Kleinere Unternehmen und Freiberufler haben die Möglichkeit, die Umsatzsteuer auf Antrag nicht nach den vereinbarten, sondern nach den vereinnahmten Entgelten zu berechnen (§ 20 UStG). Doch besteht die Möglichkeit der Ist-Besteuerung auch für Freiberufler, die freiwillig Bücher führen? Nein, sagt der BFH und bestätigt das Urteil der Vorinstanz (BFH-Urteil vom 16.4.2026, V R 16/24; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 9.7.2024, 9 K 86/24). Der Sachverhalt: Die Klägerin ist eine Partnerschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern. Sie ermittelt ihren Gewinn freiwillig durch Betriebsvermögensvergleich. Die Umsatzsteuer-Festsetzungen erfolgten für die Veranlagungszeiträume 2006 bis 2018 jeweils gemäß § 20 Satz 1 Nr. 3 UStG nach...
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Warum die kritische Grundhaltung des Wirtschaftsprüfers wichtiger denn je wird Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Abschlussprüfung. Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften investieren derzeit Milliardenbeträge in KI-Systeme und sogenannte KI-Agenten, die künftig einzelne Prüfungshandlungen eigenständig übernehmen sollen. Belege abgleichen, Dokumente auswerten oder Auffälligkeiten identifizieren – vieles, was bislang von Berufseinsteigern erledigt wurde, soll künftig automatisiert erfolgen. Das klingt nach einer Revolution. Tatsächlich verändert sich die Abschlussprüfung grundlegend. Wer daraus jedoch den Schluss zieht, dass der Wirtschaftsprüfer künftig weniger Verantwortung trägt, irrt. Meines Erachtens passiert sogar das Gegenteil. Routinearbeiten werden automatisiert Die Vorteile liegen auf der Hand. KI kann innerhalb weniger Minuten Millionen...
Am 2.9.2026 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für ein Einkommensteuerreformgesetz 2027 beschlossen und damit das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet. Was steckt in dem Paket und wie ist der Entwurf zu bewerten? Hintergrund des Einkommensteuerreformgesetzes Eine weitere einkommensteuerliche Entlastung der Bürger ist ein wesentliches Versprechen des Koalitionsvertrages 2025. In Umsetzung dieses Versprechens hat das BMF am 18.8.2026 einen Referentenentwurf für ein EStRefG 2027 vorgelegt. Dieser wurde nun am 2.9.2026 vom Bundeskabinett als Regierungsentwurf formell beschlossen. Was ist der wesentliche Inhalt der ESt-Reform 2027? Die entlastenden Eckpunkte des Reformgesetzes sind: Der Grundfreibetrag soll auf 12.564 € (2027) und 12.900 € (2028) steigen (§§...
Die auf einen Erwerb von Grundstücken festgesetzte Schenkungsteuer führt nicht zu nachträglichen Anschaffungskosten bzw. Anschaffungsnebenkosten der Immobilie für die Berechnung der AfA – so lautet ein Urteil des FG Köln vom 26.11.2025 (2 K 2116/23). Für steuerliche Berater ist das Urteil sicherlich keine Überraschung. Dennoch lohnt ein Blick darauf, vor allem auf den Sachverhalt, weil er zeigt, dass bei der Übertragung von Immobilien steuerlich so einiges schieflaufen. Der Sachverhalt in aller Kürze: Die Klägerin erhielt von ihrer Mutter verschiedene Grundstücke. Der Vertrag sah vor, dass zwar die grundpfandrechtlichen Belastungen, nicht aber die gesicherten Verbindlichkeiten von der Tochter übernommen werden sollten....
Vor wenigen Tagen machte ein Fall bundesweit Schlagzeilen: Gegen eine Influencerin wurde wegen unzureichend gekennzeichneter Werbebeiträge ein Bußgeld in Höhe von 36.000 € verhängt. Nach Auffassung der zuständigen Landesmedienanstalt waren mehrere bezahlte Kooperationen entweder gar nicht oder jedenfalls nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet. Die mediale Berichterstattung konzentrierte sich erwartungsgemäß auf die Frage, wann Beiträge als Werbung zu kennzeichnen sind. Für Steuerberater dürfte jedoch eine andere Frage mindestens ebenso interessant sein: Welche steuerlichen Folgen haben Bußgelder, Verfahrenskosten und gegebenenfalls sogar ein Steuerstrafverfahren? Influencer geraten zunehmend in den Fokus der Finanzverwaltung Influencer beschäftigen die Finanzverwaltung schon seit mehreren Jahren. Betriebsprüfungen befassen sich...
Ist die Besteuerung von Kapitalerträgen ohne Berücksichtigung des realen und inflationsbedingten Kaufkraft- und Vermögensverlustes mit den verfassungsrechtlichen Vorgaben des Leistungsfähigkeitsprinzips und der Eigentumsgarantie vereinbar? Diese Frage muss alsbald der BFH beantworten. Das Aktenzeichen des Verfahrens lautet VIII R 11/26. Die Vorinstanz, das Thüringer FG, hat eine „inflationsbereinigte Besteuerung“ – wenig überraschend – abgelehnt (Urteil vom 28.1.2026, 3 K 328/25). Der Sachverhalt in aller Kürze – negative Kapitalerträge? Die Kläger erzielten in 2021 und 2022 zwar Kapitalerträge, doch sie wollten gleichzeitig „negative Kapitalerträge“ in Höhe von jeweils 8.000 Euro gegenrechnen. Sie trugen vor: Bezogen auf das zum Jahresbeginn 2021 in Kapitalanlagen...
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Beitragspflicht von Betriebsrenten auch bei Kapitalauszahlung – rechtens, aber nicht gerecht