EU beschließt „Recht auf Reparatur“

Am 23.4.2024 hat das EU-Parlament die EU-Richtlinie zur Förderung der Reparatur von Waren beschlossen. Was bedeutet das?

Hintergrund

Ressourcen sind endlich. Deshalb müssen Produkte langlebiger werden, indem sie auch reparabel sind. Bereits seit März 2021 müssen deshalb nach der EU-Ökodesign-RL Hersteller von Kühlschränken, Spülmaschinen, Waschmaschinen, Fernsehern und anderen elektrischen Großgeräten Ersatzteile teilweise bis zu 10 Jahre bereithalten. Diese Pflicht gilt gegenüber fachlich kompetenten Reparateuren und für bestimmte Ersatzteile auch gegenüber Verbrauchern. Diese sollen ihr defektes Gerät selbst reparieren können.

Daher müssen die Hersteller auch Reparaturinformationen mitliefern. Und sie müssen die Produkte so gestalten, dass sie mit herkömmlichen Werkzeugen zerstörungsfrei auseinandergebaut werden können. Für andere Gebrauchsgegenstände wie Smartphones, Mobiltelefone und auch Tablets gibt es eine solche Regelung aber bislang noch nicht. Hierbei geht es vor allem um die Lebensdauer der Geräte und ihrer Akkus, Reparierbarkeit, Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Deswegen hat die EU-Kommission bereits 2022 zahlreiche Initiativen ergriffen, insbesondere die Warenkauf-Richtlinie mit der Right to Repair Initiative anzupassen und darin das „Recht auf Reparatur“ stärker zu verankern. Denn eine Ausweitung der Gewährleistungsfrist bedeutet für Verbraucher ein stärkeres Recht auf Reparatur bei einem Mangel der Kaufsache.

Recht auf Reparatur: Was ist das?

Hier setzt jetzt in der EU-Richtlinie das „Recht auf Reparatur“ für Verbraucher an. Weiterlesen

Klima und Nachhaltigkeit dominieren die Risikoberichte

Analyse der Klima- und Umweltrisiken der DAX-Konzerne

Der Klimawandel stellt uns vor große Herausforderungen. Auch wenn derzeit die Corona-Pandemie für viele Unternehmen eine der größten Aufgaben ist: Die Risiken durch den Klimawandel für Geschäftsmodelle dürfen nicht unterschätzt werden. So ist nicht nur durch Corona, sondern auch aufgrund der Veränderungen im Zuge des Klimawandels bereits kurz vor zwölf.

Suche nach den Klimarisiken in den Lageberichten

Bei einer Analyse der Risikoberichte der DAX-Konzerne wurde ich jedoch enttäuscht: So berichten zwar ca. 60 % der Unternehmen über Klima- und Umweltrisiken in ihrem Risikobericht, doch bereits die Zuordnung der Klima- und Umweltrisiken erfolgt teilweise in  eher als  allgemein bezeichneten Risiken. Die größte Sorge machen den Unternehmen gesetzliche Regulierungen im Zuge des Umweltschutzes. Zudem befürchten sie Auswirkungen auf die Nachfrage, da die Kunden in der Zukunft möglicherweise zunehmend auf Nachhaltigkeit achten werden. Weiterlesen

Nachhaltigkeitsbericht: Nicht mehr als eine Image-Broschüre?

Das Thema Nachhaltigkeit hat neben der Digitalisierung einen festen Platz in unserem Sprachgebrauch gewonnen. Plötzlich erscheint jedes Unternehmen in irgendeiner Art und Weise nachhaltig zu sein. Und so erscheinen zunehmend Nachhaltigkeitsberichte. Da liegt doch die Vermutung nahe, dass bei dieser Gelegenheit mehr oder weniger umfänglich Image-Pflege betrieben wird. Unter einem schönen Begriff, der natürlich mit Anglizismen angereicht wird:  CSR. Corporate Social Responsibility. Übersetzung und Definition schwierig – außer, man steckt tiefer in der Materie.

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CSR-Richtlinie: Ohne Zwang läuft gar nichts?

Vortrag von Prof. Dr. Peter Kajüter bei der Schmalenbach-Tagung am 30. März 2017 in Köln

Ohne Zwang läuft gar nichts. Wieso legen Unternehmen „plötzlich“ so viel Wert auf Nachhaltigkeit? Richtig: Die Investoren achten bei ihrer Anlagestrategie vermehrt auf Nachhaltigkeit. Geht es hier um eine tatsächlich im Unternehmen gelebte oder eine reine Pseudo-Nachhaltigkeit? Gute Frage. Lassen wir das mal so stehen.

Die CSR-Richtlinie betrifft in Deutschland ca. 550 Unternehmen. Die Hälfte davon sind kapitalmarktorientierte Unternehmen, die andere Hälfte Kreditinstitute sowie Versicherungen. Kreditinstitute müssen unabhängig von der Börsennotierung ein CSR-Bericht erstellen, sofern sie mehr als 500 Mitarbeiter haben. Prof. Dr. Peter Kajüter kritisiert den engen Anwendungskreis der Richtlinie.

Es stellt sich folgende Frage: Wäre es nicht besser, sofort mit einem breiteren Anwendungsbereich zu beginnen? Oder soll die Berichtspflicht in den kommenden Jahren nach und nach auch auf nicht kapitalmarktorientierte Unternehmen anderer Branchen ausgeweitet werden? Weiterlesen

Integrierte Berichterstattung aus Unternehmenssicht: Einblick in die Berichtspraxis von EnBW

Vortrag von Thomas Kusterer bei der Schmalenbach-Tagung am 30. März 2017 in Köln

Berichterstattung schön und gut. Von den Erfahrungen und Herausforderungen des Energiekonzerns EnBW berichtete Thomas Kusterer, Mitglied des Vorstandes des Konzerns. Während EnBW im Jahr 2010 noch ca. 80 % des operativen Ergebnisses mit der Erzeugung von Strom erzielte, waren es 2015 bereits nur noch 15 %. Dies zeigt die großen Herausforderungen, vor denen das Unternehmen steht.

Der Transformationsprozess von EnBW wird laut Aussage von Thomas Kusterer klar kommuniziert und vor allem transparent gemacht. EnBW steht vor einer großen Veränderung seines Geschäftsmodells. Nicht nur die Energiewende, die Vernetzung, sondern auch die Digitalisierung führen zu einer Transformation des Energiekonzerns. Auswirkungen auf mögliche Geschäftsbereiche ergeben sich beispielsweise durch die Schließung von Atomkraftwerken – ein Thema, das seit Fukushima zu einem Strukturwandel geführt hat.

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Alles nachhaltig oder, was?

Die neue CSR-Richtlinie oder wie wir uns selbst belügen (wollen?)

Das Thema Nachhaltigkeit hat nun auch das Rechnungswesen erreicht. Doch was ist denn eigentlich nachhaltig? Tja, allein wenn man den Begriff googelt erhält man mehr als 10 Millionen Einträge. Halt: Ich habe gegoogelt, war das gerade nachhaltig? Egal. Solange es niemanden interessiert, kann ich weiterhin googeln.

Ab 2017 oder anders gesagt „für nach dem 31. Dezember 2016 beginnende Geschäftsjahre“ sind bestimmte Unternehmen dazu verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen und zu veröffentlichen. Welche Unternehmen betrifft das? Weiterlesen