Kategorie: Steuern
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Die Einkommensteuerreform 2027 und das Jahressteuergesetz 2026 bringen Entlastungen, neue Belastungen und zahlreiche Detailänderungen. Was weiterhin fehlt, ist ein schlüssiger Reformansatz für eine einfachere und stärker rechtsformunabhängige Unternehmensbesteuerung. Mit dem am 2. September 2026 vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 ist ein weiterer Baustein der aktuellen Steuerpolitik konkretisiert worden. Für Unternehmen ergibt sich daraus allerdings kein einheitliches Bild. Neben Entlastungen stehen neue Belastungen und zusätzliche steuerliche Differenzierungen. Gleichzeitig bleiben die zentralen Strukturfragen der Unternehmensbesteuerung weitgehend ungelöst. Das bereits beschlossene steuerliche Investitionssofortprogramm setzt zwar wichtige Investitions- und Entlastungsimpulse. Dessen Wirkungen und strukturelle Grenzen wurden bereits an anderer Stelle ausführlicher betrachtet....
Als Gewinn oder Verlust aus einem privaten Veräußerungsgeschäft gilt der Unterschiedsbetrag zwischen dem Veräußerungserlös einerseits und den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, Anschaffungsnebenkosten und Werbungskosten im Zusammenhang mit dem Verkauf andererseits. Soweit bei der steuerlichen Einkunftsermittlung Abschreibungen, erhöhte Abschreibungen und Sonderabschreibungen als Werbungskosten abgesetzt wurden, müssen diese nun wieder „hinzugerechnet“ werden, das heißt sie werden quasi rückgängig gemacht. Das FG Berlin-Brandenburg hat soeben entschieden, dass Anwalts- und Gerichtskosten, die anlässlich eines Streits mit dem Finanzamt um die Steuerbarkeit einer Grundstücksübertragung entstanden sind, nicht abgezogen werden dürfen. Ein Veräußerungsgewinn i.S. von § 23 EStG wird also nicht um entsprechende Aufwendungen gemindert (FG Berlin-Brandenburg,...
Ein Unternehmer, der Beratungsleistungen zur Durchsetzung von Schadensersatz bezieht, ist hieraus zum Vorsteuerabzug berechtigt, wenn die Forderung ihren Entstehungsgrund in einer unternehmerischen Tätigkeit hat. Der Vorsteuerabzug ist auch dann zu gewähren, wenn die Tätigkeit nur beabsichtigt, jedoch nicht ausgeübt wurde – so lässt sich das BFH-Urteil vom 7.5.2026 (V R 15/24) zusammenfassen. Der Sachverhalt in aller Kürze: Die Klägerin hatte einen Betreibervertrag mit einem Auftraggeber zur Entwicklung und zum Betrieb eines bestimmten Projektes abgeschlossen. Aufgrund rechtlicher Bedenken kündigte der Auftraggeber den Betreibervertrag jedoch zwischenzeitlich. Die Klägerin verklagte den Auftraggeber daraufhin – erfolgreich – auf Schadensersatz und machte für die in...
Für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um 1.200 Euro – so lautet § 35a Abs. 3 Satz 1 EStG. Begünstigt sind nur reine Arbeitskosten sowie gegebenenfalls in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten. In diesem Zusammenhang muss der BFH alsbald folgende Fragen beantworten: Ist der gesonderte Ausweis der Arbeitskosten auf der Rechnung eine gesetzliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung nach § 35 EStG? Besteht eine Schätzungsbefugnis durch den Rechnungsempfänger für in der Rechnung nicht aufgeteilte...
Nein, wir sind bei keiner Hochzeit und stehen auch nicht vor dem Standesamt. Vielmehr befinden wir uns vor dem Finanzgericht Münster. Zwei Urteile des FG Münster zu § 13b ErbStG zeigen nämlich sehr schön, wie verwirrend die Behandlung von Gesamthandsvermögen und Sonderbetriebsvermögen in der Erbschaftsteuer sein kann. Im Urteil vom 25.02.2025, 3 K 99/23 F, ging es um die Frage, ob eine Gesellschafterdarlehensforderung im Sonderbetriebsvermögen mit der korrespondierenden Verbindlichkeit im Gesamthandsvermögen verrechnet werden kann. Das FG Münster verneinte das. Die Verbundvermögensaufstellung des § 13b Abs. 9 ErbStG greife nicht schon deshalb, weil Gesamthandsvermögen und Sonderbetriebsvermögen ertragsteuerlich zusammen den Mitunternehmeranteil bilden....
Das Bundeskabinett hat am 2.9.2026 eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) mit dem Ziel auf den Weg gebracht, auch 2027 bis 2029 einen Bundeszuschuss zu den Netzentgelten in Höhe von 5,5 Mrd. Euro im Jahr zu leisten. Was haben Wirtschaft und Verbraucher davon? Hintergrund zur Entlastung der Stromkosten Im Koalitionsvertrag 2025 hatte die neue Regierung eine Stromsteuersenkung „für alle“ Verbraucher und Unternehmen angekündigt, jedoch ist diese Maßnahme im Koalitionsausschuss aufgrund fehlender Finanzierung erstmal nur auf das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft beschränkt worden. Mit dem Wegfall der Gasspeicherumlage wurden Unternehmen und Privathaushalte ab dem Jahr 2026 weniger für Erdgas...
Ein Unternehmer muss belegen können, woher die Geldbeträge stammen, die von ihm selbst auf sein betriebliches Konto eingezahlt wurden. Kann er die Herkunft nicht zur Zufriedenheit des Finanzamts nachweisen, läuft er Gefahr, dass in Höhe der ungeklärten Mittel Betriebseinnahmen angenommen werden. Das Niedersächsische FG hat diese Sichtweise mit Urteil vom 22.4.2026 (4 K 12/26) bestätigt. Der Sachverhalt: Der Kläger ist Angestellter. Nebenher repariert er Maschinen und erzielt hieraus Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Eine Betriebsprüferin stellte Eingänge auf den Geschäftskonten des Klägers fest, die pro Jahr zwischen rund 5.000 Euro und 10.000 Euro lagen. Es handelte sich im Wesentlichen um Bareinzahlungen. Weil...
Kleinere Unternehmen und Freiberufler haben die Möglichkeit, die Umsatzsteuer auf Antrag nicht nach den vereinbarten, sondern nach den vereinnahmten Entgelten zu berechnen (§ 20 UStG). Doch besteht die Möglichkeit der Ist-Besteuerung auch für Freiberufler, die freiwillig Bücher führen? Nein, sagt der BFH und bestätigt das Urteil der Vorinstanz (BFH-Urteil vom 16.4.2026, V R 16/24; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 9.7.2024, 9 K 86/24). Der Sachverhalt: Die Klägerin ist eine Partnerschaft von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern. Sie ermittelt ihren Gewinn freiwillig durch Betriebsvermögensvergleich. Die Umsatzsteuer-Festsetzungen erfolgten für die Veranlagungszeiträume 2006 bis 2018 jeweils gemäß § 20 Satz 1 Nr. 3 UStG nach...
Am 2.9.2026 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für ein Einkommensteuerreformgesetz 2027 beschlossen und damit das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet. Was steckt in dem Paket und wie ist der Entwurf zu bewerten? Hintergrund des Einkommensteuerreformgesetzes Eine weitere einkommensteuerliche Entlastung der Bürger ist ein wesentliches Versprechen des Koalitionsvertrages 2025. In Umsetzung dieses Versprechens hat das BMF am 18.8.2026 einen Referentenentwurf für ein EStRefG 2027 vorgelegt. Dieser wurde nun am 2.9.2026 vom Bundeskabinett als Regierungsentwurf formell beschlossen. Was ist der wesentliche Inhalt der ESt-Reform 2027? Die entlastenden Eckpunkte des Reformgesetzes sind: Der Grundfreibetrag soll auf 12.564 € (2027) und 12.900 € (2028) steigen (§§...
Die auf einen Erwerb von Grundstücken festgesetzte Schenkungsteuer führt nicht zu nachträglichen Anschaffungskosten bzw. Anschaffungsnebenkosten der Immobilie für die Berechnung der AfA – so lautet ein Urteil des FG Köln vom 26.11.2025 (2 K 2116/23). Für steuerliche Berater ist das Urteil sicherlich keine Überraschung. Dennoch lohnt ein Blick darauf, vor allem auf den Sachverhalt, weil er zeigt, dass bei der Übertragung von Immobilien steuerlich so einiges schieflaufen. Der Sachverhalt in aller Kürze: Die Klägerin erhielt von ihrer Mutter verschiedene Grundstücke. Der Vertrag sah vor, dass zwar die grundpfandrechtlichen Belastungen, nicht aber die gesicherten Verbindlichkeiten von der Tochter übernommen werden sollten....
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