BFH-Verfahren VIII R 13/24 zu Fahrtkosten und Verpflegungsmehraufwand eines selbständigen Lotsen Hamburg und die Seefahrt gehören zusammen. Wer an der Elbe einem Containerschiff beim Einlaufen zusieht, denkt vermutlich nicht zuerst an das Einkommensteuerrecht. Dabei befindet sich auf der Brücke möglicherweise ein durchaus interessantes steuerliches Problem. Denn irgendwann kommt der Lotse an Bord. Seelotsen beraten die Schiffsführung auf anspruchsvollen Revieren. Ihr Arbeitsplatz ist kein klassisches Büro. Sie arbeiten auf wechselnden Schiffen innerhalb eines bestimmten Lotsbezirks. Aber wann befindet sich ein selbständiger Lotse steuerlich eigentlich auf einer Auswärtstätigkeit? Mit dieser Frage beschäftigt sich der BFH im Verfahren VIII R 13/24. Vorinstanz ist...
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Für ein Kind zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr, das sich in einer Berufsausbildung befindet, besteht Anspruch auf Kindergeld bzw. einen Kinderfreibetrag. Manchmal hegen die Familienkassen allerdings Zweifel an der Ernsthaftigkeit einer Ausbildung. Dann müssen die Eltern und ihre Kinder darlegen, dass die Ausbildung tatsächlich auf einen Beruf vorbereitet und mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben wird. Im Jahre 2025 hat FG Münster entschieden, dass auch ein Studium an einer privaten Fernuniversität als ernsthaft betrieben gelten kann, so dass den Eltern das Kindergeld zusteht (FG Münster, Urteil vom 5.2.2025, 7 K 1522/24 Kg, AO). Nun hat das FG Münster seine...
Der 31. Juli ist vorbei. Für viele nicht steuerlich beratene Steuerpflichtige war dies die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung 2025. Rund um diesen Termin begegnet einem verstärkt Werbung für Steuer-Apps: Steuererklärung einfach am Smartphone erledigen – und am Ende winkt eine stattliche Erstattung. Dabei taucht immer wieder eine Zahl auf: 1.240 Euro durchschnittliche Steuererstattung. Das klingt verlockend. Aber was bedeutet diese Zahl eigentlich? Die 1.240 Euro gibt es wirklich Die Zahl ist nicht aus der Luft gegriffen. Nach den im Juni 2026 veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes erhielten für das Veranlagungsjahr 2022 rund 13,2 Millionen Steuerpflichtige eine Einkommensteuererstattung. Diese betrug im...
Investoren, Banken, Analysten und Aufsichtsräte verlangen zunehmend messbare Nachhaltigkeitsinformationen. Unternehmen reagieren darauf mit einer wachsenden Zahl an ESG-Kennzahlen. Die Entwicklung ist nachvollziehbar. Schließlich lassen sich Kennzahlen leichter vergleichen als Absichtserklärungen. Doch wer Nachhaltigkeitskennzahlen analysiert, sollte nicht bei den ausgewiesenen Werten stehen bleiben. Denn hinter vielen Kennzahlen verbergen sich Annahmen, Schätzungen und methodische Entscheidungen, die erheblichen Einfluss auf die Aussagekraft haben können. Zahlen schaffen Vertrauen Kennzahlen genießen seit jeher einen besonderen Vertrauensvorschuss. Eine Eigenkapitalquote von 40 %, eine EBIT-Marge von 8 % oder ein Cashflow von 500 Mio. € vermitteln auf den ersten Blick Objektivität. Genau deshalb spielen Kennzahlen in der Finanzberichterstattung...
… reimten 2raumwohnung schon 2007 und hatten recht damit. Der Klimawandel ist real und die Folgen kommen bei uns allen an: Hitzewellen werden häufiger und vermutlich auch schlimmer. Kaum hat der Bundesgerichtshof Wohnungseigentümern einen Anspruch auf Einbau einer Klimaanlage zugesprochen, soll das nun auch Mietern ermöglicht werden, jedenfalls wenn es nach Bundesjustizministerin Hubig geht. Bestandsaufnahme Der Bau und Betrieb von Gebäuden ist mit ein Grund für den Klimawandel, aber gleichzeitig ist die Bausubstanz auf dessen Folgen nicht vorbereitet. Die Heizungen und die (fehlende) Dämmung tragen zur Klimaerwärmung bei, während der Hitzeschutz der Gebäude selbst für die heutigen Temperaturen oft völlig...
Der neue Verwaltungsdeal Das Reformpaket der Koalition verspricht Bürokratieabbau. Verwaltungsrechtlich ist es mehr: Berichtspflichten sollen fallen, Verfahren schneller werden und Kontrollen stärker daten- und risikoorientiert erfolgen. Bürokratieabbau klingt immer gut. Weniger Formulare, weniger Nachweise, weniger Berichtspflichten: wer wollte da widersprechen? Der jüngste Koalitionsbeschluss geht aber deutlich weiter als klassische Entlastungsrhetorik. Verwaltungsrechtlich ist das kein bloßes Aufräumprogramm. Es ist der Versuch, staatliche Steuerung neu zu organisieren. Der Kern lässt sich in drei Worten zusammenfassen: entlasten, beschleunigen, kontrollieren. Entlastung Entlastet werden sollen Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen vor allem durch weniger Berichts- und Dokumentationspflichten. Das ist richtig, denn ein Staat, der jede Information...
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