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25. September 2026

In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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25. September 2026

In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

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Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

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2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

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Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

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Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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25. September 2026

In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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25. September 2026

In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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25. September 2026

In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

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Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

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Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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25. September 2026

In § 12 Nr. 4 EStG ist unter anderem geregelt, dass in einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen und sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, steuerlich nicht abgezogen werden dürfen. Was aber gilt in Bezug auf „beruflich veranlasste“ Strafverteidigungskosten? Fallen diese unter § 12 Nr. 4 EStG oder können sie als Werbungskosten abgezogen werden? Beantworten muss dies alsbald der BFH. Die Vorinstanz, das Niedersächsische FG, hat einen Abzug zugelassen (Urteil vom 14.7.2026, 3 K 108/25; Revision unter Az. VI R 10/26). Der Sachverhalt in aller Kürze: Der Kläger war als kaufmännischer Leiter für die „Geschäftsleitung Finanzen“ zuständig“. Gemeinschaftlich mit...

24. September 2026

Vor kurzem habe ich an dieser Stelle anlässlich des Steuerzahlergedenktages über die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland geschrieben. Dabei ging es nicht nur um die Frage, wie viel wir an den Staat zahlen. Vielmehr stand die Frage im Raum, ob unser Steuer- und Abgabensystem noch die richtigen Anreize setzt. Diesen Gedanken möchte ich noch einmal aufgreifen – diesmal mit einem kleinen Ausflug in die Volkswirtschaftslehre. Denn dort findet sich ein ebenso einfaches wie interessantes Denkmodell: die sogenannte Laffer-Kurve. Eine einfache Kurve mit einer unbequemen Frage Die nach dem US-amerikanischen Ökonomen Arthur Laffer benannte Kurve beschreibt den theoretischen Zusammenhang zwischen Steuersatz und...

23. September 2026

Kosten für Behandlungen im Zusammenhang mit dem „Post-Vac-Syndrom“, deren Nutzen wissenschaftlich nicht anerkannt ist bzw. war, können nur dann als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden können, wenn zuvor ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung eingeholt wurde – so hat das Niedersächsisches FG mit Urteil vom 4.3.2026 (9 K 54/25) entschieden. Der Sachverhalt: Der Kläger leidet seit 2022 nach einer COVID-Schutzimpfung unter einem Post-Vac-Syndrom und ist dauerhaft berufsunfähig. Im Jahre 2023 wurden bei ihm Immunadsorptionen (Blutwäschen) durchgeführt. Seine Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten ab. Der Medizinische Dienst erklärte in einem Gutachten, dass ihm keine veröffentlichte...

22. September 2026

Die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch. Ein guter Anlass, steuerliche Aspekte jenseits des Steueranteils aufzugreifen. Seit 2026 gilt für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine einheitliche Entfernungspauschale von 0,38 Euro ab dem ersten Entfernungskilometer. Auch für die wöchentliche Familienheimfahrt im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gelten 0,38 Euro je Entfernungskilometer. Wer dagegen seinen privaten Pkw für eine berufliche Auswärtstätigkeit nutzt, kann bei Anwendung des pauschalen Kilometersatzes weiterhin nur 0,30 Euro je tatsächlich gefahrenem Kilometer ansetzen. An der Tankstelle dürfte diese steuerliche Einordnung allerdings unbekannt sein. Seit 2026: 38 Cent ab dem ersten Kilometer Bis einschließlich 2025 betrug die...

21. September 2026

Frieden hat einen Preis Frieden erscheint im Alltag häufig kostenlos. Erst wenn er bedroht ist, wird sichtbar, welche wirtschaftlichen Aufwendungen mit Sicherheit verbunden sind. Verteidigungsausgaben steigen, geopolitische Spannungen beeinflussen Lieferketten und Energiepreise und Unternehmen investieren stärker in Resilienz. Die Leitfrage des Beitrags lautet deshalb: Sind Verteidigungsausgaben Kosten des Krieges – oder Kosten für den Erhalt des Friedens? Verteidigung und Opportunitätskosten Die deutschen Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit sind stark gestiegen. Jeder dafür eingesetzte Euro kann allerdings nur einmal ausgegeben werden. Er steht nicht gleichzeitig für Schulen, Infrastruktur, Digitalisierung, Familienförderung oder Steuersenkungen zur Verfügung. Das macht Sicherheitsausgaben zu einem klassischen Beispiel...

21. September 2026

Vor einigen Monaten hatte ich einen Blog-Beitrag mit dem Titel „Photovoltaikanlagen: Grunderwerbsteuer-Falle bei Anlagen ohne Einspeisung ins Netz“ veröffentlicht. Doch wie soeben bekannt geworden ist, wurde diese Falle nun entschärft. Zum Hintergrund Photovoltaikanlagen,  die ausschließlich dem eigenen Bedarf dienen und die nicht mit dem öffentlichen  Energienetz verbunden sind, sind auf dem Vormarsch. Das Finanzministeriums Sachsen-Anhalt (Erlass vom 16.7.2025, 43 – S 4521 – 45) hatte – bundeseinheitlich abgestimmt – zu der Frage Stellung genommen, ob Grunderwerbsteuer anfällt, wenn Häuser samt einer solchen Inselanlage erworben werden. Danach galt: „Dienen die Anlagen ausschließlich der Energieversorgung des betroffenen Grundstücks (Eigenbedarf), gehören sie als...

20. September 2026

Heute, am 20. September ist Weltkindertag. Ein guter Anlass, um über Kinderrechte zu sprechen. Für einen Steuerblog ist er aber auch Anlass für eine nüchternere Frage: Was sind uns Kinder eigentlich steuerlich wert? Deutschland fördert Familien auf vielen Ebenen. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate seit Jahren deutlich. Damit wird Familienpolitik nicht nur zu einer sozialen, sondern auch zu einer wirtschaftlichen Frage: Die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer, Unternehmer, Fachkräfte sowie Steuer- und Beitragszahler von morgen. Was tut das Steuerrecht bereits? Zum steuerlichen Instrumentarium gehören die Zusammenveranlagung von Ehegatten, Kindergeld und Kinderfreibeträge, Kinderbetreuungskosten, der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende sowie verschiedene Regelungen für...

18. September 2026

2,29 Euro für einen Liter Benzin. Die Politik diskutiert über Preisdeckel, Direktzahlungen und Steuersenkungen. Doch bevor neue Entlastungsinstrumente erfunden werden, lohnt vielleicht eine ganz einfache Frage: Wer bekommt eigentlich die 2,29 Euro? Tanken ist teuer wie nie. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat Entlastungen angekündigt, über den richtigen Weg wird allerdings noch gestritten. Diskutiert werden unter anderem Direktzahlungen insbesondere an Menschen mit niedrigen Einkommen, ein Spritpreisdeckel, eine Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent sowie eine erneute Senkung der Energiesteuer. Klingt alles nach Entlastung. Steuerlich wirken diese Instrumente allerdings höchst unterschiedlich. 2,29 Euro – wer...

17. September 2026

Das Umwandlungssteuerrecht liebt Rückwirkungen. Ein Vorgang wird heute vereinbart, steuerlich aber so behandelt, als hätte er bereits Monate zuvor stattgefunden. Das ist gesetzlich gewollt, praktisch hilfreich und gleichzeitig eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Abgrenzungsfragen. Eine davon lautet: Auf welchen Zeitpunkt kommt es eigentlich an, wenn beurteilt werden muss, was Gegenstand einer Einbringung nach § 20 Abs. 1 UmwStG ist? Auf den steuerlichen Übertragungsstichtag oder auf den Zeitpunkt, in dem der Einbringungsvertrag tatsächlich abgeschlossen wird? Das FG Münster hat hierzu mit Urteil vom 16.07.2026 (8 K 1784/23 F) eine erfreulich klare Position bezogen. Maßgeblich ist der tatsächliche Abschluss des Einbringungsvertrags. Damit...

15. September 2026

Langjährige Streitigkeiten ums Erbe sind keine Seltenheit. Und es gibt durchaus Fälle, in denen der Erbe seinen Anspruch zwar nach Jahren – endgültig – gerichtlich durchsetzen kann, dann aber feststellen muss, dass von seinem Erbe nichts mehr übrig ist. Das ist schon ärgerlich genug. Doch es geht noch weiter. Denn spätestens jetzt kommt das Finanzamt auf den Erben zu und will von der Erbschaft, von der er keinen Cent gesehen hat, Erbschaftsteuer haben. Was bleibt, ist dann nur noch ein Antrag auf abweichende Festsetzung der Steuern aus Billigkeitsgründen gemäß § 163 AO. Doch selbst hier gibt es noch Tücken, wie...

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