einer Lüge. Nicht jede Schönfärberei ist eine Lüge Wenn über Greenwashing diskutiert wird, denken viele an bewusst falsche Angaben oder erfundene Nachhaltigkeitsleistungen. Solche Fälle kommen vor. Sie sind jedoch vergleichsweise selten. In...

28. August 2026

Was der Fall Delivery Hero über Goodwill und Werthaltigkeit verrät Die Geschichte von Delivery Hero wirkt wie eine klassische Wachstumsgeschichte: rasante Expansion, milliardenschwere Übernahmen und schließlich der Aufstieg in den DAX. Heute steht dagegen die geplante Übernahme durch Uber im Mittelpunkt. Diskutiert wird über Strategie, Managementfehler und den Vertrauensverlust am Kapitalmarkt. Aus Sicht der Rechnungslegung ist jedoch anhand dieses beispielhaften Falls vor allem eine andere Frage spannend: Was verrät der Goodwill über die Entwicklung eines Unternehmens? Der Goodwill bildet Erwartungen ab Kaum ein Bilanzposten wird so häufig missverstanden wie der Geschäfts- oder Firmenwert. Nicht selten wird ein hoher Goodwill pauschal...

26. August 2026

Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...

19. August 2026

Der neue Ermessensspielraum in der Nachhaltigkeitsberichterstattung Im Jahresabschluss sind Ermessensentscheidungen nichts Neues. Ob Rückstellungen gebildet werden, welche Nutzungsdauer angesetzt wird oder wann eine Wertminderung erforderlich ist, lässt sich nicht immer eindeutig beantworten. Genau deshalb beschäftigen sich Wirtschaftsprüfer, Analysten und Aufsichtsräte seit Jahren mit der Frage, welche Annahmen hinter den Zahlen stehen. Mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD kommt nun ein weiterer Bereich hinzu, der erhebliche Ermessensspielräume eröffnet: die Wesentlichkeitsanalyse. Sie entscheidet darüber, welche Themen im Nachhaltigkeitsbericht ausführlich dargestellt werden – und welche nicht. Der Filter vor dem Bericht Viele Leser konzentrieren sich auf die veröffentlichten Kennzahlen, Ziele und Maßnahmen. Tatsächlich...

12. August 2026

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sollte eigentlich für mehr Transparenz sorgen. Einheitliche Standards, klar definierte Berichtspflichten und eine externe Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts sollen dafür sorgen, dass Unternehmen vergleichbarer werden. Doch wer glaubt, damit seien kreative Gestaltungsmöglichkeiten verschwunden, dürfte enttäuscht werden. Denn auch Nachhaltigkeitsberichte bieten Spielräume. Und manche davon erinnern erstaunlich stark an die klassische Bilanzpolitik. Bilanzkosmetik gibt es nicht nur in Bilanz und GuV Wer sich mit Jahresabschlüssen beschäftigt, kennt die typischen Gestaltungsmöglichkeiten: Die Aktivierung von Entwicklungskosten, die Bildung von Rückstellungen oder die Bereinigung von Ergebnissen um „Sondereffekte“. All diese Maßnahmen bewegen sich grundsätzlich innerhalb der geltenden Regeln. Dennoch...

10. August 2026

Wer Geschäftsberichte liest, konzentriert sich häufig auf Wachstumsfelder, Zukunftsmärkte und neue Technologien. Unternehmen tun schließlich einiges dafür, genau diese Bereiche in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung zu rücken. Doch manchmal lohnt sich ein Blick auf die Geschäftsbereiche, über die Unternehmen eigentlich gar nicht mehr sprechen möchten. Ein aktuelles Beispiel liefert RWE. Im Geschäftsbericht und in der Kapitalmarktkommunikation stehen erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Offshore-Windparks, Solarenergie und Batteriespeicher prägen das Bild des Konzerns. Die strategische Richtung ist klar: Bis 2040 soll RWE klimaneutral werden. Wer jedoch tiefer in die Zahlen einsteigt, stößt auf einen Bereich mit einer bemerkenswerten Bezeichnung: „Ausstiegstechnologien“.

7. August 2026

Sechs Jahre nach der Insolvenz sind zentrale Fragen zur Abschlussprüfung noch immer offen. Sechs Jahre sind seit der Insolvenz von Wirecard vergangen. Sechs Jahre, in denen viel passiert ist. Gesetze wurden geändert, Zuständigkeiten neu geordnet, die Bilanzkontrolle reformiert und die Regeln für Abschlussprüfer verschärft. Nur eine zentrale Frage ist bis heute nicht abschließend geklärt: Welche Verantwortung trägt der Abschlussprüfer? Nach Wirecard ging es plötzlich schnell Der Zusammenbruch von Wirecard im Juni 2020 hat erhebliche Schwächen im deutschen System der Bilanzkontrolle offengelegt. Die politische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz, kurz FISG, wurde die Bilanzkontrolle grundlegend reformiert....

7. August 2026

Nach Wirecard sollte bei der Finanzaufsicht vieles anders werden. Lange blieb jedoch die Frage, wie viel vom versprochenen Neustart tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Jüngste Prüfungen könnten nun auf einen Wandel hindeuten. Vom Verwalten zum Aufklären? Die BaFin hatte über Jahre ein Imageproblem. Spätestens mit dem Wirecard-Skandal entstand der Eindruck einer Behörde, die Missstände eher verwaltete als konsequent aufklärte. Warnsignale waren vorhanden, kritische Stimmen ebenfalls – doch die entscheidenden Konsequenzen kamen zu spät. Nach dem Zusammenbruch von Wirecard versprach die Politik deshalb einen Neuanfang. Die Finanzaufsicht sollte schlagkräftiger, schneller und kritischer werden. Mit Mark Branson kam 2021 zudem ein neuer Präsident...

3. August 2026

„Profitabel ab 2027“, „Break-even spätestens 2028“ oder „deutliche Ergebnisverbesserung im kommenden Jahr“ – solche Aussagen finden sich regelmäßig in Geschäftsberichten, Investorenpräsentationen und Pressemitteilungen. Sie vermitteln Zuversicht und zeigen, wohin die Reise gehen soll. Doch wie belastbar sind solche Prognosen tatsächlich? Ein aktuelles Beispiel liefert das Wohnungsbau-Start-up Gropyus. Das Unternehmen hat nach Medienberichten weitere 100 Mio. Euro Kapital eingesammelt und strebt die Profitabilität im Idealfall für 2027, spätestens jedoch für 2028 an. Bereits in einer früheren Finanzierungsrunde wurde kommuniziert, dass die Produktionskapazitäten zeitnah hochgefahren werden sollen. Die Realität scheint komplexer zu sein. Die Fertigung läuft weiterhin nicht unter Volllast. Der Fall...

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