Autor: Dr. Carola Rinker

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6. Juli 2026

Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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6. Juli 2026

Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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6. Juli 2026

Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

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Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

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Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

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Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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Autor: Dr. Carola Rinker

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6. Juli 2026

Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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6. Juli 2026

Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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6. Juli 2026

Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

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Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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Autor: Dr. Carola Rinker

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6. Juli 2026

Viele Leser von Geschäftsberichten kennen die BaFin. Die Behörde sorgt regelmäßig für Schlagzeilen, wenn sie Bilanzierungsfehler feststellt oder Unternehmen einer Bilanzkontrolle unterzieht. Deutlich weniger bekannt ist dagegen eine andere Institution: die Abschlussprüferaufsichtsstelle, kurz APAS. Dabei taucht ihr Name immer häufiger in den Medien auf. Aktuell berichtet die Presse über ein Vorermittlungsverfahren der APAS gegen Deloitte im Zusammenhang mit der Prüfung des Konzernabschlusses der DekaBank. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Bilanzierung eines aktivierten Steueranspruchs, sondern auch die Frage, ob der Abschlussprüfer seine Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt hat. Der Fall wirft eine spannende Frage auf: Warum rückt die Aufsicht über Wirtschaftsprüfer zunehmend...

3. Juli 2026

Warum sich der Blick in den Bestätigungsvermerk wieder einmal gelohnt hätte Die BaFin hat angekündigt, den Konzernabschluss 2024 der pferdewetten.de AG zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie die Werthaltigkeit von Anzahlungen. Wer diese Meldung liest, könnte den Eindruck gewinnen, dass die Finanzaufsicht hier erstmals auf mögliche Problemfelder aufmerksam geworden ist. Tatsächlich gab es jedoch bereits Wochen zuvor deutliche Hinweise – und zwar dort, wo viele Leser eines Geschäftsberichts viel zu selten hinschauen: im Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers. Kein Streit über Bilanzierung – sondern fehlende Prüfungsnachweise Besonders interessant ist, dass der Abschlussprüfer kein uneingeschränktes Testat...

2. Juli 2026

Was Wandelinstrumente mit wichtigen Kennzahlen machen Wer einen Jahresabschluss analysiert, freut sich zunächst über eine steigende Eigenkapitalquote. Schließlich gilt sie als wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Sinkt gleichzeitig der Verschuldungsgrad, scheint die Entwicklung perfekt. Doch nicht jede Verbesserung einer Kennzahl ist das Ergebnis einer besseren Unternehmensentwicklung. Ein aktueller Fall zeigt dies anschaulich: Durch die Wandlung eines Finanzierungsinstruments entstehen Millionen neuer Aktien. Gleichzeitig verschwinden erhebliche Verbindlichkeiten aus der Bilanz. Die Eigenkapitalquote steigt, die Verschuldung sinkt und die Bilanz wirkt auf den ersten Blick deutlich robuster. Die spannende Frage lautet jedoch: Hat sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens tatsächlich...

30. Juni 2026

Der eigentliche Streit auf der diesjährigen Hauptversammlung von Vonovia drehte sich nicht um Immobilien. Er drehte sich um Kontrolle. Während das Management den eingeschlagenen Kurs des Schuldenabbaus erläuterte und den Blick auf die künftige Entwicklung des Konzerns richtete, stellten mehrere institutionelle Investoren eine andere Frage: Hat der Aufsichtsrat seine Überwachungsfunktion in den vergangenen Jahren ausreichend kritisch wahrgenommen? Kritisiert wurden unter anderem die hohe Abfindung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden sowie die lange Amtsdauer einzelner Aufsichtsratsmitglieder. Die DWS kündigte sogar an, dem Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Der Fall Vonovia ist dabei weit mehr als eine Diskussion über einzelne Personalien. Er lenkt den...

29. Juni 2026

Wenn ein einzelner Bilanzposten rund drei Viertel der Bilanzsumme ausmacht, lohnt ein genauer Blick. Genau dazu gibt eine aktuelle Fehlerfeststellung der BaFin zur TC Unterhaltungselektronik AG Anlass. Im Mittelpunkt steht dabei ein Thema, das in der Bilanzanalyse häufig unterschätzt wird: das wirtschaftliche Eigentum. Nach Auffassung der BaFin hatte die TC Unterhaltungselektronik AG Kryptowerte in Höhe von rund 1,4 Mio. Euro aktiviert, obwohl diese dem Unternehmen wirtschaftlich nicht zuzurechnen waren. Die beanstandeten Kryptowerte machten rund 74 % der Bilanzsumme aus. Darüber hinaus stellte die BaFin fest, dass ein Steuererstattungsanspruch ausgewiesen wurde, obwohl nach ihrer Einschätzung tatsächlich eine Steuerverbindlichkeit bestand. Die Fehlerfeststellung...

26. Juni 2026

Warum der Anhang keine Nebensache ist Die BaFin hat am 26. Juni 2026 eine Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts der Zalando SE für das Geschäftsjahr 2025 eingeleitet. Konkret geht es um die Frage, ob Zalando im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Zusammenhang mit der Übernahme der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen hat. Wichtig ist dabei: Die Einleitung einer Prüfung bedeutet ausdrücklich nicht, dass bereits ein Fehler festgestellt wurde. Die BaFin geht lediglich konkreten Anhaltspunkten nach. Erst das Ergebnis der Prüfung wird zeigen, ob tatsächlich ein Verstoß gegen die Rechnungslegung vorliegt....

24. Juni 2026

Ein Tauschgeschäft, ein vertraglich genannter Mindestwert und ein ausgewiesener Millionen-Ertrag – bilanziell kann genau diese Kombination schnell problematisch werden. Eine aktuelle Fehlerfeststellung der Bafin zeigt sehr konkret, wie fehleranfällig die Bilanzierung nicht-monetärer Transaktionen ist, wenn handelsrechtliche Bewertungsgrundsätze verkürzt angewendet werden. Der Kernfehler: Mindestwert aus dem Vertrag ersetzt keine HGB-konforme Wertermittlung Im konkreten Fall hatte ein Unternehmen nahezu sämtliche Vermögensgegenstände an einen Erwerber veräußert und dafür nicht nur eine Barzahlung, sondern vor allem Anteile an der Käufergesellschaft erhalten. Genau hier setzte die Bafin an: Das Unternehmen übernahm den im Kaufvertrag genannten Mindestwert des erhaltenen Anteils von rund 2,3 Mio. Euro unmittelbar...

22. Juni 2026

Manche Meldungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär. Eine Gesellschaft übernimmt Vermögenswerte, finanziert die Transaktion über ein Wandelinstrument und kündigt an, dass daraus künftig neue Aktien entstehen können. Für Bilanzleser ist dies zunächst eine von vielen Kapitalmarkttransaktionen. Beim genaueren Hinsehen wird es jedoch interessanter. Die eingebrachten Vermögenswerte stammen aus dem Umfeld einer Person, die gleichzeitig erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft ausübt. Käufer und Verkäufer sind rechtlich voneinander getrennt. Wirtschaftlich betrachtet sind die Verbindungen jedoch deutlich enger. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht, ob eine solche Transaktion zulässig ist. Spannender ist vielmehr, welche Schlussfolgerungen Bilanzleser aus solchen Konstellationen ziehen sollten. Denn...

16. Juni 2026

Wenn niedrige Bewertungen plötzlich strategisch interessant werden Kann ein Unternehmen seine Beteiligungen bewusst vorsichtig bewerten – und gleichzeitig davon profitieren, wenn die eigene Aktie günstig bleibt? Genau diese Diskussion sorgt derzeit bei einer bekannten Beteiligungsgesellschaft für Kritik. Der Fall zeigt: Bilanzierung ist nicht nur Zahlenwerk. Bewertungen können erhebliche Auswirkungen auf Aktienrückkäufe, Machtverhältnisse und Minderheitsaktionäre haben. Positive Nachrichten – negative Bewertungen Eigentlich klingt die Geschichte zunächst nach einer Erfolgsstory: Beteiligungen an Unternehmen wie SpaceX, Canva, SumUp oder Kalshi. Teilweise mit starkem Wachstum, milliardenschweren Bewertungen und Börsenfantasie. Gleichzeitig weist die Beteiligungsgesellschaft jedoch hohe Verluste aus – verursacht unter anderem durch deutliche Wertminderungen...

10. Juni 2026

Gewinnsprung, Wachstum, gute Neuabschlüsse – auf den ersten Blick wirken viele Quartalszahlen solide. Doch wer Bilanzen wirklich verstehen will, sollte einen Blick tiefer gehen: in die Risikovorsorge. Gerade bei Banken, aber auch bei Leasing- und Finanzierungsgesellschaften, steckt hier oft der ehrlichste Hinweis darauf, wie robust das Geschäftsmodell tatsächlich ist. Risikovorsorge – trockenes Bilanzthema oder wichtiger Frühindikator? Zugegeben: Risikovorsorge klingt zunächst nach Fachbegriff mit Einschlafpotenzial. Tatsächlich verbirgt sich dahinter jedoch ein zentraler Mechanismus vorsichtiger Rechnungslegung. Unternehmen, die Kredite vergeben oder Finanzierungen bereitstellen, müssen einschätzen, ob Forderungen künftig vollständig beglichen werden. Gibt es Hinweise auf erhöhte Ausfallrisiken, werden entsprechende Wertberichtigungen oder Rückstellungen...

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